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96 hadert mit Strafstoß: "Heute so entschieden und morgen anders"

© imago images / Nordphoto

Der erste Sieg seit 24 Jahren für den VfL Osnabrück bedeutet für Hannover 96 gleichzeitig die erste Niederlage nach diesem langen Zeitraum, doch die Statistik wird den Roten wohl gleichgültig bleiben. Erhitzt wurden die Gemüter bei den Gästen nämlich durch den umstrittenen Elfmeter, den die Hannoveraner akzeptieren mussten – aber nicht gutheißen.

"Wusste gefühlt nicht, wie er entscheidet"

Es lief die 30. Spielminute, als Etienne Amenyido einen Ball zurück auf Sebastian Klaas spielte – dann meldete sich der Videoassistent. In der Folge gab es Elfmeter für die Osnabrücker, weil 96-Verteidiger Marcel Franke per Grätsche aktiv geworden war. "Es wird heute so entschieden und morgen anders. Das müssen wir akzeptieren", kommentierte Cheftrainer Kenan Kocak diplomatisch die entsprechende Entscheidung von Schiedsrichter Arne Aarnink, den Strafstoß gegen die Roten zu geben. Mit weitreichenden Folgen, denn Hannover verlor: "Nach dem 0:1 kam ein Knick in unser Spiel."

Bis dahin hatten die Niedersachsen das Spiel in Osnabrück zu Großteilen unter Kontrolle, aber laut Kocak wollten die Roten an diesem Tag "wahrscheinlich in Schönheit sterben". Die Quittung folgte – und sie stieß sauer auf. "Der Gegenspieler kommt von hinten, ich versuche zum Ball zu gehen. Nach meinem Empfinden habe ich den Ball gespielt", beschrieb Innenverteidiger Franke als vermeintlicher Übeltäter und kritisierte das Eingreifen des VAR, welches sich über mehrere Minuten zog: "Ich habe immer gedacht, dass der Videobeweis eingeschaltet wird, wenn eine klare Fehlentscheidung vorliegt. Der Schiedsrichter musste sich die Szene noch einige Male angucken und wusste gefühlt immer noch nicht, wie er entscheidet."

Kaiser äußert Selbstkritik

Am Ende des Tages habe Franke den Ball nicht gespielt, so die Entscheidung für das strafbare Foul. Auch für 96-Kapitän Dominik Kaiser war die Situation neu: "Natürlich ist die Elfmeter-Situation ungewöhnlich für mich. Erst zeigt er "Ball gespielt" an, dann dauert es gefühlt drei Minuten, bis der Videoschiedsrichter eingreift und es soll eine klare Fehlentscheidung sein." Der Spielführer selbst wollte keine Einschätzung zu der Szene abgeben und hielt den Fokus stattdessen auf Selbstkritik. Schließlich war nach dem Elfmeter noch rund eine Stunde zu spielen: "Trotzdem hatten wir noch genug Zeit, um das Spiel zu drehen – und das haben wir nicht geschafft."