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Die Qual der Wahl: RB Leipzig hat im Sturm mächtig zugelegt

© GEPA

Der Sturm war in der abgelaufenen Saison das große Sorgenkind bei RB Leipzig. Yussuf Poulsen war hier oft auf sich allein gestellt und hatte bisweilen mit den für junge Spieler normalen Leistungsschwankungen zu kämpfen. Wenn er nicht funktionierte, dann hakte das gesamte Offensivspiel. Kapitän Daniel Frahn kam nach dem Aufstieg nie richtig in Fahrt, zudem wurde ihm früh das Vertrauen von Vereinsseite entzogen. Königstransfer Terrence Boyd musste den Dienst für das Spieljahr verletzungsbedingt früh quittieren. Wintereinkauf Omar Damari floppte total.

Kein Wunder also, dass genau an dieser Stelle im Sommer der Hebel angesetzt wurde. Mit Davie Selke kam ein Riesentalent von Werder Bremen, beim Partnerverein RB Salzburg bediente man sich mit Marcel Sabitzer und Nils Quaschner. Dieses Trio kämpft nun mit Poulsen um Plätze in Ralf Rangnicks Ensemble. Doch wer hat dabei welche Chancen?

Yussuf Poulsen:

Der dänische U21-Spieler ist trotz seiner Unbeständigkeit schon jetzt einer der besten Spieler der 2. Bundesliga. Durch seine Beweglichkeit und Laufstärke kann er von den gegnerischen Verteidigern nur schwer ausgerechnet werden. Da er auch häufig auf den Flügel ausweicht ist das Team durch seine Präsenz taktisch flexibel und kann situationsbedingt rochieren. Dem Trainer eröffnet dies die Möglichkeit, ohne einen Wechsel vornehmen zu müssen im Spiel zwischen 2 oder 3 Systemen umstellen zu können. Poulsen wird gesetzt sein. Gelingt es ihm, seinen oft übertriebenen Diskussionsbedarf mit den Unparteiischen abzustellen, dann ist er sogar ein Kandidat für den Titel des Torschützenkönigs.

Davie Selke:

Wenngleich er ein anderer Spielertyp ist kann man über Davie Selke Ähnliches sagen. Der gelernte Mittelstürmer ist ebenfalls in der Lage, je nach Spielsituation eine Position auf der Außenbahn oder als hängende Spitze einzunehmen. Dies wird aber wohl nur in Ausnahmefällen so passieren, Trainer Rangnick hat immer wieder deutlich gemacht, in ihm den Prototyp des Mittelstürmers zu sehen. Bereits in Liga Eins hat sich Selke als zuverlässiger Torschütze erwiesen. Es ist davon auszugehen, dass er eine Etage tiefer nicht weniger erfolgreich sein wird. Ebenso wie sein designierter Sturmpartner dürfte auch er zu Beginn gesetzt und ein zweiter Kandidat als bester Knipser sein.

Marcel Sabitzer:

In Salzburg konnte der Österreicher in der Vorsaison mächtig auf sich aufmerksam machen. Wettbewerbsübergreifend steuerte er fast 50 Scorerpunkte bei und war neben Jonathan Soriano der Garant für die starke Offensivabteilung der Mozartstädter. In Leipzig trifft er nun auf harte Konkurrenz und es wird kein leichter Weg in die erste Elf. Sollte die Mannschaft vom Cottaweg mit einem 4-3-3-System agieren, so ist Sabitzer neben Poulsen und Selke gewiss erste Wahl. Entscheidet sich der Trainer aber für ein 4-4-2, dann wird es eng.

Nils Quaschner:

Der Nachwuchsmann sollte bereits im Winter kommen. Der Transfer scheiterte damals als FIFA-Regularien. Jetzt ist er da und in der Vorbereitung hat Quaschner auch einen durchaus soliden Eindruck hinterlassen. Aufgrund der hochkarätigen anderen Stürmer im Kader dürfte er dennoch zunächst kein Kandidat für die Stammelf sein. Insgesamt wird er es schwer haben, auf seine Einsätze zu kommen und teilweise seine Spielpraxis gar in der 2. Mannschaft suchen müssen.