"Strategische Neuausrichtung": KSC trennt sich von Sportchef Kreuzer
Überraschung beim Karlsruher SC: Wie die Badener am Samstagabend verkündeten, wurde Oliver Kreuzer mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer Sport abberufen. Dies sei das Ergebnis einer umfangreichen Analyse des Beirats der KSC GmbH & Co. KGaA. Betont wurde, dass die Entscheidung unabhängig von der aktuellen sportlichen Situation getroffen wurde. Es sei mehrheitlich eine strategische Neuausrichtung im sportlichen Bereich beschlossen worden. Der Verein betonte, dass es sich dabei um keinen Aprilscherz handelt.
Zu wenig TV-Gelder, zu wenig Transfererlöse
"Mit der Fertigstellung des neuen BBBank Wildparks im kommenden Sommer endet für den Karlsruher SC der mehrjährige Veränderungsprozess und geht in einen Weiterentwicklungsprozess über", leitete der Klub die Abberufung Kreuzers ein. Im Vorfeld dieses Ereignisses seien "nochmals alle für den Profifußball relevanten Handlungsfelder intensiv analysiert" worden. Dabei wurden insbesondere "die durch die nahende Stadionfertigstellung gegebenen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden Möglichkeiten berücksichtigt".
Dabei wurde festgestellt, "dass eine dauerhafte wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens KSC in Zukunft nur dann möglich ist, wenn durch das Erreichen von sportlichen Zielen auch die entsprechenden direkt vom Sport beeinflussten Einnahmen generiert werden". Dabei geht es konkret um die Einnahme von TV-Geldern sowie von Transfererlösen. "In beiden Einnahmefeldern bewegt sich der KSC seit längerer Zeit weit unter dem Durchschnitt der 2. Bundesliga." Deshalb sei es das Ziel der strategischen Neuausrichtung, "die personelle Besetzung im Bereich Sport darauf auszurichten, den Wert des Kaders sowie die Wahrscheinlichkeit des sportlichen Erfolgs dauerhaft zu erhöhen".
Nachfolger soll schnellstmöglich gefunden werden
Das scheint der Beirat Oliver Kreuzer, der seit Dezember 2016 im Amt war, nicht zuzutrauen: "Wir bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich bei Oliver Kreuzer für die geleistete Arbeit als Geschäftsführer! Auf Basis der umfangreichen Analysen in den letzten Monaten haben wir uns für eine strategische Neuausrichtung des sportlichen Bereichs entschieden, um auch in diesem Handlungsfeld sowohl sportlich, aber insbesondere auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein", wird Holger Siegmund-Schultze, Beiratsvorsitzender der KSC GmbH & Co. KGaA., zitiert. Um die personelle Neubesetzung des Bereichs Sports schnellstmöglich umzusetzen, wurde bereits ein geordneter Prozess gestartet.
Damit endet Kreuzers zweite Amtszeit beim KSC, nachdem er bereits zwischen 2011 und 2013 für den Klub tätig war. Erst im vergangenen August war der Vertrag des Ex-Profis bis 2025 verlängert worden. Damals hatte Siegmund-Schultze gesagt: "Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren haben wir in den gemeinsamen Gesprächen großen Wert auf die zukünftige Weiterentwicklung des sportlichen Bereichs gelegt." Auch von "Kontinuität in der Führungsebene" war die Rede. Die ist nun hinfällig.