St.-Pauli-Sieg in Fürth: Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag
51 Tage arbeitete der FC St. Pauli auf den 20. Spieltag hin. Dazwischen lagen ein Trainingslager in Belek, die Verpflichtung von Youngster Leroy-Jacques Mickels, Verkündung der bevorstehenden Abgänge von Lennart Thy und John Verhoek sowie eine Reihe semi-bedeutsamer Freundschaftsspiele. Ja, sie war lang die Wartezeit, doch sie hat sich gelohnt.
Zum Auftakt der „Rückserie“ besiegten die Kiezkicker Greuther Fürth mit 2:0 im Stadion am Laubenweg. Dabei riss sich die Lienen-Elf entsprechend der Jahreszeit zwar kein Bein aus, doch das war auch nicht nötig. Das Erwachen aus dem Winterschlaf verlief allerdings etwas unsanft.
Keine Bäume ausgerissen, aber gewonnen
Kleeblatt-Stürmer Sebastian Freis tauchte nämlich bereits nach zwei Minuten brandgefährlich vor dem Hamburger Tor auf. Die Schulter von Schlussmann Robin Himmelmann vereitelte jedoch Schlimmeres. In behäbigem Trab mauserte sich die Partie danach an keiner Stelle zu einem Leckerbissen. Fürth lief an, St. Pauli ließ den Gegner kommen. Entsprechend überraschend war die Führung durch Marc Hornschuh. Im Rücken der Abwehr hatte sich der Außenverteidiger nach Kopfball-Weiterleitung vom Ex-Fürther Bernd Nehrig davon gestohlen und musste nur noch einnetzen.
Auch in Hälfte Zwei lief die SpVgg an. Doch das Ergebnis war dasselbe: Kein eigener Treffer, dafür ein weiterer kassiert- erneut entgegen des Spielverlaufs. Dieses Mal trug sich Waldemar Sobota als Torschütze ein. Nach Zuspiel von Thy nahm die Brügger Leihgabe den Ball mit dem Körper an, wodurch Fürth-Verteidiger Niko Gießelmann sich außer Stande sah, das Gleichgewicht zu halten. So hatte der Flügelspieler freie Bahn und verwandelte sehenswert per Chip.
St.-Pauli-Lazarett lichtet sich
Für Kapitän Sören Gonther bleibt es indes eine Seuchensaison. Gegen Fürth schaffte er es erneut verletzungsbedingt (Außenband-Teilabreiss) nicht einmal auf die Bank. Dort hatte er zumindest in den letzten Partien vor der Winterpause Platz genommen. In die Startelf vorzurücken scheint aber im Moment ohnehin unwahrscheinlich, gemessen an der Leistung, die Philipp Ziereis und Lasse Sobiech kontinuierlich im Abwehrzentrum abliefern.
Jan-Philipp Kalla und Ryu Miyaichi befinden sich währenddessen immerhin im Aufbautraining. Beiden könnten diesen Monat sogar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Nach seinem Kreuzbandriss sind das besonders für den Japaner sehr willkommene Nachrichten. Mittelfeld-Stratege Sebastian Maier fällt aufgrund eines Muskelfaserrisses noch ca. weitere zwei Wochen aus.
Am Freitag trifft St. Pauli auf Ligakrösus (-primus) Leipzig (18:30 Uhr). Dann wird sich zeigen, ob die Kiezkicker den Druck auf die Spitzengruppe aufrecht erhalten können. Drei Punkte trennen sie aktuell auf Relegationsrang Drei. Die Abwehrkette wurde in der Winterpause auf jeden Fall neu geölt, nachdem die gute Gegentorbilanz aus dem ersten Saison-Drittel danach etwas abfiel. Ob die Stellschrauben im Angriff richtig eingestellt sind, wird sich beim Aufeinandertreffen mit dem Leipziger Bollwerk wahrscheinlich nur bedingt zeigen, zumal der kommende Gegner nicht der Maßstab der Restsaison sein dürfte.