Klassenerhalt? Energie Cottbus braucht ein Wunder
Der FC Energie Cottbus steht wohl bisher vor seiner schwersten Saison in der Vereinsgeschichte: Magere 13 Zähler aus 19 Pflichtspielen lassen die Mannschaft von Trainer Stephan Schmidt zurecht den letzten Tabellenplatz belegen. Ganze drei Siege konnte der Verein feiern (4:0 gegen Paderborn, 5:1 gegen den VfR Ahlen und 4:2 gegen Arminia Bielefeld). Cottbus spielte viermal Remis und verlor ganze 12 Spiele. Nach dem Erfolg gegen Bielefeld konnten die Lausitzer in zehn Ligaspielen keinen einzigen Sieg mehr verbuchen. Damit ist das die schlechteste Zweitligabilanz der Vereinsgeschichte – und die könnte noch viel schlimmer ausfallen.
Mindestens neun Siege notwendig
In der letzten Saison – Energie kam auf den achten Tabellenplatz – reichten 37 Punkte für den Klassenerhalt. In dieser Saison dürfte es im Abstiegskampf aber noch enger werden und wenn man die nüchternen Zahlen betrachtet, kann der Verein den Klassenerhalt eigentlich nicht mehr schaffen: Legt man alleine die 37 Punkte-Marke von der Saison 2012 / 2013 an, so müssten die Cottbusser mindestens 8 Mal als Sieger vom Platz gehen. Da es aber wahrscheinlicher ist, dass man schon 40 Punkte brauchen wird, um nicht in die Dritte Liga abzusteigen, müssten ganze neun Siege (!) her. Auf Schützenhilfe wird man beim FC auch nicht hoffen können, zumal die Mannschaft ja selber erst mal wieder Punkten muss.
Die Talfahrt unter Stephan Schmidt
Angesichts der Hinrunde ist der Klassenerhalt wohl eher mit einem Wunder zu schaffen und Verstärkungen vor allem im Sturm. Der aktuellen Mannschaft fehlt es einfach an Erfahrung und Rudi Bommer – der bis zum 5. November Trainer war – musste mit einem neu zusammengestellten Team arbeiten. Die neue Mannschaft schlug sich bis zum 10. Spieltag auch nicht schlecht und stand auf Tabellenplatz 10. Dafür, dass am Anfang der Saison wieder ein einstelliger Tabellenplatz als Ziel ausgegeben worden war, stand Bommers Team ganz gut dar. Dann folgte ein Unentschieden und zwei Niederlagen in Folge, was die Entlassung von Bommer zur Folge hatte. Doch der neue Coach Stephan Schmidt konnte die Talfahrt bis heute nicht stoppen: In seinen sechs Spielen als Trainer konnte er keinen einzigen Punkt holen und befindet sich mit dem FC Energie Cottbus im freien Fall zur dritten Liga. Es wäre der erste Abstieg seit 17 Jahren aus dem Profifußball. Damals, 1996 / 1997, brachte Eduard Geier den ehemaligen DDR Club aus der Regionalliga in die zweite Bundesliga. Im Jahr 2000 schaffte Geier sogar den Aufstieg ins Oberhaus – auch schon wieder 14 Jahre her. Von 2004 bis 2006 war man wieder zweitklassig, bevor 2007 bis 2009 wieder Bundeliga im Stadion der Freundschaft zu sehen war. Seit vier Jahren heißt das Zuhause nun wieder zweite Liga. Beim FC Energie müssen die Verantwortlichen wohl selbige aufbringen, um nicht am Ende in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.