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Analyse & Prognose: Die 2. Liga vor dem Saisonstart #1

IMAGO / Fotostand

Am nächsten Freitag, den 15. Juli, eröffnet Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 die neue Zweitliga-Saison. liga2-online.de wirft einen Blick auf die bisherige Vorbereitung aller Mannschaften und wagt eine Prognose, wo die Klubs am Saisonende landen werden.

1. FC Kaiserslautern

Personal: Sechs Abgänge gibt es bislang zu verzeichnen, hinzu kommen drei Spieler, die ausgeliehen waren. Einzig der Wechsel von Stammkeeper Matheo Raab zum Hamburger SV schmerzt beim FCK. Dafür konnte mit Andreas Luthe von Union Berlin ein namhafter und erfahrener Torhüter geholt werden. Auch mit der Verpflichtung von Weltmeister Erik Durm ließen die Pfälzer aufhorchen.

Vorbereitung: Vier Spiele wurden bis dato absolviert. Nach zwei Duellen mit Amateurmannschaften gab es den ersten Härtetest mit dem Schweizer Erstligisten FC Lugano. Gegen die Eidgenossen setzte es eine 3:4-Niederlage. Es folgte ein 3:0 gegen Regionalligist SpVgg Unterhaching. Vor dem Auftakt steht noch das Kräftemessen mit dem KAS Eupen aus Belgien an.

Auftaktprogramm: Nach dem Auftaktspiel gegen Hannover folgt das Auswärtsspiel bei Holstein Kiel. Danach warten St. Pauli (H), Paderborn (H), Fürth (A) und Magdeburg (H). Der Auftakt gegen viele gestandene Zweitligisten, bei denen der eine oder anderen auch nach oben schauen möchte, wird früh aufzeigen, wo der FCK steht. Gibt es Erfolge zu verbuchen, wird die Euphorie weiter anhalten.

Prognose: Über den Umweg der Relegation schafften die Roten Teufel nach vier Jahren in der Drittklassigkeit die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus. Ein normaler Aufsteiger ist der Klub natürlich nicht. Zu groß ist die Tradition, zudem war der Verein schon vier Mal Deutscher Meister. Die Euphorie und den neu entfachten Zusammenhalt zwischen Fans und Teams müssen die Spieler mit in den Saisonstart nehmen. Die Truppe wird in der unteren Tabellenhälfte zu Hause sein, sicherlich auch das eine oder andere Mal Kontakt zu den Abstiegsplätzen haben. Am Ende reicht es aber zum Klassenerhalt: Platz 11-15

 

Eintracht Braunschweig

Personal: Die Fluktuation hielt sich in Grenzen. Warum auch viel bei einer Mannschaft ändern, die den Aufstieg geschafft hatte? Neun Profis verließen den Klub, darunter drei Leihspieler. Luc Ihorst, von Werder Bremen ausgeborgt, wurde fest verpflichtet. Darüber hinaus kamen fünf Spieler neu hinzu. Mit Fabio Kaufmann auch ein alter Bekannter. Mit Mehmet Ibrahimi wurde ein 19-jähriges Talent von RB Leipzig ausgeliehen.

Vorbereitung: Gegen den FC Wenden (12:0), PSV Braunschweig (16:0), die SG Remlingen/Denkte (17:0) und FT Braunschweig (5:0) gab es klare Erfolge. Der erste ernstzunehmende Test stand gegen Drittligisten SC Freiburg II an, der mit 1:0 erfolgreich bestritten wurde. Gegen den luxemburgischen Erstligisten FC Swift Hesperange setzte es eine 0:1-Niederlage. Am 6. Juli folgt ein Spiel gegen Union Berlin, am 9. Juli gegen Drittliga-Aufsteiger Rot-Weiss Essen.

Auftaktprogramm: Zum Auftakt gibt es gleich drei Duelle gegen Aufstiegskandidaten: Hamburg (H), Heidenheim (A) und Darmstadt (H). Anschließend warten Kiel (A), Düsseldorf (H) und Absteiger Bielefeld (A). Auf dem Papier hätte das Auftaktprogramm kaum schwieriger sein können. Es droht ein Fehlstart. Gibt es stattdessen gegen diese Teams den einen oder anderen Punkt, könnte dies Schwung geben.

Prognose: Der BTSV hat sich zu einer Fahrstuhlmannschaft entwickelt. Nach dem Abstieg in die 3. Liga 2018 gelang 2020 der Aufstieg, ein Jahr später folgte Abstieg. Nun ging es sofort wieder in die 2. Bundesliga. Doch auch in dieser Saison geht es einzig allein darum, die Klasse zu halten. Ein schwieriges Unterfangen. Am Ende wird es für die Niedersachsen knapp werden: Platz 14 bis 18

 

1. FC Magdeburg

Personal: Bei den Blau-Weißen war im Kader mehr Bewegung als bei anderen Klubs. Zwölf Spieler haben dem Klub den Rücken zugekehrt. Mit Raphael Obermair, Tobias Müller und Sirlord Conteh schlossen sich gleich drei Leistungsträger dem Ligakonkurrenten SC Paderborn an. Acht Spieler wurden neu verpflichtet, zudem noch Jamie Lawrence für zwei Jahre vom FC Bayern München ausgeliehen. Tim Boss (29) und Malcolm Cacutalua (27) sind die ältesten neuen Profis. Ansonsten wurde auf jüngere Spieler zwischen 19 und 25 gesetzt.

Vorbereitung: Überschattet wurden die vergangenen Wochen durch mehrere Verletzungen, weshalb es durchaus sehr unruhig war bei den Ottostädtern. Nach einem klaren Erfolg gegen die Amateurtruppe FSV Grün-Weiß Ilsenburg (11:1) folgte ein 2:0 gegen Regionalligist BSV Rehden. Auch gegen den letztjährigen Ligakonkurrenten Viktoria Berlin holte das Team einen Sieg (2:1). Beim Härtetest gegen Union Berlin sah Trainer Christian Titz eine 1:4-Pleite. Am 9. Juli gibt es die Generalprobe gegen den niederländischen Erstligisten SC Cambuur Leeuwarden.

Auftaktprogramm: Auch der dritte Aufsteiger im Bunde bekommt ein stattliches Programm serviert. Nach dem Auftakt zu Hause gegen Düsseldorf, fordern Karlsruhe (A), Kiel (H),  St. