Nach überzeugendem Heimauftritt beißt sich Heidenheim oben fest

Wer hätte dies nach dem letzten Spieltag vermutet? Dem FC Union Berlin gelang am Montagabend ein beeindruckender Erfolg über Eintracht Braunschweig und nur wenige Tage später enttäuschten sie bei der Auswärtspartie in Heidenheim auf ganzer Linie. Heidenheim erholte sich von der Niederlage in Hannover und fertigte die Berliner mit 3:0 (1:0) ab. Tim Kleindienst, Marc Schnatterer und Ben Halloran haben sich in die Torschützenliste eintragen. Doch die größte Überraschung gab es bereits vor dem Spiel zu sehen. Nach seiner schlimmen Verletzung in Hannover, als Torhüter Kevin Müller eine riesige Risswunde am Hals davontrug, stand er nur eine Woche später wieder zwischen den Pfosten.

Heidenheims Müller beschäftigungslos

Dem entsprechend groß war der Applaus, als Müller zum Aufwärmen den Rasen betrat. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen sollte: Dort sollte er mehr gefordert werden, als in den folgenden 90 Minuten. Die Gäste aus der Hauptstadt enttäuschten bei ihrem Auftritt im Schwabenland. Dabei sah man in den ersten fünf Minuten eine durchaus selbstbewusste Berliner Mannschaft. Früh wurde gepresst und nahezu jeder Gegenspieler, der im Ballbesitz war, wurde angelaufen. Heidenheim stellte sich aber früh darauf ein und konnte mit einigen präzisen Diagonalpässen die gesamte Mannschaft der Berliner in Verlegenheit bringen. Nach fünf Minuten kam Wittek nach einem kurz ausgeführten Eckball zum Abschluss, aber dieser ging am langen Pfosten vorbei. In der Folge verpassten es aber die Hausherren das Spiel weiterhin breit aufzuziehen. So hatten die kompakt auftretenden Gäste nur wenig Mühe sich den Angriffen der Heidenheimer zu erwehren. Selbst jedoch fehlte es in der Offensive an allen Ecken und Enden. Kristian Pedersen machte dann mit einer schönen Einzelaktion auf sich aufmerksam und kam zum ersten und einzig wirklich ernsthafteren Abschluss. Aus zehn Metern traf er aber nur das Außennetz (15.). „So ein bisschen aus dem Nichts dann das Tor“, beschreibt Frank Schmidt den ersten Treffern. Er hatte Recht, denn nach etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit hat nicht viel darauf hin gedeutet. Auch der Angriff strahlte nicht viel Gefahr aus. Ein langer Ball von Robert Strauß schien schon geklärt, aber Strauß selbst kämpfte sich den Ball zurück, ließ zwei Gegenspieler stehen, passte quer zu Kleindienst, der nicht lang fackelte und von der Strafraumgrenze präzise ins kurze Eck traf (34.). Kurz vor der Halbzeit agierte der FCH etwas zu fahrlässig und verschenkte leichtfertig im Aufbauspiel einige Bälle, aber die Gäste konnten auch diese kurze Schwächephase der Hausherren nicht ausnutzen.

Busk bewahrt Union vor einer Blamage

Der zweite Spielabschnitt ähnelte dem ersten. Union wirkte etwas wacher, während der FCH „komischerweise etwas zu passiv agierte, aber nach fünf Minuten den Schlüssel wieder gefunden hatte“, so Schmidt. Denn Chancen verzeichnete man ausschließlich auf Seiten der Heimmannschaft. Nach einem Eckball stand urplötzlich Timo Beermann fünf Meter allein vor dem Tor, aber befand sich in einer unglücklichen Schusshaltung, weshalb sein Versuch deutlich sein Ziel verfehlte (52.). Die Heidenheimer blieben weiter die spielbestimmende Mannschaft und abermals ein Angriff über die rechte Seite leitete den nächsten Treffer ein. Strauß bediente Schnatterer, dieser passte mit der Hacke zurück zu Strauß, der in den Strafraum eindrang und von Dennis Daube von den Beinen geholt wurde. Dieser fiel dabei so unglücklich auf seine rechte Schulter, weshalb er mit der Trage, unter Applaus der Heidenheimer Zuschauer, die ihm somit eine schnelle Genesung wünschten, direkt in die Kabine transportiert wurde. Ungeachtet all dieser Begebenheiten schoss Schnatterer den fälligen Strafstoß und schob den Ball flach ins rechte Eck zum 2:0 ein (56.). Damit waren sämtliche Zweifel beseitigt, denn von Union kam nun kaum noch Gegenwehr. Schnatterer verpasste bereits in der 63. Minute das Ergebnis auf 3:0 erhöhen, als er sich den Ball einen Tick zu weit vorlag und nur das Außennetz traf. Den Heidenheimern sah man nun deutlich an, dass sie große Freude an der Partie hatten. Mit Spielwitz, schönen Kombinationen und ein paar sehenswerten Einlagen brachten sie die 12.300 Zuschauer immer wieder zum Staunen. Dank Jakob Busk blieb es beim 2:0, vorerst. Den Schuss von Kleindienst aus 15 Metern lenkte er zum Eckball (77.). Dieser brachte auch Gefahr, als Arne Feick aus spitzem Winkel abzog, aber auch hier war Busk aufmerksam und parierte auch diesen Ball. Die dickste Chance ergab sich für Denis Thomalla, der nach feinem Zuspiel allein vor Busk auftauchte, aber zu unplatziert abschloss (87.). Es lief bereits die letzte Minute der Nachspielzeit, als der FCH einen weiteren Konter setzte. Dort spielte der Halloran den Ball zum eingewechselten Norman Theuerkauf, der direkt zu Halloran zurückpasste. Dieser nahm den Ball an der Strafraumgrenze an und zirkelte den Ball überlegt ins rechte Eck. Das Spiel wurde erst gar nicht mehr angepfiffen. Der 1. FC Heidenheim überzeugte bei seinem letzten Heimauftritt dieses Jahres und untermauerte damit seine Position im oberen Tabellendrittel.

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