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"2. Liga war nicht mein Ziel": Weiser will in Bremen wieder angreifen

© IMAGO / Nordphoto

Mitchell Weiser will Fußball spielen. Dabei hatte der frühere U21-Nationalspieler nicht unbedingt die 2. Bundesliga im Visier. Doch nun wird er die rechte Außenbahn des SV Werder Bremen im weiteren Saisonverlauf bespielen. Die Entscheidung zugunsten der Grün-Weißen fiel kurzfristig, wie Weiser jetzt verriet – und hängt auch damit zusammen, dass ihn "sonst keiner" wollte.

"Mit Wechsel schon abgeschlossen"

Einige Wechsel hat der 27-Jährige in seiner Karriere bereits hinter sich. Aus der U19-Mannschaft des 1. FC Köln ging es vor neun Jahren zum FC Bayern München, wo er sich auch nach einem Leihgeschäft nach Kaiserlautern nicht durchsetzen konnte. Aber Weiser empfahl sich damals für ein Engagement bei Hertha BSC, wo er kurzzeitig in den Fokus der Nationalmannschaft rückte. Ein 12-Millionen-Euro-Wechsel zu Bayer Leverkusen erwies sich im Nachhinein als große Schwierigkeit, denn Weisers Spielzeiten nahmen rasant ab. Auch in dieser Saison drohte ein Platz auf der Bank – oder gar der Tribüne.

Allerdings ließ sich der Außenbahnspieler dann am Deadline-Day kurzfristig doch noch verleihen. "Es wollte mich keiner, es gab keine anderen Angebote. Mit einem Wechsel hatte ich schon abgeschlossen und Bremen kam dann aus dem Nichts", berichtet Weiser im Gespräch mit "transfermarkt.de" über die Erfahrungen auf dem diesjährigen Markt. Zum Schluss wurde es dann doch noch sehr hektisch: "Nach dem Training in Leverkusen hatte ich Gespräche und habe mich kurzfristig entschieden. Das war noch gar nicht realisiert, da stand ich schon mit dem Team auf dem Platz." Denn Weiser unterschrieb bereits in Leverkusen den passenden Vertrag für Bremen, um keine Wechselfristen zu verpassen – und fuhr dann erst zu seinem neuen Klub.

Gehaltsverzicht in Bremen

Dort wird Weiser jetzt ein Jahr lang im Unterhaus auf dem Platz stehen. "Die 2. Liga war nicht mein Ziel, aber Bremen ist für mich kein Zweitligist", erklärt der 27-Jährige zuversichtlich. Allerdings muss sich der Außenbahnspieler erst einmal durchsetzen, denn die Garantie für einen Stammplatz gibt es nicht. "Ich muss mich reinarbeiten", kündigt Weiser selbst an – und sieht unter SVW-Trainer Markus Anfang gute Voraussetzungen: "Er will Fußball spielen, sein System macht sehr viel Spaß. Man hat viel den Ball, das kommt mir entgegen."

Für den Transfer nach Bremen verzichtet Weiser zudem auf Gehalt. Laut SVW-Sportchef Frank Baumann bezieht der Leverkusener "ein normales Zweitliga-Gehalt", sodass der Rest – im Raum steht ein Gehalt von drei Millionen Euro pro Jahr bei Bayer – eine "Sache zwischen Leverkusen und dem Spieler" sei. Umstände, die Weiser insgesamt für die Spielpraxis annimmt. Und leichter fällt ihm der Einstieg möglicherweise durch alte Weggefährte, die er in Bremen wiedertrifft. Mit Leonardo Bittencourt ist Weiser seit Kölner Zeiten privat befreundet und Marco Friedl kennt er aus München. Auch Marvin Ducksch ist ihm bei der U17-Weltmeisterschaft in Mexiko vor zehn Jahren begegnet. Damals wurde Deutschland Dritter: "Marvin war damals sehr frech, heute bisschen weniger, ist aber immer sehr gut drauf. Ich habe mich sehr gefreut, ihn hier wiederzusehen."