Alles, was ihr zum 21. Spieltag wissen müsst

Das neue Jahr ist bereits über drei Runden gegangen, sodass die ersten Mannschaften ein Fazit zur Winter-Vorbereitung ziehen können. Drei Teams blieben nach dem Jahreswechsel ungeschlagen, vier Mannschaften warten noch auf den ersten Sieg in der Liga seit Weihnachten. Wer seinen Lauf fortsetzen kann und wer besonders gefordert ist, zeigt die Übersicht zum 21. Spieltag.

Die Ausgangslage

Keine Transferphase, kein DFB-Pokal, keine Ausreden. Der Liga-Alltag schlägt im Februar wieder mit aller Härte zu. Gemeistert hat es bislang der FC St. Pauli im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Kiezkicker fuhren als einziges Team gleich drei Siege im Januar ein. Hinzu kommt noch, dass Cheftrainer Fabian Hürzeler kürzlich bekräftigte, am Millerntor bleiben zu wollen. Groß ist der Vorsprung bereits an der Tabellenspitze - zumal die formstärksten Teams hinter St. Pauli derzeit aus Hannover und Karlsruhe kommen. Holstein Kiel wiederum gehört zu den Mannschaften, die auf den ersten Erfolg im neuen Jahr brennen.

Die Störche als Herbstmeister? Von diesen Gedanken sind die Fans an der Förde schon wieder meilenweit abgerückt. Auch Anhänger von Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC hatten sich mehr erhofft - im Gegensatz zu den Berlinern konnte sich F95 wenigstens ins DFB-Pokal-Halbfinale spielen. Doch als Verfolger der Spitzengruppe müssten beide Klubs noch zulegen, um wieder ins Rennen einzusteigen. Und während Braunschweig, Kaiserslautern, Rostock und Schalke im Abstiegskampf teilweise gute Ausrufezeichen setzen konnten, steuert der VfL Osnabrück geradewegs weiter auf den Abgrund zu. Die Lila-Weißen spielen weiter um ein mittelgroßes Fußballwunder.

 

Fünf Spiele im Fokus

HSV gegen H96: Volksparkstadion kein Garant für Hamburg

Die Rothosen treffen auf die Roten. Auswärts war der Hamburger SV in diesem Kalenderjahr besonders stark, fuhr Siege auf Schalke (2:0) und gegen Hertha (2:1) ein. Zwei Teams mit vermeintlich individueller Klasse wurden geschlagen - doch im Volksparkstadion gab es die wilde 3:4-Niederlage gegen Karlsruhe. Somit ergibt sich ein konträres Bild zum bisherigen Saisonverlauf für den HSV, denn normalerweise sammeln die Norddeutschen ihre Punkte lieber zuhause. Offener denn je ist daher der Ausgang der anstehenden Partie.

Hannover 96 bräuchte wiederum die Punkte beim HSV, um noch einmal seiner Verfolgerrolle gerecht zu werden. Zurzeit beträgt der Abstand zum Nordrivalen schon sechs Zähler - und ausgerechnet jetzt fehlt Abwehrchef Marcel Halstenberg aufgrund einer Rotsperre. Wird Cedric Teuchert im Sturmzentrum wieder zur Trumpfkarte? Die Niedersachsen sind noch ungeschlagen und wollen es auch weiter bleiben, doch der HSV wird für die Leitl-Elf zum Gradmesser für die restliche Saison.

FCM gegen St. Pauli: Können die Kiezkicker weiter nachlegen?

Die Magdeburger schwanken weiter durch die Saison, holten aber zuletzt dank Last-Minute-Neuzugang Emir Kuhinja einen Punkt im Heimspiel gegen Holstein Kiel (1:1). Moral, die den Elbestädtern Mut für die kommende Aufgabe macht - denn mit den Kiezkickern steht wohl das dickste zu bohrende Brett an. Hatte das torlose Remis im Hinspiel noch so etwas wie einen Überraschungs-Charakter im Vorfeld geboten, so ist der FCM aufgrund der schwankenden Leistungen dieses Mal der eindeutige Außenseiter. Widerlegen kann es nur die Mannschaft auf dem Rasen.

St. Pauli ist ungeschlagen, St. Pauli holte drei Siege. Die Kiezkicker blieben aber auch nicht ohne Gegentor. Zwei Verfolger wehrte die Hürzeler-Elf in den Spielen gegen Düsseldorf (2:1) und Fürth (3:2) ab, nun folgt eine Mannschaft aus dem unteren Tabellendrittel. Wie die Hamburger damit umgehen, könnte aus dem Spiel gegen Kaiserslautern (2:0) heraus ermittelt werden. Wie sehr die Kiezkicker ihren Lauf - und damit auch die Führung an der Tabellenspitze ausbauen können - hängt womöglich von der Konsequenz der Hamburger ab. Kapitän Jackson Irvine und Connor Metcalfe dürften nach der Asia-Cup-Teilnahme mit Australien wieder dabei sein.

