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MSV Duisburg: Vertrauen zahlt sich aus

Ein Blick in die jüngere Historie der 2. Bundesliga genügt, um die Schnelllebigkeit des Fußball-Geschäfts in wenigen Worten zusammenzufassen: Während Dynamo Dresden vor zwei Jahren noch um die Drittligameisterschaft spielte, steckte der MSV Duisburg mit nur 11 Punkten aus 17 Spielen nahezu aussichtslos im Tabellenkeller fest. Zum Rückrundenauftakt der aktuellen Spielzeit stehen sich jedoch beide Mannschaften wieder auf Augenhöhe gegenüber – und wollen den Abstand zu den kritischen Plätzen wahren.

Konstanz und Seriosität

Drei Tore hat Dynamo Dresden in dieser Saison mehr geschossen, als der MSV Duisburg und steht deshalb gleich zwei Plätze weiter oben in der Tabelle. Diese winzigen Unterschiede können in einer ausgeglichenen Spielzeit viel bewirken, denn zwischen Platz fünf und fünfzehn liegen gerade einmal sechs Punkte. Mittendrin stecken die Zebras, deren Ausbeute von 23 Punkten aus der Hinrunde durchaus sehenswert ist. Weniger als die Hälfte dieser Zähler hatten die Meidericher noch vor zwei Jahren, als sie zuletzt das "Abenteuer 2. Liga" bestritten und erst viel zu spät in Fahrt kamen. Seitdem hat der MSV Duisburg vieles richtig gemacht und auf die Faktoren Kontinuität und Seriosität gesetzt. Seit über zwei Jahren ist Trainer Ilia Gruev das Gesicht des Vereins, selten war ein Trainer länger bei den Zebras im Amt. Zusammen mit Sportdirektor Ivica Grlic ist es dem Deutsch-Bulgaren zu verdanken, dass der MSV Duisburg nach turbulenten Jahren wieder in ruhigeren Gewässern fischen kann. Beispielsweise haben die Macher der Zebras nach zwei durchwachsenen Jahren erneut auf Stanislav Iljutcenko gesetzt. Obwohl der 27-jährige Stürmer in 79 Spielen für die Blau-Weißen nicht immer erste Wahl war, gehört er trotzdem zum konstanten Kern der Mannschaft und bezahlte das Vertrauen zuletzt mit wichtigen Einsätzen gegen Greuther Fürth und den FC St. Pauli zurück – ein Tor und eine Vorlage von Iljutcenko bescherten dem MSV immerhin vier Punkte aus diesen Matches.

Chance im Sturmzentrum

Zum Rückrundenaufakt gegen Dynamo Dresden wird Stanislav Iljutcenko einmal mehr im Fokus stehen, denn nach dem Ausfall von Borys Tachshy ist der Deutsch-Russe Duisburgs gefährlichster Mann in der Sturmspitze. Auch Kingsley Onuegbu kann seinen Hut dadurch noch einmal in den Ring schmeißen – der Publikumsliebling ist durch die erfolgreichen Leistungen seiner Kollegen nicht mehr oft gesehen worden, die Sprechchöre wären ihm aber durch einen guten Auftritt dennoch gewiss. Ähnlich verhält es sich mit Simon Brandstetter, der die Saison noch als Partner von Tashchy startete und als Stürmer Nummer Vier mittlerweile Abschiedsgedanken hegt. "Dass er mit seiner Situation unzufrieden ist, kann ich verstehen. Aber vielleicht kommt er gegen Dresden zu einem Einsatz und erzielt ein Tor. So könnte sich seine Situation schnell verbessern", erhofft sich Sportdirektor Ivica Grlic gegenüber "RevierSport" für den bislang glücklosen Brandstetter. Denn dann würde sich wieder einmal die Transferpolitik der letzten Jahre bestätigen und auch Simon Brandstetter könnte beweisen, dass konstantes Vertrauen manchmal mehr wert ist als ein dickes Bankkonto.