Matchplan steht: Wie Schultz den FCSP retten will
Cheftrainer Timo Schultz sitzt beim FC St. Pauli fest im Sattel, doch das ist angesichts der bisherigen Punktausbeute der Hamburger keine Selbstverständlichkeit. Gleiches gilt für die Bereitschaft des 43-Jährigen, der sich zwei Tage vor Weihnachten noch einmal den Fragen der Öffentlichkeit stellte. Der Zusammenhalt soll den FCSP einmal mehr stark machen.
"Müssen alle in die Pflicht nehmen"
Drei Gegentreffer kassierten die Kiezkicker zum Abschluss des Kalenderjahres, was den Klub vom Millerntor unter dem Strich überwintern lässt. Im Kreuzfeuer der Kritik steht naturgemäß der Cheftrainer, denn unter Timo Schultz fuhr der FCSP erst einen einzigen Sieg ein - und das vor zehn Partien.
"Das Spiel kann man als Spiegelbild für die gesamte Hinrunde sehen. Ein, zwei Situationen haben uns als Mannschaft so weit zurückgeworfen, dass wir es nicht mehr auffangen konnten", blickte der 43-Jährige in einer Medienrunde am Tag nach dem letzten Spiel auf besagte Partie zurück. Über die Feiertage muss der Coach nun "nach Lösungen und Ansätzen" suchen. An möglichen Stellschrauben mangelt es dem Übungsleiter nicht. Viel Platz für eine Transferoffensive ist im Kader der Hamburger nicht, aber noch viel weniger Zeit steht den Kiezkickern zur Verfügung. Schon am 3. Januar geht es in Fürth weiter.
"Natürlich ist es aufgrund der kurzen Winterpause nicht wirklich möglich, sich neu einzuspielen oder an der Taktik was zu ändern", will Schultz den eingeschlagenen Weg weitergehen, doch die Mannschaft braucht zunächst Sicherheit. Daran wird Schultz in den kommenden zwei Wochen intensiv tüfteln: "Wir müssen uns alle in die Pflicht nehmen, viel konsequenter und resoluter gegen den Ball zu verteidigen. Das muss ganz klar die Priorität sein."
Schultz will Glück erzwingen
In der Offensive braucht die Hamburger Elf dazu die passende Kaltschnäuzigkeit - an Torchancen mangelt es nicht, dafür jedoch an Einschlägen. "Wir belohnen uns einfach nicht", ärgert sich der FCSP-Cheftrainer über die magere Ausbeute von 15 Treffern. Nur die Tabellennachbarn aus Braunschweig, Sandhausen und Würzburg trafen seltener.
"Das Positive ist, dass wir tabellarisch noch in Schlagdistanz zu den Teams vor uns sind. Das heißt, dass man mit einer guten Serie von zwei bis drei Siegen dann auch schnell auf einem anderen Tabellenrang stehen kann", hob Schultz zuversichtlich hervor. Dies zu erreichen liegt ganz allein in den Händen der Kiezkicker: "Den Anfang müssen wir aber selbst machen." Dazu benötigt Schultz im kommenden Jahr eine stabile Achse, bei denen er "drei bis fünf Spielern" das nötige Handwerk anvertraut. Auch die Köpfe müssen frei sein, was nun in den kommenden Feiertagen möglich sein soll. Anschließend will sich Schultz mit seiner Mannschaft das nötige Matchglück zurückholen, denn St. Paulis Misere ist auch von vielen Unentschieden geprägt: "Ich denke schon, dass man das auch erzwingen kann."
Alles in allem ist für den 43-Jährigen aber eine Botschaft wichtig, die der Verein mit dem Festhalten an seinem Cheftrainer bereits deutlich macht: "Ich glaube, dass dieser Zusammenhalt etwas ist, was den FC St. Pauli in der Vergangenheit immer stark gemacht hat." Den wird der FCSP im kommenden Abstiegskampf wohl auch brauchen.