"Achterbahnfahrt der Gefühle": Der FCN zeigt Moral
Es war ein spektakuläres Spiel zum Rückrundenstart in Nürnberg am Samstagnachmittag. Trotz großer Rückschläge konnten die Gastgeber am Ende ein 3:2 feiern, besonders ein Spieler stand sinnbildlich für den Tag des FCN.
"Das muss man abhaken"
Bei seinem Startelf-Debüt nach vier Kurzeinsätzen hatte Piet Scobel bereits in der ersten Halbzeit genügend Möglichkeiten, um zu treffen. "Mich hat schon gewurmt, dass ich zunächst die ganzen Chancen habe liegenlassen. Aber das muss man abhaken, nach vorne schauen und versuchen, den nächsten zu machen", erklärte der 20-jährige auf der Vereinshomepage dazu. Besonders mit seinem Kopfballspiel hatte der 1,91 Meter große Mittelstürmer immer wieder für Gefahr gesorgt.
Auch die Mitspieler hatten weitere gute Gelegenheiten vergeben, so geriet der FCN kurz vor der Pause gegen effektive Elversberger sogar in Rückstand. "Es haben vermutlich in der Halbzeit nicht viele gewusst, warum Elversberg führte", befand auch Jan Reichert nach dem Spiel. Als die Nürnberger nach dem zwischenzeitlichen 1:1 erneut in Rückstand geraten, verstanden viele die Welt nicht mehr. Dennoch blieben die Franken dran und feierten nach einem späten Doppelpack vom nicht aufgebenden Scobel doch noch den Sieg. "Ich treffe ihn dann echt gut. Danach war es einfach pure Freude, die Emotionen sich übergeschwappt. Ich bin einfach sehr, sehr glücklich ", erklärte dieser zu dem Treffer zum 3:2 in der Nachspielzeit.
"Tut unserer Moral extrem gut"
Leistungstechnisch war es ein verdienter Siegtreffer für die Nürnberger. "Das war eine Achterbahn der Gefühle", sprach der Siegtorschütze wohl allen Beteiligten aus der Seele. Dabei sah es wenige Minuten zuvor nach einem Zweikampf zwischen Verteidiger Berkay Yilmaz und SVE-Mittelfeldspieler Frederik Schmahl den Elfmeter für die Saarländer. Nach der Entscheidung konnte sich Trainer Miroslav Klose nicht beruhigen und sah innerhalb einer Minute die Gelb-Rote Karte.
"Für mich persönlich ist es kein klarer Elfmeter, aber wir entscheiden das nicht und müssen damit klarkommen", bewertete Reichert die Szene. Mit einer starken Parade hatte der Torhüter aber den Rückstand im Duell mit Otto Stange verhindern können und so den Grundstein für den späteren Erfolg gelegt. Ein solcher Sieg könnte viel Selbstvertrauen für die restliche Saison geben. "Die letzten beiden Siege heute gegen Elversberg und zuvor gegen Hannover zeigen uns, dass wir es mit jedem Gegner der Liga aufnehmen können. Das tut uns und unserer Moral enorm gut", so Reichert. Weiter geht es kommenden Freitag in Darmstadt (18:30 Uhr).