Fürth patzt, Bielefeld hofft, Ingolstadt ist fast durch
Am Freitagabend wurde der 32. Spieltag der 2. Bundesliga eröffnet. Greuther Fürth musste dabei die erste Heimniederlage im laufenden Kalenderjahr einstecken. Arminia Bielefeld setzte ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf und der FC Ingolstadt konnte sich mit einem Unentschieden gegen Spitzenreiter Köln fast den Klassenerhalt sichern. Das bayerisch-fränkische Derby zwischen Greuther Fürth und 1860 München endete 1:2 (1:1). Nachdem Yuya Osako die Löwen früh in Führung brachte, konnte Ilir Azemi schnell ausgleichen. Erst in der Nachspielzeit sorgte Kai Bulöw für den überraschenden Auswärtssieg der Löwen und neue Spannung im Aufstiegsrennen. Arminia Bielefeld gelang beim VfL Bochum ein starkes 4:1 (3:0). Für die Arminen trafen Ben Sahar (15.; 32.), Fabian Klos (39.) und Christian Müller (87.). Heiko Butschers Anschlusstor war letztlich nur Ergebniskosmetik. FC Ingolstadt und der 1.FC Köln trennten sich durch Treffer von Moritz Hartmann (34.) und Anthony Ujah (62.) mit 1:1 (1:0).
Die Löwen schocken die Kleeblätter
Mit einem Sieg Druck auf die Konkurrenz auszuüben, war das Ziel der Kleeblätter vor dem Spiel gegen 1860 München. Mit 11 unbesiegten Spielen und ohne Heimpleite 2014 konnten sie zudem mit reichlich Selbstvertrauen in die Partie gehen. Den besseren Start hatten dennoch die Gäste für die es nur noch um Tabellenkosmetik ging. Yuya Osako nutzte in der 15. Minute einen Ballverlust von Niko Gießelmann um ins Zentrum durchzustarten und gekonnt ins linke untere Toreck abzuschließen. Die Fürther zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und setzten direkt dagegen. Ein Patzer von Löwen-Keeper Gabor Kiraly leitete schließlich den Ausgleich ein. Der misslungene Abwurf des Torwarts landete vor den Füßen von Thomas Pledl, der direkt Torjäger Ilir Azemi in Szene setzte. Der Nationalspieler des Kosovo verwandelte eiskalt zu seinem 11. Saisontor. Danach bestimmten die Kleeblätter die Partie und hätten bereits zur Pause eine Führung verdient gehabt. Nach dem Wiederanpfiff wurden die Hausherren allerdings wieder schwächer und überließen den Gästen mehr Spielanteile. Höhepunkte blieben zunächst Mangelware. In der Schlussphase stieg die Spannung nochmals spürbar und beide Teams riskierten mehr. Großchancen blieben auf beiden Seiten ungenutzt und die Zuschauer stellten sich bereits auf ein Unentschieden ein, als Kai Bülow in der Nachspielzeit einen Kopfball mitten in die Aufstiegsambitionen der Fürther setzte. Damit wurde die erste Heimniederlage der Kleeblätter im Kalenderjahr besiegelt und neue Spannung ins Aufstiegsrennen gebracht. Der SC Paderborn könnte nun mit einem Sieg vorbeiziehen und die Verfolger aus Kaiserslautern, Karlsruhe und St.Pauli nochmals ein Wörtchen mitreden. Für 1860 München wird dieser Sieg sicher ein bisschen Balsam auf den Wunden einer schwachen Saison sein.
