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Wieder die letzten Minuten: Harter Rückschlag für den HSV

© imago images / Jan Huebner

"In letzter Minute" – diese Wortkombination werden HSV-Fans nach dieser Saison wohl verfluchen. Denn die letzten Minuten sind seit dem Re-Start nicht gerade gut zum HSV gewesen. Zum wiederholten Male verlor der HSV wichtige Punkte in der Schlussphase – und gerade das Ergebnis gegen Heidenheim könnte die Hamburger am Ende teuer zu stehen kommen.

Kerschbaumer erwischt den HSV in der Nachspielzeit eiskalt

"Wir hätten längst durch sein müssen" – die Worte, die Dieter Hecking nach dem Spiel gegenüber "Sky" wählte, passten sowohl zum Spiel gegen den 1. FC Heidenheim als auch zum Saisonendspurt insgesamt. Doch wie schon gegen Fürth, Kiel und Stuttgart waren es die letzten Minuten, die dem HSV einen Strich durch die Rechnung machten und ihm im Kampf um den Aufstieg einen – wie könnte es anders sein – späten, aber heftigen Rückschlag versetzten.

In der 46. Minute der Partie war der HSV durch Pohjanpolo in Führung gegangen und hatte das Spiel danach über weite Strecken unter Kontrolle. Wäre die Partie 1:0 oder höher für den HSV geendet, wäre die Relegation sicher und sogar noch der direkte Aufstieg möglich gewesen. Aber es kam anders.

Erst traf Schimmer in der 56. Minute zum vermeintlichen Ausgleich, doch der Treffer wurde aufgrund eines Handspiels per VAR zurückgenommen. Beyers Eigentor nach einer scharfen Schnatterer-Hereingabe in der 80. Minute hingegen zählte – genauso wie der Treffer, den der eingewechselte Kerschbaumer in der fünften Minute der Nachspielzeit erzielen sollte.

HSV braucht Schützenhilfe

Durch den Last-Minute-Treffer gewann Heidenheim nicht nur das Spiel, sondern verdrängte Hamburg auch noch auf den vierten Platz. Kein Wunder, dass Trainer Dieter Hecking nach der Partie frustriert war: "Wir müssen zum wiederholten Male einen Gegentreffer in der Nachspielzeit beklagen, deshalb ist es natürlich ein sehr bitterer Nachmittag für uns, zumal wir über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft waren", so der Trainer: "Mit dem Ausgleich hat Heidenheim nochmal die zweite Luft bekommen, aber wie wir in der Nachspielzeit das Tor kassieren, das hat nichts mit Glück oder Pech zu tun, sondern das ist einfach schlecht verteidigt."

Den Schuh müsse man sich selbst anziehen, so der Trainer. Angreifer Pohjanpolo bezeichnete das Ergebnis als "großen Schock": "Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen. Nach dem 1:0 haben wir aber leider etwas den Mut verloren. Spätestens nach dem 1:1 hätten wir das Ergebnis halten sollen. Das, was in der letzten Minute passiert ist, kann ich nicht erklären."

Klar ist jedenfalls: Bei einem Punkt mehr muss der FCH seine letzte Partie der Saison nur noch gewinnen, um sich die Relegation zu sichern. Hamburg hingegen ist darauf angewiesen, dass dem Tabellendritten eben das nicht gelingt: "Wir müssen trotzdem den Kopf wieder hochnehmen und schauen, dass wir die kleine Chance auf die Relegation am letzten Spieltag noch nutzen können, auch wenn wir jetzt auf Schützenhilfe angewiesen sind", so Hecking. Das Spiel gegen den SV Sandhausen muss gewonnen werden, um nochmal oben reinzurücken. Gleichzeitig darf Heidenheim nicht gewinnen. Ein Hoffnungsschimmer für den HSV: Die letzte Partie des FCH findet bei den Vereinsfreunden von Arminia Bielefeld statt. Und dass die durchaus Spiele gewinnen können, hat der aktuelle Zweitligameister mehrfach unter Beweis gestellt.