Werder: Rückendeckung für Geschäftsführer Frank Baumann

Die Laune bei den Fans des SV Werder Bremen ist im Keller - und Gründe dafür gibt es genug: Vor allem den Abstieg im Allgemeinen, das jüngste 1:4 zu Hause gegen den SC Paderborn und die aus Anhänger-Sicht schlechte Einkaufspolitik. Sündenbock für letzteres ist Geschäftsführer Frank Baumann. Dieser erhält deshalb nun Rückendeckung aus dem Verein.

Erst abwarten, welche Spieler gehen

So springt ihm der Vorsitzende in der Werder-Geschäftsführung, Klaus Filbry, zur Seite und verteidigt den ehemaligen Werder-Kapitän. "Wenn wir zuvor einen Stürmer in einer gehobenen Gehaltsklasse verpflichtet hätten, hätte es sein können, dass wir da überbesetzt gewesen wären", sagte er dem "Kicker". Niemand habe gewusst, dass ein "sehr attraktives Angebot aus England" für Josh Sargent kommen würden. Deshalb war die Prämisse, erst einmal abzuwarten, welche Spieler den Verein überhaupt verlassen wollen und ob es lukrative Angebote von anderen Vereinen gibt.

Ein weiteres Beispiel für das Dilemma ist Fredrik Aursnes. "Wenn wir ihn verpflichtet hätten, ohne zu wissen, ob Maximilian Eggestein uns verlässt, wären wir zu diesem Zeitpunkt qualitativ und finanziell überbesetzt gewesen. Dann hätten wir unvernünftig gehandelt. Wir mussten erst einmal die wirtschaftliche Stabilität wiederherstellen." Der Klub hätte es sich deshalb nicht leisten können, "Spieler auf Vorrat" zu verpflichten.

Saison durchfinanziert

Durch die Einnahmen aus den Verkäufen von Milot Rashica (elf Millionen Euro), Josh Sargent (9,5 Millionen Euro/beide Norwich City), Ludwig Augustinsson (5,5 Millionen/FC Sevilla) oder auch Maximilian Eggestein (fünf Millionen Euro/SC Freiburg) wurde das "Nettotransfererlös-Ziel von 20 Millionen Euro" erreicht, so Filbry. Somit ist auch die Saison durchfinanziert. Da zudem ein Ende der Abgänge in Sicht ist, kann der Kader nun gezielt verstärkt werden. Doch Filbry bittet die Anhänger um Geduld - auch wenn der letzte Zugang Anfang Juli präsentiert worden war: "Aktuell dauert es an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas länger, weil wir bei den Transfers jetzt sorgfältige Entscheidungen treffen müssen."

Aber auch die Verantwortlichen der Grün-Weißen hatten anderen Erwartungen. Man müsse "konstatieren, dass es nicht so schnell geht, wie wir uns das alle wünschen würden. Das bedarf Geduld". Berichten zufolge sollen sich die Norddeutschen mit dem griechischen Torjäger Georgios Giakoumakis vom niederländischen Erstliga-Absteiger VV Venlo in Gesprächen befinden. Auch Lirim Kastrati von Dinamo Zagreb ist weiterhin ein Thema an der Weser.

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