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96-Sportchef Zuber macht gegen "Länderspiel-Gedöns in der Pampa“ mobil

© imago images / Zink

Sportdirektor Gerhard Zuber will bei Hannover 96 gegen die abermalige Abstellung zahlreicher Nationalspieler für die ab kommender Woche anstehenden Länderspiele mobil machen. Der Österreicher stört sich einerseits an der hohen Beanspruchung der 96-Profis sowie das erhöhte Risiko von Corona-Infektionen durch die zusätzlichen Reisen und hofft zumindest in Einzelfällen auf eine Befreiung von der Abstellungspflicht.

"Werden mit Verbänden reden"

"Die Belastung für die Jungs ist natürlich groß“, erklärte Zuber in der Bild-Zeitung mit Blick auf die Berufung von sechs Spielern aus dem Team von Trainer Kenan Kocak und zwei Talenten aus dem Nachwuchsleistungszentrum für ihre jeweiligen Nationalmannschaften den Standpunkt des wie viele andere Klubs betroffenen Vereins: "Wir werden mit den Verbänden reden und hoffen, dass der eine oder andere bleiben darf.“

Kocak waren die schon die Länderspiele im vergangenen Oktober sauer aufgestoßen und hatte die Einsätze in den Nationalmannschaften zum damaligen Zeitpunkt wegen des eng getakteten Terminkalenders als "verantwortungslos“ bezeichnet. Der Coach fügte verärgert hinzu: "Dieses Länderspiel-Gedöns. Wahnsinn. Die Jungs reisen durch die Pampa, die Vereine sind die Leidtragenden.“

Nach dem Ligaspiel am Sonntag gegen Erzgebirge Aue sollen Simon Falette (Guinea), Jaka Bijol (Slowenien), Florent Muslija (Kosovo), die Japaner Genki Haraguchi und Sei Muroya sowie Niklas Hult (Schweden) zu ihren Nationalteams reisen. Auch Hannovers Nachwuchsspieler Marc Lamti (Tunesien) und Ramen Cepele (Albanien) wurden für A-Nationalmannschaften nominiert.

Hoffnung auf Falettes Freistellung

Besonders im Fall von Falette, der mit Guinea in der Afrika-Cup-Qualifikation zweimal gegen den Tschad antreten soll, setzt Zuber wegen einer langwierigen Schienbeinprellung des 28-Jährigen auf Einsicht beim Verband: "Simon spielt die ganze Zeit mit Schmerzen. Er braucht eine Pause.“

Der Konflikt betrifft nicht nur Hannover. Zuletzt hatten auch in der Bundesliga mehrere Topfunktionäre gegen zum Teil sportlich begrenzt wertvolle Länderspiele gewettert. Die Verbände argumentieren, die jeweiligen Einnahmen nicht zuletzt wegen der Folgen der Corona-Pandemie zu benötigen.