FCK gegen SCP: Lautern am Scheideweg gegen wilde Paderborner

Wohin geht die Reise der Roten Teufel? Nach zwei deutlichen Siegen in der Liga gegen Schalke (4:1) und im Pokal gegen Hertha (3:1) folgte ein Rückschlag in Elversberg (1:2). Waren die Saarländer zu spielstark für die Lautrer? Der Aufschwung am Betzenberg bleibt ein zartes Pflänzchen, dass Dimitrios Grammozis mit seiner Mannschaft weiter pflegen will. Doch der Druck bleibt bestehen, könnte jeder weitere Auftritt ohne Punktgewinn schon wieder einen direkten Abstiegsplatz bedeuten. Die Konkurrenz schläft nicht.

Der SC Paderborn lässt derweil seine Fans grübeln. Zum Auftakt gab es gegen Fürth (0:1) einen Chancenwucher ohne Happy End, beim torlosen Remis in Osnabrück blieb die 75-minütige Unterzahl ungesühnt. Und dann? Dann holten die Paderborner auf furiose Art und Weise einen Drei-Tore-Vorsprung gegen Düsseldorf heraus, um ihn danach fast wieder zu verspielen. Verlängerungen mit Ansah, Hansen und Obermair dürften dem Team Sicherheit geben, um etwas aufzubauen. Der SCP muss nur darauf achten, einen Stein nach dem anderen zu legen.

Kiel gegen Schalke: Kann der Herbstmeister befreiter aufspielen?

Die Kieler Störche in der Außenseiterrolle? Angesichts der bisherigen Leistungen in diesem Kalenderjahr ist die These wohl sehr gewagt, doch punktetechnisch blieb die KSV Holstein klar hinter den Erwartungen zurück. Kommt ein großer Name wie der FC Schalke 04 gerade zum richtigen Zeitpunkt, um wieder befreiter aufzuspielen? Kiel ist durch die sieglose Serie seit Jahresbeginn ins Hintertreffen geraten und auf den Relegationsrang abgerutscht, doch mit der Rückkehr zur Effizienz ist bei den Störchen weiter alles möglich.

Die Königsblauen werden hingegen ihren Erfolg gegen Eintracht Braunschweig (1:0) bestätigen müssen, um wieder etwas Ruhe in den Verein zu bekommen. Zwei Niederlagen zum Auftakt trafen S04 hart, durch den Sieg im Kellerkrimi konnten die Gelsenkirchener einen enormen Schaden abwehren. Doch ohne eine Bestätigung kann es weiter ganz brenzlig für die Königsblauen bleiben. Womöglich gibt es der Mannschaft Kraft, dass nun ein dreckiger Sieg eingefahren wurde - und das Kämpferherz eines Malochers könnte beim Revierklub geweckt worden sein.

VfL gegen Hansa: Rostock mit großer Chance an der Bremer Brücke

Osnabrück hat keine Zeit mehr, die Lila-Weißen müssen liefern. Unter der Woche wurde bekannt gegeben, dass Sportdirektor Amir Shapourzadeh den Verein am Saisonende verlassen wird. Aufgrund der Kaderzusammenstellung stand der Ex-Profi seit längerer Zeit bei den Fans in der Kritik. Und wie reagiert das Team von Uwe Koschinat auf den möglichen Neustart in der Sportlichen Leitung? Klar ist, dass nur ein Sieg den VfL voranbringen kann. Gerade gegen Rostock - andernfalls droht bei einer weiteren Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten schon die Sparflamme im Abstiegskampf.

Für die Ostseestädter ist der Auftritt an der Bremer Brücke wiederum eine große Chance, um den Konkurrenten im Abstiegsrennen ein Schnippchen zu schlagen. Mersad Selimbegovic hat bereits angefangen, seinen Kader für die anstehenden Spiele zu optimieren - und beispielsweise Lukas Hinterseer dauerhaft in die zweite Mannschaft gesteckt. Weitere Personalien werden wohl folgen, denn Selimbegovic will am liebsten mit einer stabilen Achse an Spielern spielen. An der Bremer Brücke wäre es für viele Kandidaten wohl günstig, wenn man sich mit einem Sieg empfehlen könnte.

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