Zwischenfazit: KSC bestätigt gute Leistungen der letzten Saison
Nach einem starken 5. Platz in der Vorsaison sind die Erwartungen im Umfeld des KSC an diese Saison logischerweise gestiegen. Auch der Verein deutete in der Vorbereitung bereits an, dass man sich nochmals verbessern will, wobei Sportdirektor Jens Todt deutlich machte, dass sich diese Verbesserung nicht unbedingt in einem besseren Tabellenplatz widerspiegeln muss. Nach zwei Siegen und zwei Unentschieden steht man auch nach 4 Spieltagen mit 8 Punkten wieder in der Spitzengruppe der zweiten Liga auf dem vierten Tabellenplatz und kann von einem gelungenen Saisonstart sprechen.
Gute Transferpolitik
Vor der Saison standen beim KSC acht Abgängen auch acht Neuzugänge gegenüber, wobei man den Japaner Hiroki Yamada mit einer Ablösesumme von 400.000 Euro als Königstransfer betiteln kann. Dieser hat allerdings noch Potential nach oben; in den ersten 4 Spielen gelang dem Offensivspieler zumindest noch kein Tor. Die Neuzugänge fügten sich alle gut ein, vor allem eben Yamada und Sascha Traut, welche in jedem Spiel bis dato in der Startformation standen. Dies wird sich in Zukunft allerdings ändern, da sich Sascha Traut im Spiel gegen Heidenheim einen Kreuzbandriss zuzog und mehrere Monate ausfallen wird. Wie die Karlsruher dies kompensieren können bleibt abzuwarten, jedoch wurde man nicht nochmal auf dem Transfermarkt aktiv, was zeigt, dass man der Qualität des aktuellen Kaders vertraut. Zudem gelang es der sportlichen Leitung das Grundgerüst des Kaders der erfolgreichen letzten Saison um Kapitän Dirk Orlishausen oder Abwehrchef Jan Mauersberger beizubehalten. Man musste also nicht zu viele neue Spieler integrieren, was zu diesem Zeitpunkt noch ein Vorteil gegenüber manch anderen Mannschaften ist, welche mit einem rundum erneuerten Team in die Saison gegangen sind und sich noch nicht ganz gefunden haben.
Spielerische Dominanz beibehalten
Ihr bestes Spiel lieferte die Mannschaft in Düsseldorf ab. Hier spielte man gegen einen Gegner, der vor der Saison von vielen als Aufstiegsaspirant gehandelt wurde, einen sehr starken Tempofußball und gewann auch aufgrund des guten Zusammenspiels der gesamten Mannschaft völlig verdient. Auch im Pokal steht man in der zweiten Runde, wo man sich gegen Neubrandenburg zunächst zwar schwer tat, letztendlich aber doch zu einem 3:1 Erfolg kam Der KSC zeigte aber auch, dass sie in engen Spielen mit Kampf zum Sieg kommen können. Beim 3:2 Auswärtserfolg in Frankfurt verteidigte man eine Halbzeit lang einen Ein-Tor-Vorsprung. Gerade in solchen Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner sind Tugenden wie Kampf und Einsatz unersetzlich. Die Tatsache, dass der KSC auch dies beherrscht zeigt, dass man für zukünftige Aufgaben jeglicher Art gerüstet ist. Neben all den Stärken muss man aber auch anmerken, dass für die Karlsruher in der Liga mehr drin gewesen wäre. In den Heimspielen gegen Berlin und Heidenheim ließ man unnötigerweise Punkte liegen. Der spielerischen Dominanz steht derzeit noch ein Defizit in der Chancenverwertung gegenüber. Bei einer besseren Ausbeute der Tormöglichkeiten hätte man in den beiden Heimspielen ohne Probleme auch als Sieger vom Platz gehen können.
Spielt der KSC im Verlauf der Saison so weiter und arbeitet man an der ein oder anderen Schwachstelle kann es auch wieder eine sehr erfolgreiche Saison für die Karlsruher werden und man sich dauerhaft in der Spitzengruppe der Liga etablieren. Am Ende vielleicht sogar mit einem noch besseren Platz als in der Vorsaison. Das Potential ist auf jeden Fall vorhanden.
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