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50+1-Regel: Hannover 96 e.V. und Martin Kind legen Streit bei

Heftige interne Meinungsverschiedenheiten gehören bei Hannover 96 seit Jahren zum Tagesgeschäft. In einem zentralen Punkt konnte nun jedoch eine Einigung erzielt werden: Hinsichtlich der 50+1-Regelung sind der eingetragene Verein sowie die Profifußball-Gesellschaft der Niedersachsen zu einem Kompromiss gekommen.

50+1-Regel spaltete den Verein

Erst im Juli zog Martin Kind seinen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung von der in Deutschland gültigen 50+1-Regelung endgültig zurück. Zuvor hatte der langjährige Präsident der "Roten" auf eine Übernahme der Mehrheitsanteile bei Hannover 96 gedrängt, ein erbitterter Streit zwischen Befürwortern und Gegnern des Unternehmers brach aus. Seit klar ist, dass 50+1 auch in Hannover Bestand haben wird, arbeitete man in der Landeshauptstadt an einer Verständigung auf die weitere Vorgehensweise.

Offenbar mit Erfolg. Zwar soll die Regelung den eingetragenen Vereinen eigentlich den Großteil des Einflusses auf das Tagesgeschäft der in Kapitalgesellschaften ausgegliederten Profimannschaften garantieren – in Hannover scheint unabhängig davon jedoch eine spezielle Lösung gefunden worden zu sein. Eines "dpa"-Berichts zufolge gewährleistet der "Hannover-96-Vertrag" beiden Seiten ein gleichwertiges Mitspracherecht bei der Besetzung der Profi-Geschäftsführung. Laut "Bild" und "Sportbuzzer" segnete die Deutsche Fußball Liga (DFL) die entsprechende Einigung bereits ab.

Gesellschafter-Spende entscheidend?

Hintergrund des Abkommens sollen nicht zuletzt die Finanznöte des Muttervereins gewesen sein, welche die Gesellschafter der Profiabteilung mit einer Spende über sechs Millionen Euro zuvor beseitigten. Seit der Mitgliederversammlung im März dieses Jahres wird der eingetragene Verein von Kind-Gegnern geführt. Die Übernahme-Pläne des 75-Jährigen gestalteten sich dadurch fast aussichtslos. Die nun getroffene Übereinkunft soll gemäß einer Vereinsmitteilung die "erfolgreiche Entwicklung des Amateur- und Leistungssports bei Hannover 96 fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Profifußballs auch für die Zukunft sichern."