"Zu wenig": Darmstadts Aufstiegsträume sind beendet
Ein spektakuläres Spiel lieferten sich der SV Darmstadt 98 und die SV Elversberg am Samstagabend. Die Gastgeber arbeiteten sich nach mehreren Rückschlägen wieder zurück und erarbeiteten sich noch ein 3:3. Dennoch war die Enttäuschung nach dem Spiel groß.
"Worst Case kurz vor der Halbzeit"
Ein Punktgewinn, wie der gegen die Saarländer, kann häufig nochmal einen Schub für die Schlussphase einer Saison geben. Den Hessen bringt dies aber wohl nichts mehr. Nach nur drei Zählern in den letzten sechs Spielen ist der Aufstiegszug für die Darmstädter wohl abgefahren. "Dieser Punkt, so ehrlich muss man sein, ist zu wenig, um noch Druck auf die ersten Drei zu machen", gab auch Florian Kohfeldt nach dem Spiel zu. Drei Spiele vor dem Ende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits sechs Punkte.
Dennoch hatte der Trainer ein großes Lob für seine Mannschaft parat. "Es war ein unfassbar geiler Bölle-Abend. So kann Zweitliga-Fußball am Samstagabend richtig Spaß machen", lobte dieser besonders die Einstellung seiner Mannschaft. Grund war die bittere Endphase der ersten Halbzeit. "Dann kommt es zum Worst Case kurz vor der Halbzeit mit der Roten Karte und dem daraus resultierenden Gegentreffer zum 2:3. Damit gehen wir mit brutalen Nackenschlägen in die Halbzeit", erklärte der 43-jährige zu dem Platzverweis von Patric Pfeiffer und dem anschließenden Freistoßtor der Gäste.
"Kann nur zufrieden sein"
Dabei war der SVD eigentlich perfekt in das Spiel gestartet und führten nach einem Doppelschlag nach 15 Minuten mit 2:0. Zur Pause stand es dann plötzlich 2:3 aus der Sicht der Gastgeber und es sprach nicht mehr viel für Darmstadt. "Es war ein völlig wilder Spielverlauf. Was nach der Halbzeit passiert ist, finde ich extrem wichtig. Die Jungs haben in Unterzahl alles reingeworfen, das war schon gut. Es war stark von der Mannschaft, vom Trainerteam, vom Staff einfach von allen, die heute am Bölle waren", freute sich Marcel Schuhen über die Moral im zweiten Abschnitt.
In Unterzahl warf sich Darmstadt in jedem Zweikampf und steckte nicht auf. So gab es kurz nach dem Wiederanpfiff den 3:3 Ausgleichstreffer von Fraser Hornby, der am Ende den Punktgewinn bedeuten sollte. Paul Fernie sei "unfassbar stolz" auf die Mannschaft und hatte eine richtige "Darmstadt-98-Leistung" gesehen. "Mit zehn Mann auf dem Platz und den vielen Chancen, die wir am Ende hatten, kann ich nur zufrieden sein", ergänzte der Sportdirektor. Nächste Woche Sonntag (13:30 Uhr) geht es für Darmstadt mit dem Spiel in Karlsruhe weiter.