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96 hadert mit Elfmeter-Szene: "Verstehe die Welt nicht mehr"

© imago images / foto2press

Hannover 96 lag in einer Partie gegen St. Pauli früh mit zwei Toren zurück, kämpfte sich wieder ins Spiel und hätte das Match beinahe noch gedreht. Doch in der entscheidenden Szene blieb den Niedersachsen ein Elfmeter verwehrt, ehe sich die Hannoveraner selbst dezimierten und am Ende noch den vielumjubelten Siegtreffer der Hamburger zuließen.

DFB-Schiedsrichter widerlegen Eindrücke

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht, wenn man so ein Spiel auf diese Art und Weise verliert", gab es für 96-Cheftrainer Kenan Kocak nach Spielende keine zwei Meinungen zu seiner Gefühlswelt, wie es auf der Homepage des Zweitligisten heißt. Die Entscheidung von Schiedsrichter Sören Storks, einen Strafstoß für die Niedersachsen in der 85. Spielminute zu verwehren, zog ein ähnlich klares Urteil des Fußballlehrers nach sich: "Wenn es kein Elfmeter war, verstehe ich die Welt nicht mehr. Solche Fehlentscheidungen dürfen nicht passieren."

In besagter Szene tauchte 96-Stürmer Hendrik Weydandt vor dem gegnerischen Keeper auf, anschließend kam der Angreifer nach einem Kontakt mit Dejan Stojanovic zu Fall. Zunächst ging selbst Weydandt davon aus, dass keine strafbare Handlung vorlag, nachdem sich der Unparteiische gegen einen Elfmeter entschied und ein Eingriff des Videoassistenten ebenfalls ausblieb. "Inzwischen habe ich die Szene mehrfach im Video gesehen", revidierte Weydandt seine Entscheidung und legte sich fest: "Es sieht schon sehr deutlich nach Elfmeter aus. (…) Vielleicht wäre es gut gewesen, sich die Szene im VAR noch einmal anzuschauen."

Am späten Nachmittag meldete sich auch der offizielle Twitter-Account der DFB-Bundesliga-Schiedsrichter zu Wort – allerdings, um den Eindruck zu widerlegen: "Die Kameraeinstellung 'Hintertor hoch (l.)' belegt, dass der St. Pauli-Keeper Stojanovic erst den von Weydandt vorgelegten Ball mit dem Fuß spielt (Impuls auf den Ball und leichte Richtungsänderung), ehe er den Hannover 96-Spieler trifft." Somit wäre die Entscheidung von Schiedsrichter Storks vertretbar. Obwohl Weydandt hinterherschob: "Man kann sich auf jeden Fall nicht beschweren, wenn er gegeben wird."

"Muss man erstmal verarbeiten"

Unstrittig war dagegen der Platzverweis gegen Jaka Bijol, der gelb-verwarnt zu spät gegen Rico Benatelli kam. "Die Elfmetersituation hat der Schiedsrichter so entschieden, genauso, wie die Gelb-Rote-Karte. Das müssen wir so akzeptieren", nahm 96-Kapitän Dominik Kaiser die entscheidenden Szenen des Spiels sportlich. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Roten noch einen 0:2-Rückstand aufgeholt, nur vier Zeigerumdrehungen später netzte St. Pauli zum umjubelten 2:3-Siegtreffer aus Hamburger Sicht ein. Für Kaiser ein dickes Brett: "Das ist Fußball, das muss man erstmal verarbeiten. Aktuell kann ich das noch nicht."

Auch Kenan Kocak bedauerte den späten Gegentreffer. Schon nach zehn Minuten lagen die Hannover in ihrem Heimspiel gegen den Tabellen-Vorletzten mit zwei Toren zurück. Ein Doppelschlag von Genki Haraguchi kurz nach dem Seitenwechsel glich die Partie aber wieder aus, ehe Hannover doch noch den Kürzeren zog. Die Mannschaft tue Kocak "einfach sehr leid", während sich Weydandt über den Rückfall in alte Muster der Niedersachsen ärgerte – unabhängig von den Schiedsrichter-Entscheidungen: "Wir waren drauf und dran, das Spiel zu gewinnen, aber man muss auch sagen, dann passieren uns Fehler, die wir eigentlich abgestellt hatten." Nach vier Liga-Spielen ohne Niederlage verlor Hannover nun erstmals wieder.