Samstagabends gegen Darmstadt - hält St. Paulis Heimbilanz?
Wenn auf eines in einer bisher überschaubaren St. Pauli-Saison Verlass war, dann auf die Heimspiele. Zwölf Punkte aus sechs Heimauftritten bei keiner Niederlage sind eine durchaus vorzeigbare Bilanz. Blöd nur, dass zum morgigen Abendspiel (20:30 Uhr Anstoß) der aktuelle Tabellenführer ans Millerntor kommt, der ganz nebenbei auch für die letzte Heimniederlage der Kiezkicker verantwortlich war.
Erfolgreiche Heimbilanz vs. letztes Aufeinandertreffen
Die Ausgangslage war an jenem 23. April 2022, dem viertletzten Spieltag, wie gemalt für St. Pauli - die Braun-Weißen empfingen als Tabellendritter den Vierten Darmstadt zum Flutlichtduell und hätten mit einem Sieg den direkten Kontrahenten distanzieren können. Es kam anders, St. Pauli verlor 1:2 und stellte weder in der damaligen noch in der aktuellen Saison Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen her. Das muss kein schlechtes Omen bedeuten, macht die Angelegenheit aber mindestens genauso schwer wie vor zwei Wochen, als ganz St. Pauli in einem wahren Kraftakt den ungeliebten Nachbarn und damaligen Tabellenführer HSV mit 3:0 bezwang. Darauf folgten zwei abermals kräftezehrende, wie erfolglose Spiele im DFB-Pokal in Freiburg (Aus in der Verlängerung; 1:2) und im Ligabetrieb gegen Bielefeld (0:2).
Speziell die Niederlage beim Tabellenletzten tat weh, wie St. Pauli-Coach Timo Schultz auf der Pressekonferenz vor dem Samstagsspiel bekannte. Gleichermaßen gehe er nicht davon aus, "dass uns das Spiel in Bielefeld noch in den Knochen hängt." Im praktisch nächstem Atemzug legte der 45-Jährige sogleich den Fokus auf die kommende Begegnung: "Wenn wir es schaffen, unsere Stärken auf den Platz zu bekommen und die von Darmstadt nicht ganz zur Entfaltung kommen zu lassen, dann haben wir auch eine realistische Chance, das Spiel erfolgreich zu gestalten.“ Neben der physischen Spielweise des Gegners, die es anzunehmen oder sich "entsprechend für den zweiten Ball aufzustellen" gelte, sei Vorsicht vor gegnerischen Einwechselspielern geboten. Denn durch Joker kassierte St. Pauli zuletzt einige Tore.
Medic und Nemeth fehlen länger, Boukhalfa und Zander zurück
Vielleicht erweist sich vor diesem Hintergrund die neue Grundformation mit drei zentralen Innenverteidigern als erneut die richtige. Speziell Wandspieler Phillip Tietz sollte verteidigt werden. Dies wird der Hauptauftrag für Eric Smith sein. Der gelernte defensive Mittelfeldspieler ist mit Blick auf die langfristigen Ausfälle der Stammverteidiger Jakov Medic (Schulter-OP) und David Nemeth (Schambeinentzündung) umso gefragter denn je im Abwehrzentrum.
Eskortiert werden dürfte Smith erneut von Adam Dzwigala und Betim Fazliji, die es mit dem "extrem schnellen und beweglichen" früheren St. Pauli-Jugendspieler Braydon Manu zu tun bekommen. Der langzeitverletzte Christopher Avevor sei ebenfalls im Aufbautraining wie Niklas Jessen und Franz Roggow, aber noch keine Option für Samstag. Dafür sind die zuletzt fehlenden Carlo Boukhalfa und Luca Zander wieder einsatzbereit. Unabhängig der Personalien laute die Devise "mutig Fußball zu spielen" und den Gegner "in Bewegung zu bekommen". Ob der Matchplan diesmal besser aufgeht als im April, werden die fast 30.000 Zuschauer am Samstag-Abend im erneut ausverkauften Millerntor sehen.