St. Pauli: Es läuft nicht rund auf dem Kiez

Nachdem der Kult-Klub FC St. Pauli sich nach dem beinahe-Abstieg im Vorjahr wieder in der Spitzengruppe der zweiten Liga zurückgemeldet hatte, zählten Experten das Team von Trainer Ewald Lienen vor dieser Saison zu den Mitfavoriten um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Bilanz nach drei Spieltagen fällt jedoch ernüchternd aus. Drei Niederlagen, null Punkte. Tabellenletzter.

Offensiv wie defensiv hapert es

Keine Frage: Der vierte Platz in der abgelaufenen Saison nährte bei den Fans des Kiez-Klubs die Hoffnung, vielleicht schon in dieser Saison an die Tür zum Fußball-Oberhaus klopfen zu können. Doch der Auftakt ging gründlich daneben. Verlor das Team in Stuttgart (1:2) nach einer engagierten Darbietung noch mit Pech, waren die Pleiten gegen Braunschweig (0:2) und in Dresden (0:1) die Konsequenz schwacher Leistungen. Offensiv wie defensiv hapert es derzeit. Bereits im Vorjahr zählten die Kicker vom Kiez bei 45 Saisontreffern nicht gerade zu den Ballermännern der Liga. Mit Marc Rzatkowski (8 Tore) und Lennart Thy (7) haben die beiden besten Torschützen den Verein verlassen. Der Neu-Salzburger und Bremen-Rückkehrer hatten zusammen 30 Prozent der Tore erzielt. Aziz Bouhaddouz, der die Lücke füllen sollte, traf zwar in Stuttgart, blieb danach aber blass. Die erhofften Verstärkungen Marvin Ducksch und Mittelfeldakteur Cenk Sahin haben bislang kaum gespielt. In Sebastian Maier, der nach Hannover gewechselt ist, fehlt eine weitere Stütze der letzten Saison. Kommen zur Harmlosigkeit im Angriff noch individuelle Patzer wie von Sören Gonther vor dem zweiten Treffer der Braunschweiger hinzu, ist ein Spiel kaum zu gewinnen. Auch Verletzungsprobleme in der Abwehr erschweren die Aufgabe, Stabilität ins Spiel der Hamburger zu bringen. Zurzeit fällt Lasse Sobiech mit einer Muskelverletzung aus.

"Wir müssen nicht alles schlechtreden"

„Es gibt überhaupt keine Unruhe. Das Umfeld ist ruhig, wir Handelnden sind es auch“, mahnt Sportdirektor Thomas Meggle gegenüber dem Fachmagazin „Kicker“ davor, in Hektik zu verfallen. „Wir müssen nicht alles schlechtreden“, meinte er, „aber es wäre auch fatal, die Dinge schönzureden." Nach der Länderspielpause geht es mit einem Heimspiel gegen die ebenfalls noch sieglosen Bielefelder weiter. Eine gute Gelegenheit, den verpatzten Start vergessen zu lassen und sich ein Stück des angeknacksten Selbstbewusstseins zurückzuholen.  Damit es auch in den kommenden Wochen und Monaten ruhig bleibt auf St.Pauli. Aufstiegsträume dürften derzeit rund um die Reeperbahn keine Rolle spielen.

 

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