Fünf Gründe, warum Erzgebirge Aue nicht absteigt

Fußball ist Ergebnissport, davon können die Veilchen im Erzgebirge ein Lied singen. Nach einer Hinrunde mit vielen Rückschlägen rangiert man mit nur 13 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. So wenig Punkte hatte man zuletzt vor zwei Jahren, damals stiegen die Veilchen in die 3. Liga ab. Doch in diesem Jahr stehen die Zeichen anders, Aue hat bessere Karten und dürfte aus diesen fünf Gründen die Klasse halten.

Grund 1: Der Kapitän ist wieder da

Der wichtigste Mann im Erzgebirge ist Martin Männel. Der Führungsspieler der Veilchen fehlte drei Monate in der Hinrunde und in dieser Zeit glich der Auer Kasten einer Schießbude. In elf Spielen kassierte man 25 Gegentore, Daniel Haas und Robert Jendrusch schafften es nicht, in die Fußstapfen von Männel zu treten, fast jeder Schuss aufs Auer Tor saß, auch dank einiger individueller Fehler. Erst im letzten Spiel vor der Winterpause kam der Spielführer zurück und hielt gleich seinen Kasten sauber, nicht ohne Grund war Männel in der Aufstiegssaison einer der beste Torhüter der 3. Liga. In der Rückrunde dürfte mit ihm der Laden wieder dicht sein. Auch seine Erfahrung und sein Rückhalt braucht die junge Auer Mannschaft.

Grund 2: Die Abwehr stabilisiert sich wieder

Sie war das Prunkstück der Mannschaft, doch in dieser Hinrunde ließen die Auer Verteidiger ordentlich Federn. 32 Gegentore, Negativwert in der 2. Bundesliga, allein gegen Bochum, 1860 und Stuttgart setzte es 14 Treffer. Julian Riedel schaffte im Sommer den Sprung in die Startelf, konnte dort neben Steve Breitkreuz jedoch nur kurzzeitig überzeugen. Calogero Rizzuto und Sebastian Hertner machten als Außenverteidiger auch eine schlechte Figur, beide haben noch Luft nach oben. Als Adam Susac wieder in die Mannschaft rückte stabilisierte sich die Abwehr wieder, Neuzugang Fabian Kalig sorgte zuletzt auf der Außenbahn für Ordnung. Im Endspurt der Hinrunde konnten die Veilchen wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden, das sollte Selbstvertrauen und Sicherheit geben, welche den Auern in letzter Zeit abhandengekommen ist. Im Winter soll mit Stipe Vucur ein alter Bekannter zurückkommen, er könnte für weitere Stabilität sorgen. Allerdings wird man wohl auch noch einen weiteren Außenverteidiger benötigen.

Grund 3: Starke Leistung, mangelhafte Chancenverwertung

Offensiv spielt Aue derweil sehr ordentlichen Fußball, in fast jeder Partie waren die Veilchen aktiver am Ball, kreierten Chancen und waren die spielbestimmende Mannschaft. 95 Großchancen erspielten sich die Auer - Platz vier im Ligavergleich, doch verwertet haben sie davon nur 17. Die Möglichkeiten haben die Veilchen also, es fehlt nur an den letzten Prozent im Strafraum. Mario Kvesic und Cebio Soukou sind die Chancentöter im Erzgebirge, beide müssen an ihrer Kaltschnäuzigkeit arbeiten, dann nutzt Aue auch seine Torchancen. Das Potenzial ist da, die Spielkultur auch, selbst nachdem Pavel Dotchev in den letzten beiden Spielen auf die Defensive setzte, erarbeiteten sich die Veilchen mehrere gute Möglichkeiten. Jedoch fangen sich die Veilchen zu viele Gegentreffer, nur viermal ging man mit 1:0 in Führung, oftmals rennen die Auer einen Rückstand hinterher. Mit einer stabileren Abwehr, einen Martin Männel im Tor und zwei neuen Stürmern dürfte auch hier in der Rückrunde mehr drin sein.

Grund 4: Kontinuität auf der Trainerposition

Die Entlassung von Sportdirektor Steffen Ziffert sorgte im Erzgebirge für viel Wirbel, die Nachwehen beschäftigen den Verein noch heute. Doch an der Trainerpersonalie rüttelt im Erzgebirge derzeit keiner, Pavel Dotchev genießt das Vertrauen der Fans und der Vereinsführung, hat er doch den Verein nach nur einem Jahr wieder in die 2. Liga geführt. Während bis auf St. Pauli alle Vereine im Keller einen Trainer bereit entlassen haben, setzt man im Erzgebirge auf Kontinuität. Auch weil das Auftreten der Mannschaft überzeugt, allerdings müssen jetzt auch Ergebnisse her.

Grund 5: Schwache Konkurrenz, starke Fans

Während St. Pauli tief in der Krise steckt, in München der Investor für Schlagzeilen sorgt, in Karlsruhe noch kein Trainer gefunden wurde und in Bielefeld die finanziellen Möglichkeiten begrenzt sind, ist es in Aue vergleichsweise ruhig. Die Veilchen kennen sich mit Abstiegskampf bestens aus, außerdem spielt man im Gegensatz zur Konkurrenz meist deutlich besseren und attraktiveren Fußball. Im Winter sollen sechs Spieler den Verein verlassen und die Mannschaft wird punktuell verstärkt. Die Spieler und der Trainer genießen den bedingungslosen Rückhalt der Fans, trotz extremer Heimschwäche, auch das könnte im Abstiegskampf für den Unterschied sorgen.

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