Heidenheim: Gegen St. Pauli genügt durchschnittliche Leistung zum Sieg
Nicht schön, aber erfolgreich. Unter diesem Motto verbuchte der 1. FC Heidenheim seinen siebten Saisonsieg. Gegen sichtlich verunsicherte und ideenlose Gäste vom FC St. Pauli, zeigte der FCH eines seiner schwächeren Heimspiele, aber siegte dennoch dank zweier Treffer durch Kapitän Marc Schnatterer mit 2:0 (1:0). Pauli bleibt nach der zehnten Saisonniederlage weiterhin abgeschlagen das Schlusslicht der Tabelle. Die Heidenheimer festigten ihren Platz im oberen Tabellendrittel und stehen mit 25 Punkten nach 14 Spieltagen auf einem vorher nicht zu erwartenden vierten Tabellenrang.
Pauli enttäuschend, Heidenheim hat alles im Griff
Der Beginn der Hausherren war sehr vielversprechend. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Bielefeld, sahen die Zuschauer von der ersten Minute, dass diese Leistung keinesfalls wiederholt werden sollte. Vom starken Pressing der Heidenheimer schienen die Gäste stark verunsichert und fabrizierten einige Fehlpässe im Aufbauspiel. Da es bereits früh im Spiel zu einigen Verletzungsunterbrechungen kam, kam noch kein richtiger Spielfluss auf und es ging teilweise sehr wild zu auf dem Spielfeld. In dieser musste Christopher Buchtmann verletzt ausgewechselt werden und wurde von Dennis Rosin ersetzt. Nach der ersten Viertelstunde kam dann doch der erste Torschuss zu Stande. Ex-Pauli Stürmer John Verhoek schirmte den Ball gut ab, Denis Thomalla kam mit Tempo und wollte Robin Himmelmann umkurven, dieser blieb aber lange stehen und so scheiterte Thomalla aus spitzem Winkel an Himmelmann. Auch nachdem Tim Skarke exzellent per Hacke für Marcel Titsch-Rivero auflegte, hatte Himmelmann bei dessen Distanzschuss das bessere Ende für sich und parierte den Schuss (17.). Die Belohnung für einen starken Beginn sollte umgehend folgen. Schnatterer spielte zentral vor dem Strafraum einen Doppelpass mit Verhoek. Eingekesselt von vier Gegenspielern, von denen aber keiner wirklich den Zweikampf mit Schnatterer suchte, fackelte dieser nicht lange und traf trocken aus 17 Metern flach ins Eck (20.). „Wir hatten wieder einmal eine starke Anfangsphase“, bestätigte auch FCH-Coach Frank Schmidt. Ähnlich wie vor einer Woche in Bielefeld, kam durch den Treffer ein kleiner Bruch ins Heidenheimer Spiel. Es wurde ein Gang zurückgeschaltet und den Gästen wurde mehr Ballbesitz gewährt. Mit diesem wussten die Gäste aber auch nicht umzugehen, weshalb sich nun das Geschehen ausschließlich zwischen den beiden Strafräumen abspielte. Völlig überraschend wurde es vor der Halbzeit aber nochmals aufregend. Erst scheiterte Schnatterer an Himmelmann (43.), dann zeigten sich sogar die Gäste in der Offensive in Form des eingewechselten Rosins, der ein fulminanten Sololauf starte, vier Gegenspieler stehen ließ und sogar noch zum Abschluss kam, der aber direkt von Mathias Wittek abgeblockt wurde (45.). Doch damit nicht genug. Den Schlusspunkt des ersten Spielabschnitts setzten die Hausherren. Pauli klärte einen Ball nur unzureichend, Skarke suchte direkt den Abschluss, aber schloss zu zentral ab, sodass Himmelmann auch diese Situation entschärfen konnte.
Eine zweite Halbzeit zum Abgewöhnen
Zur Halbzeit ersetzte Norman Theuerkauf Wittek im Abwehrzentrum. Trotz der Umstellung stand die Defensive des FCH sehr sicher und ermöglichte den Gästen keine Chance. Die Verunsicherung des FC St. Pauli war spürbar. Obwohl der FCH einen regelrechten Leistungseinbruch erlitt, konnten die Gäste daraus kein Kapital schlagen. Teils wurde recht gefällig gespielt, aber im vorderen Angriffsdrittel fehlte jede Idee. Auffällig bei den Gästen waren die jungen Rosin und Richard Neudecker. Beide bestachen durch eine starke Ballkontrolle und konnten auch mal einige Gegenspieler stehen lassen, zeigten aber auch im Abschluss, dass dort noch gehörig Luft nach oben ist. Diese Unbekümmertheit aber, wünschte man sich vom gesamten Team des Tabellenschlusslichts. Doch FCH-Keeper Kevin Müller musste einzig bei einem Versuch von Rosin auf der Hut sein und konnte diesen mühelos parieren. Ansonsten brachten die Gäste keinen gefährlichen Schuss aufs Tor zu Stande. Warum der Kultklub die schwächste Offensive der Liga hat, wurde hier eindrucksvoll zur Schau gestellt. Aber auch die Offensivabteilung der Hausherren blieb über die gesamte zweite Halbzeit blass. Immerhin wurde die beste Defensive der Liga ihrem Namen gerecht und hielt das eigene Tor sauber, was gegen einen formstärkeren Gegner deutlich schwerer gewesen wäre. Zehn Minuten vor dem Ende fiel dann die Entscheidung, begünstigt durch die Entscheidung von Schiedsrichter Benjamin Cortus. Sören Gonther hielt den Bruchteil einer Sekunde Verhoek nach einem Freistoß kurz am Trikot fest, sodass dieser zu Fall kam. Cortus zeigte auf den Punkt. Die Fans realisierten die Entscheidung erst spät, da es auch keine großen Proteste der Heidenheimer gab. Eine sehr harte und auch bittere Entscheidung gegen die Gäste. Schnatterer behielt die Nerven und schickte Himmelmann in die falsche Ecke. Mit dem 2:0 war das Spiel entschieden. Bemerkenswert waren die Pauli-Anhänger, die trotz der neuerlichen Enttäuschung, mit Fangesängen ihre Mannschaft nach Abpfiff verabschiedeten. Und auch Schmidt outete sich auf der anschließenden Pressekonferenz als Sympathisant des FC St. Pauli und wünschte sich, dass der Kiezklub „den Bock schnellstmöglich umstoßen kann und die Ergebnisse einfährt, die sie verdient haben“.