Ingolstadt darf noch nicht feiern
Nach jedem der bisher vier Aufstiege mussten die Kölner eine Niederlage hinnehmen. Diesmal wollten sie es beim FC Ingolstadt besser machen. Von Beginn war der Aufsteiger auch mehr in Ballbesitz und versuchte nach vorne spielen. Der Abwehrriegel und das Pressing der Schanzer stellte den Favoriten jedoch vor Probleme und nach einer halben Stunde schlugen die Gastgeber schließlich eiskalt zu. Eine Ecke leitete Alfredo Morales weiter zu Andre Mijatovic, der die Kugel vor die Füße des Ex-Kölner Moritz Hartmann spitzeln konnte, der wie bereits im Hinspiel für die Führung sorgen konnte. Bis zur Pause fiel den Rheinländern nichts mehr ein um für Gefahr zu sorgen und so ging der FCI nicht unverdient mit einer Führung in die Kabine. Köln-Coach Peter Stöger reagierte und brachte zum Wiederanpfiff mit Bard Finne einen frischen Offensivmann. Zunächst bot sich dennoch das selbe Bild wie vor der Pause und die Geißböcke fanden keine Mittel. Nach einer knappen Stunde klappte es dennoch als Anthony Ujah eine gute Vorlage von Kevin Wimmer gekonnt zum Ausgleich verwerten konnte. Danach sahen die Zuschauer ein offenes Spiel mit guten Chancen auf beiden Seiten. In der 77. Minute berührte Miso Brecko seinen Gegenspieler Stefan Lex im Strafraum, was sowohl die Gelb-Rote Karte für den Kölner Kapitän als auch einen Strafraum zur Folge hatte. Philipp Hofmann schoß diesen jedoch ziemlich schwach, wodurch Timo Horn locker parieren konnte. Auch in der Folge wollten beide den Sieg, aber keinem wollte es mehr gelingen. Köln kann sich mit den bevorstehenden Feierlichkeiten trösten und Ingolstadt könnte, wenn Dynamo Dresden verlieren sollte, auch mit diesem Punkt bereits sicher die Klasse halten.
Bielefeld sendet ein Lebenszeichen
Seit sieben Spielen wartete Arminia Bielefeld inzwischen auf einen Sieg und war zudem auswärts im Kalenderjahr noch ohne jeden Dreier. Entsprechend vorsichtig begannen sie das Spiel beim VfL Bochum und ließen den Gastgebern zunächst mehr Raum. Nach einer Viertelstunde fiel jedoch die überraschende Gästeführung. Christian Müller lupfte den Ball sehenswert über die Abwehr zu Ben Sahar der gekonnt aus der Drehung einnetzte. Die Gastgeber zeigten sich jedoch kämpferisch und spielten energisch auf den Ausgleich. Doch waren es wieder die Gäste die das nächste Highlight setzten. Fabian Klos startete in den Strafraum der Hausherren und wurde unsanft von Bochums Torwart Andreas Luthe zu Fall gebracht. Den fälligen Strafraum durch Patrick Schönfeld konnte der Keeper jedoch halten. Die Arminen waren nun jedoch richtig mutig und spielten weiter munter nach vorne, während die Bochumer unsicherer wurden. In der 32. Minute spielte sich Klos locker auf der rechten Seite durch die Abwehr und konnte den Ball ungehindert nach innen geben. Dort stand Ben Sahar wieder völlig frei und schob zum 2:0 ein. Nur wenige Minute später machte Schönfeld seinen Fehlschuss wieder gut und setzte Klos mit einem Steilpass wunderbar in Szene. Der Stürmer dankte es ihm mit dem 3:0 (39.). Nach dem Seitenwechsel ließ das Spiel etwas nach, auch wenn die Bochumer stets versuchten etwas Zählbares zu erreichen. Es gelang ihnen schließlich in der 72.Minute als Heiko Butscher den Anschlusstreffer erzielen konnte. Nur wenige Augenblicke später hatte Cwielong sogar die Riesenchance zum 2:3 traf jedoch aus sechs Metern das leere Tor nicht. Die Entscheidung fiel schließlich kurz vor dem Ende. Patrick Fabian misslingt eine Kopfballrückgabe völlig, wodurch Christian Müller frei an den Ball kommt und locker zum 4:1 einköpfen kann. Für die Bielefelder war der Sieg überlebenswichtig und bedeutet zumindest heute einen Punktegleichstand mit Dynamo Dresden. Der VfL Bochum muss sich mit dem Klassenerhalt noch bis mindestens nächste Woche gedulden.