Zwischenfazit FSV Frankfurt: Mehr schlecht als recht
Beim Blick auf die Tabelle der zweiten Bundesliga wird es den Fans des FSV Frankfurt unwohl – es läuft nicht ganz so wie gewollt, auf Platz 16 hängt man momentan am seidenen Faden, wird es nicht besser, droht der Abstieg in die 3. Liga. Mit 18 Gegentoren ist man die Zielscheibe der Liga, kein anderes Team kassierte so viele Gegentreffer. Acht Punkte stehen den Bornheimern zu Buche, nur Union Berlin und Erzgebirge Aue holten weniger.
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Das lief bisher gut
Auch wenn der FSV die meisten Gegentore der Liga kassierte: Elf geschossene Tore sprechen für die Offensive der Bornheimer. Mit Edmond Kapllani stellt der FSV einen Top-Torjäger der Liga unter den Top 10, zweitbester Schütze der Frankfurter ist Hoffenheim-Leihgabe Vincenzo Grifo. Auch wenn es die Platzierung in der Tabelle nicht vermuten lässt : Einige positive Momente gab es in der Saison dann doch. Zuletzt der grandiose 3:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen, der ein wenig Raum zu Platz 18 schafft und Selbstvertrauen für die kommenden, teilweise schweren, Spiele bringt. Ebenfalls ein Highlight war das 0:0 zu Hause gegen RB Leipzig, sowie der Auswärtssieg bei Absteiger Nürnberg. Doch das waren nur wenige positive Momente im Vergleich zu den negativen …
Das lief bisher schlecht
Was man bei diesem Thema aufgreifen sollte, ist die fehlende Konstanz. Da spielt die Mannschaft in einem Spiel noch aufregenden, leidenschaftlichen Fußball, im nächsten Spiel wirkt das schon wieder lustlos und unbeholfen. Besonders beim ersten richtigen Derby seit langem gegen Darmstadt 98 sollte man von der Mannschaft eigentlich erwarten können, dass man sich ins Zeug legt und alles abruft, um das Derby zu gewinnen. Doch das war beim FSV nicht so, ein wichtiger Punkt: zu wenig Einsatz. Weiterhin ist – wie im Vorjahr – die Abwehr ein Schwachpunkt. Um dem Abhilfe zu schaffen, verpflichtete man im Sommer den Niederländer Beugelsdijk. Zu Anfang der Vorbereitung auf die Saison sah die Hintermannschaft meist noch gut aus, doch in der Liga läuft es eher nicht rund. Möglicherweise spielt die Abwehr sich im Laufe der Saison noch ein, ein weiterer Transfer in der Winterpause könnte ebenfalls helfen.
Vincenzo Grifo – Dirigent in der Offensive
Viele Anhänger des FSV werden bedauern, dass der Italiener nur für ein Jahr am Bornheimer Hang bleibt, denn der Mittelfeldspieler, der zuletzt an Dynamo Dresden ausgeliehen war, funktioniert beim FSV nahezu perfekt. Die Offensivaktionen laufen beinahe alle über ihn, zwei Tore und eine Vorlage lassen nicht vermuten, dass er so wichtig für die Bornheimer ist. Seine Rückkehr zu 1899 Hoffenheim im nächsten Sommer wird sicherlich ein Verlust für den FSV sein.
Fazit/Prognose
Teilweise zeigte die Mannschaft, was sie kann. Sollte das Problem der fehlenden Konstanz noch gelöst werden, kann es gut sein, dass man den Klassenerhalt ohne Probleme schafft. Vor allem in der Abwehr herrscht Verbesserungsbedarf, ein neuer Verteidiger wäre sicher hilfreich. Ansonsten droht eine schwere Saison, die unter ungünstigen Umständen am Ende sogar mit dem Absturz in die 3. Liga enden könnte.
FOTO: FU Sportfotografie