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Wiesbadener Talfahrt hält an: "Dürfen nicht den Kopf verlieren"

Sieben Pflichtspiele, ein magerer Punkt und die schlechteste Defensive der Liga: Auch bei der 2:5-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld offenbarte Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden eklatante Schwächen im Abwehrverbund und wartet – trotz guter erster Halbzeit – weiter auf den ersten Saisonsieg. Es stell sich die Frage: Wann platzt der Knoten bei den Hessen endlich?

Wiesbadener Abwehrverhalten "absolut nicht machbar"

Eigentlich wollten Cheftrainer Rüdiger Rehm und seine Aufsteigertruppe vom SV Wehen Wiesbaden gegen Arminia Bielefeld endlich den Bock umstoßen und den ersten Dreier der Saison 2019/20 einfahren. Am Ende intensiver 90 Minuten stand die hessische Heimelf aber am Samstag erneut mit leeren Händen da und muss sich nach erneut fünf Gegentoren vor allem im Defensivverbund kritisch hinterfragen. "Wenn wir unser Zweikampfverhalten nicht verbessern, haben wir in dieser Liga keine Chance", musste auch Rehm nach dem 2:5 gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber gegenüber dem "kicker" einräumen und legte den Finger in die Wunde: "Es ist absolut nicht machbar, in der Defensive so zu agieren wie wir es getan haben."

Kapitale Böcke und mangelhafte Chancenauswertung

In der Tat hatte sein Team offensiv – gerade in Durchgang eins – eine mehr als ordentliche Partie gemacht, war sogar früh durch Topscorer Manuel Schäffler in Führung gegangen (4.). Doch wie so oft schon in dieser Spielzeit brachten teils haarsträubende individuelle Fehler den SVWW wieder um den Lohn. So sah beispielsweise Schlussmann Watkowiak beim Ausgleich durch Bielefelds Soukou alles andere als glücklich aus (20.). Vorwürfe machen konnte man den Wiesbadenern nach dem Ausgleich jedoch nicht, einzig an der Chancenverwertung mangelte es den Hausherren, etwa als Kyereh (26.) als auch Aigner gleich mehrfach (34./40./42.) frei vor Ortega scheiterten. Bielefeld hingegen spielte cleverer auf und nutzte die Fehler in der Wiesbadener Defensive eiskalt aus, so auch beim 2:1-Führungstreffer durch Klos (35.) und insbesondere beim 3:1 durch Edmundsson, in dessen Vorfeld Wiesbadens Dittgen eine äußerst unglückliche Figur abgab (43.)

Rehm: "Müssen mental stärker werden"

Und auch zu Beginn des zweiten Durchgangs brachen sich die Hausherren durch fahrige Schnitzer in der Abwehr wieder selbst das Genick: Bielefelds Voglsammer flankte per Freistoß auf Hartel, Mrowca und Watkowiak waren sich nicht einig, sodass der Arminia-Angreifer wenig Mühe hatte, auf 4:1 für die Ostwestfalen zu stellen (52.). Wiesbaden stemmte sich zwar gegen die Niederlage und kam erneut durch Schäffler nach Aigner-Ecke zum 2:4-Anschluss (57.). Doch spätestens als Doppelpacker Klos erneut den alten Drei-Tore-Vorsprung aus Sicht der Arminia herstellte, war bei den Hausherren der Stecker gezogen (72.). "Wir müssen mental stärker werden, dürfen uns von Rückschlägen nicht umwerfen lassen und nicht den Kopf verlieren", forderte Rehm im Nachgang der Partie daher von seinen Jungs ein.

Besonders bitter: In der 76. Minute foulte Wiesbadens Röcker als letzter Mann Bielefelds Klos, sah folgerichtig Rot, verletzte sich zu allem Übel bei der Aktion auch noch schwer und musste mit der Trage vom Platz getragen werden. Den fälligen Strafstoß durch Voglsammer konnte der ansonsten fehleranfällige Watkowiak immerhin parieren (79.), an der 2:5-Niederlage änderte dies aber nichts mehr. Der SV Wehen Wiesbaden wartet somit weiterhin als Tabellenschlusslicht auf den ersten Saisonsieg. Vielleicht platzt ja am kommenden Freitag endlich der lang ersehnte Knoten, wenn – erneut vor heimischen Publikum – das Duell der Aufsteiger mit dem deutlich besser in die Saison gestarteten VfL Osnabrück ansteht (Anstoß 18.30 Uhr).