Zwischenfazit Leipzig: Auf dem Weg zum nächsten Aufstieg?
Nach neun Spieltagen steht RB Leipzig mit 16 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. Während der Aufsteiger zu Hause eine Macht ist, warten die Sachsen seit mittlerweilen über zwei Monaten auf einen Auswärtssieg. Auch die anfangs stabile Abwehr zeigte sich zuletzt nicht mehr so sattelfest wie noch zu Saisonbeginn. liga2-online.de bewertet im Folgenden die bisherigen Leistungen der Leipziger.
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Das lief bisher gut
Mitverantwortlich für den guten Saisonstart ist die stabile Defensive der Sachsen, die erst sieben Gegentore hinnehmen musste. Zu Saisonbeginn blieb der Aufsteiger ganze 408 Minuten ohne Gegentreffer. Seitdem konnte Torhüter Bellot jedoch in keinem Spiel mehr seine weiße Weste wahren, musste jedoch nur beim Gastspiel in Düsseldorf mehr als einmal hinter sich greifen. Darüber hinaus ist das Leipziger Spielsystem auch eine Spielklasse höher ein Erfolgsgarant. Wie bereits in der vergangenen Drittligasaison ziehen die Leipziger ihre laufintensive und auf Pressing ausgerichtete Spielphilosophie durch. So gab es bisher keine Begegnung, in der die Rasenballsportler nicht mindestens auf Augenhöhe mit der gegnerischen Mannschaft agierten. Hierbei zehren die Leipziger auch von ihren Automatismen, da es mit Khedira und Compper nur zwei Neuzugänge in die Startelf des Aufsteigers geschafft haben.
Das lief bisher nicht so gut
Wie die Siege gegen 1860 München, Eintracht Braunschweig und den Karlsruher SC zeigten, verstehen es die Rasenballsportler gegen offensiv ausgerichtete und mitspielende Gegner, die sich bietenden Räume zu nutzen. Tiefstehende und destruktiv auftretenden Mannschaften bereiten dem Aufsteiger jedoch große Probleme. Sowohl beim FSV Frankfurt als auch im Gastspiel bei Union Berlin, wussten die Roten Bullen kaum etwas Gewinnbringendes mit ihrem Ballbesitz anzufangen. Es wird sich zeigen inwieweit die Mannschaft diesbezüglich Lösungsansätze findet. Zudem passen Aufwand und Ertrag bei den Messestädtern oftmals nicht zusammen. Beispielsweise brachten die Leipziger im letzten Spiel gegen Heidenheim den Ball trotz 23 Torchancen nur einmal über die Linie – per direkten Freistoß wohlgemerkt. Darüber hinaus entpuppt sich die fehlende Torgefahr nach Ecken als täglich grüßendes Murmeltier.
Gewinner: Yussuf Poulsen
Leipzigs Sturmjuwel ist so etwas wie der Senkrechtstarter der bisherigen Saison. Erzielte der Angreifer in der vergangenen Drittligaspielzeit insgesamt 10 Tore, so schoss der 20-jährige in seinen bisherigen sieben Zweitligaeinsätzen sechs Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Auch jenseits der Leistungsdaten weiß der umtriebige Stürmer durch verbesserte Ballsicherheit und körperliche Robustheit zu überzeugen. Die Belohnung folgte auf dem Fuße als Poulsen unter der Woche für die dänische A-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation zum Einsatz kam.
Verlierer: Daniel Frahn
Der Kapitän von RB Leipzig durchlebt gerade seine bisher schwerste Zeit bei den Sachsen. Während der Stürmer die ersten sechs Ligaspiele in der Startelf stand, fand sich Frahn in den letzten beiden Partien auf der Bank wieder. Insgesamt kam der Publikumsliebling nur in vier der letzten 180 Spielminuten zum Einsatz und verlor seinen Stammplatz an Matthias Morys. Es scheint als komme Frahn, der schon in der Regionalliga für die Rasenballsportler auf Torejagd ging, in der 2. Bundesliga an seine Grenzen. Trotz vorbildlicher Defensivarbeit, wirkt der Angreifer teilweise wie ein Fremdkörper im Spiel und beteiligt sich nur spärlich am Kombinationsspiel der Sachsen. Mit dem wiedergenesenen Terrence Boyd hat der Stürmer nun einen zusätzlichen namhaften Konkurrenten bekommen.
Fazit und Prognose
Mit den ersten drei Monaten als Zweitligist kann der finanziell potente Aufsteiger sehr zufrieden sein. Neben einer guten Tabellenplatzierung wurde der Saisonstart durch das Ausschalten von Erstligist Paderborn im DFB-Pokal vergoldet. Wohin der Weg für RB Leipzig diese Saison geht, werden die Spiele bis zur nächsten Länderspielpause endgültig zeigen. Mit dem 1. FC Nürnberg, VfL Bochum, 1. FC Kaiserslautern und SV Darmstadt 98, wartet beileibe kein Fallobst auf die Messestädter. Haben die Sachsen auch nach diesen Partien noch Kontakt zu den Aufstiegsplätzen, dürfte sich daran bis zum Frühsommer 2015 wenig ändern. Um den hohen Ansprüchen zu genügen, soll und wird der Kader in der Winterpause weiter verstärkt werden. Ganz oben auf der Wunschliste von Ralf Rangnick steht der bereits von RB Leipzig verpflichtete, aber derzeit an RB Salzburg ausgeliehene Massimo Bruno. Es ist durchaus möglich, dass die Roten Bullen nach der dritten auch die zweite Liga im Schnelldurchlauf nach oben wieder verlassen.
FOTO: GEPA Pictures