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7.000 zusätzliche Plätze: Kiel baut provisorische Tribüne

Holstein Kiel ist der Lösung seines Tribünen-Problems einen großen Schritt näher gekommen. Für die angestrebte Erweiterung seines Stadions plant der Verein in zwei Schritten die Errichtung einer provisorischen Stahlgerüst-Konstruktion für insgesamt 7.000 Zuschauer. Die Kosten für das Projekt sind mit rund vier Millionen Euro veranschlagt.

Baubeginn schon in der kommenden Woche

Die anfallenden Bauarbeiten sollen laut eines Berichts der "Kieler Nachrichten" schon in der kommenden Woche beginnen. Bei entsprechender Wetterlage ist dabei vorgesehen, die benötigten Betonsockel zu gießen. Im Idealfall können bereits zum DFB-Pokal-Achtelfinale der Störche gegen Bundesligist FC Augsburg 3.000 zusätzliche Plätze angeboten werden. Der vollständige Ausbau der neuen Tribüne wird den Plänen zufolge bis zum Saisonende abgeschlossen sein.

"Ich bin froh, dass wir so die Chance bekommen, die Auflagen der Deutschen Fußball Liga zu erfüllen", sagte Holstein-Präsident Steffen Schneekloth den "KN". Wie Geschäftsführer Wolfgang Schwenke verdeutlichte, trägt Holstein sämtliche Kosten alleine.

Lange Debatte über DFL-Auflagen

Tatsächlich hat die für den Profifußball zu geringe Größe des altehrwürdigen Holstein-Stadions den Norddeutschen seit Monaten viel Kopfzerbrechen bereitet. Als Kiel in der vergangenen Saison überraschend die Aufstiegsrelegationsspiele zur Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg erreicht hatte, sorgten ursprüngliche Forderungen der DFL nach einer schnellen Lösung für eine Erweiterung der Arena von 10.000 auf mindestens 15.000 Plätze bundesweit zum Teil auch für Unverständnis und lösten beim Verein selbst hektische Betriebsamkeit aus. Letztlich ruderte die DFL immerhin etwas zurück und stellte Kiel grundsätzlich eine – am Ende nicht benötigte – Ausnahmegenehmigung für den Fall des Sprungs ins Oberhaus in Aussicht.

Ein Ergebnis der damaligen Debatten blieb die Notwendigkeit zumindest einer Erweiterung. Der zunächst vom Klub, der Stadt und dem Land Schleswig-Holstein ins Auge gefasste Neubau der Osttribüne für insgesamt rund zwölf Millionen Euro zerschlug sich allerdings trotz zwei europaweiten Ausschreibungen des Projekts, weil kein Bauunternehmer Interesse zeigte.

Lösung verschafft Zeit

Nunmehr schlägt Holstein durch die bis zu vier Jahre nutzbare Variante mit der Stahlkonstruktion – vorbehaltlich aller benötigten Genehmigungen – zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits wird Kiel den DFL-Anforderungen zumindest mittelfristig in jedem Fall gerecht, und andererseits gewinnen alle Beteiligten reichlich Zeit zur Erarbeitung einer dauerhaften Lösung der Kapazitäten-Frage. Das nun gewählte Modell, sagte denn auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, "gibt uns Zeit, die langfristige bauliche und finanzielle Lösung für den Komplettumbau zu finden."