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St. Pauli hadert: "Wir kriegen die Kugel nicht rein"

imago images / osnapix

Dem FC St. Pauli gelingt kein Befreiungsschlag aus dem Tabellenkeller der 2. Bundesliga. Die Hamburger waren über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft, kassierten aber durch einen späten Gegentreffer die dritte Niederlage in Serie. Trotz aller Enttäuschung und Selbstkritik sehen manche Akteure positive Anhaltspunkte.

Nackenschlag in der 86. Minute

Die Enttäuschung am Freitagabend im Millerntor-Stadion war greifbar. Soeben hatte der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen den VfL Osnabrück mit 0:1 verloren. Die dritte Niederlage in Folge für die Mannschaft von Trainer Timo Schultz, die erst spät im Spiel den einzigen Treffer des Tages in einem chancenarmen Spiel einstecken musste. Osnabrücks Offensivmann David Blacha staubte ab, nachdem Himmelmann im Kasten der Paulianer einen Schuss von Amenyido nur schräg nach vorn abwehren konnte. Eine unglückliche Szene, die den Hamburgern einen Punkt kostete. "Das Spiel heute ist ein Sinnbild für die letzten Wochen. Wenn man sich das Spiel heute über 90 Minuten ansieht, darf es am Ende nie 0:1 stehen. Wir haben es wieder nicht geschafft, zu Null zu spielen und vorne steht aber die Null. Das ist das, was schon in den vergangenen Wochen unser Problem war und auch heute gewesen ist", ordnete Himmelmann das Spielgeschehen ein.

Und auch sein Trainer Timo Schultz sah ähnliche Verhaltensmuster wie schon in den vorangegangenen Spielen. "Es ist ein bisschen wie 'Täglich grüßt das Murmeltier'. Wir machen wieder ein ordentliches Spiel, haben an die 20 Torschüsse und noch zig Situationen, wo der Ball durch den gegnerischen Strafraum fliegt und wir kriegen die Kugel nicht rein." In der Tat scheint die Offensive der Kiezkicker zur Zeit zahnlos. Die letzten beiden geschossenen Tore gelangen im Hamburger Stadtderby Ende Oktober. Und auch gegen Osnabrück ließen Makienok, Lankford und Co. die sich bietenden Gelegenheiten aus. "Wenn man kein Tor schießt, dann hat man es auch nicht verdient zu gewinnen. Aber das erzähle ich leider zu oft nach den Spielen", fand Schultz.

Einstellung macht Mut

Noch steht St. Pauli auf Platz 17, einen Punkt hinter Eintracht Braunschweig auf Relegationrang 16. Kommenden Samstag treffen beide Kontrahenten in Braunschweig aufeinander. Mut für das Kellerduell können die Hamburger aus der Einstellung und der Körpersprache ziehen. Laut Innenverteidiger Philipp Ziereis lässt sich darauf aufbauen. "Wir können uns von der Einstellung und dem Engagement nichts vorwerfen. Es ist leider so, dass vorne im Moment nichts geht. Jetzt müssen wir das analysieren. Aber ich bin weit davon entfernt, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben heute eine Reaktion gezeigt nach den letzten beiden Spielen und diesen Weg gilt es weiterzugehen."