Tennisbälle flogen: Hertha gegen HSV für 32 Minuten unterbrochen

Das Topspiel zwischen Hertha BSC und dem Hamburger SV (1:2) musste am Samstagabend in der zweiten Halbzeit für 32 Minuten unterbrochen werden, nachdem aus Protest gegen die Investoren-Pläne der DFL immer wieder Tennisbälle auf den Platz geworfen worden waren.

Immer wieder Tennisbälle

54 Minuten waren im Olympiastadion gespielt, als aus der Hertha-Kurve die ersten Tennisbälle auf den Platz flogen. Schiedsrichter Daniel Schlager unterbrach die Partie, während weitere Bälle flogen. Dazu hieß es auf einem Banner: "Investorenwahnsinn endlich stoppen, ob in der DFL oder in den Vereinen." Als die Bälle nach etwa zehn Minuten aufgesammelt waren und Schlager die Partie zunächst wieder freigegeben hatte, flogen die nächsten Tennisbälle, sodass doch nicht weitergespielt werden konnte.

Weil der Vorrat an Tennisbällen auch nach weiteren sieben Minuten nicht ausgeschöpft war, machte sich Hertha-Trainer Pal Dardai auf dem Weg in die Kurve und versuchte die Fans dazu zu bewegen, das Werfen einzustellen. Doch auch die Intervention des 47-Jährigen brachte nichts, nachdem zuvor schon der Stadionsprecher mit entsprechenden Aufrufen gescheitert war. Es flogen weitere Tennisbälle. Schlager schickte die Mannschaften daraufhin in die Kabinen. Erst nach zehn Minuten kamen die Akteure zurück auf den Platz und machten sich nochmals warm. Nun schien ein Weiterspielen möglich. Die Uhr wurde anschließend auf 52:30 zurückgesetzt, ehe der Ball wieder rollte. Weitere Tennisbälle flogen anschließend nicht, sodass die Partie regulär zu Ende gebracht wurde.

Schlager: Nicht weit von Abbruch entfernt

"Wenn wir in die Katakomben gehen, dann ist das wirklich das letzte Mittel", sagte Schlager laut dem "Kicker" nach der Partie. "Da wusste dann auch jeder, glaube ich, welche Konsequenz folgen könnte." Denn wären nach Wiederbeginn noch weitere Bälle auf den Rasen geworfen worden, wäre die Partie wohl abgebrochen worden. "Das ist hypothetisch, aber wir waren auf jeden Fall nicht weit davon entfernt", erklärte Schlager. "Wir können ja nicht stundenlang warten, bis die Fans damit aufhören. Dann wäre es schon irgendwann die letzte Konsequenz gewesen. Theoretisch möglich gewesen war es heute definitiv."

Auch Dardai befürchtete zwischenzeitlich einen Abbruch. "Aber dann habe ich mit den Fans gesprochen und sie haben mir gesagt, dass sie es auch nicht wollen“, sagte der Hertha-Trainer im Anschluss an die Partie bei "Sky". "Sie haben Wort gehalten. Ende gut, alles gut. Aber die Pause war einen Tick zu lang."

"Das ging mir deutlich zu lange"

Eine ähnliche Auffassung vertrat Hertha-Geschäftsführer Thomas Herrich: "Ich habe totales Verständnis für die Kritik. Es ist völlig legitim, Aktionen zu machen und Kritik zu äußern. Die Art und Weise ist das andere. Das ging mir deutlich zu lange“, sagte der 59-Jährige. "Das hat den Spielfluss gestört." Herrich befürchtet nun eine "empfindliche Strafe" seitens des DFB. Auch der Hamburger SV muss mit einer Geldstrafe rechnen, nachdem Teile der mitgereisten Fans bereits in der ersten Halbzeit Gegenstände wie Tennisbälle und Filzkugeln auf den Platz geworfen hatten. Allerdings nicht in der Intensität wie die Hertha-Anhänger im zweiten Durchgang. Nach nur zwei Minuten konnte wieder gespielt werden.

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