Saisonstart in Duisburg: Der MSV ist wieder da

Nach vier Liga-Partien auf Augenhöhe und einem knappen Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg konnte sich der MSV Duisburg erstmals in dieser Saison deutlich gegen einen direkten Konkurrenten durchsetzen. Mit einem 4:0-Erfolg fegten die Zebras regelrecht über Arminia Bielefeld hinweg und befinden sich zum ersten Mal seit über sechs Jahren in der oberen Tabellenhälfte der 2. Bundesliga. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass sich darauf aber niemand ausruhen darf.

Würzburg ging unter

Ausgerechnet die Würzburger Kickers, denen der MSV Duisburg noch vor zwei Jahren in den Relegationsspielen um die 2. Liga unterlag, gelten heute als warnendes Beispiel nach dem Motto "Hochmut kommt vor dem Fall". Der heutige Drittligist startete furios in die letzte Saison, belegte nach den ersten fünf Spielen sogar Platz zwei in der Tabelle. Nach einer sieglosen Rückrunde der Unterfranken bleibt den Zebras die Chance auf eine Revanche verwehrt, denn trotz des angesammelten Punktepolsters ging das Team von Trainer Bernd Hollerbach den Weg zurück in die Dritte Liga. Neu-Duisburger Lukas Fröde wird sich gut an die Situation erinnern, denn der 22-jährige Mittelfeldspieler erlebte den Niedergang der Würzburger gleich 13 Mal hautnah auf dem Platz. Dass er den ersten Zweitliga-Sieg seiner Karriere erst nach einem Wechsel zum MSV Duisburg feiern konnte, hatte sich Fröde vermutlich anders vorgestellt. Umso mehr wird es den Ballgewinner im Mittelfeld der Zebras freuen, dass er seinen zweiten Erfolg beim 4:0-Auswärtssieg in Bielefeld nur drei Wochen nach seinem ersten "Dreier" nachlegen konnte. Der MSV Duisburg ist mit sieben Punkten aus den ersten fünf Spielen stark in die Saison gestartet. Während Fröde in diesen Partien noch einen Scorer-Punkt wartet, haben seine neuen Kollegen erst einmal ihr Revier im Revier markiert. Moritz Stoppelkamp (3 Tore), Borys Tashchy (2 Tore, 2 Vorlagen) und Cauly Oliveira Souza (2 Tore, 1 Vorlage) lassen Sportdirektor Ivica Grlic auf Wolke Sieben schweben. Hinzu kommt noch Neu-Abwehrchef Gerrit Nauber, bei dem der Deutsch-Bosnier ein ebenso feines Näschen auf dem Transfermarkt bewiesen hat, wie bei den Top-Scorern.

MSV wieder attraktiv

Ob der Sportdirektor in den kommenden Tagen noch einmal nachbessert, ist derzeit offen. Laut dem Fußball-Portal "transfermarkt.de" interessiert sich der MSV Duisburg für den Ex-Düsseldorfer Christian Gartner, der den langzeitverletzten Tim Albutat ersetzen könnte. Grundsätzlich würde sich der 23-jährige Österreicher nahtlos in das Beuteschema der Zebras einfügen: jung, hungrig, deutschsprachig. Nachdem die Zebras ihre Drittliga-Meisterschaft noch mit dem ältesten Kader der Liga feierten, haben sich Ivica Grlic und Trainer Ilia Gruev in diesem Sommer deutlich um frischen Wind bemüht. Und der zahlt sich aus. Beim 4:0-Sieg gegen den direkten Abstiegs-Konkurrenten Arminia Bielefeld konnte sich die Duisburger erstmals deutlich in einem Saisonspiel durchsetzen. Dabei profitierten die Zebras auch von einer unzulänglichen Abwehrarbeit der Arminen, die mit einem katastrophalen Rückpass von Florian Dick eingeleitet wurde. Startelf-Debütant Stanislav Iljutcenko spritzte gedankenschnell dazwischen, legte den Ball am gegnerischen Keeper vorbei zu Stoppelkamp, der bereits seinen dritten Treffer für seinen Heimatverein erzielen konnte. Souza drückte dem starken Auftritt seiner Mannschaft mit zwei weiteren Treffer seinen Stempel auf, bewies bei beiden Toren eine gute Antizipation der Spielsituation, sowie ein gutes Dribbling. Bei den platzierten Schüssen spielte das nötige Glück dann auch noch mit, ehe Kingsley Onuegbu den höchsten Auswärtssieg seit sechseinhalb Jahren veredelte. Seinerzeit feierten die Fans der Zebras noch den Doppelpack von Sefa Yilmaz gegen den FSV Frankfurt. Nun meldet sich der MSV Duisburg mit einer ebensolchen Leistung in der 2. Liga zurück – gleichwohl bleibt Würzburg ein warnendes Beispiel dafür, dass die Saison noch lang ist.

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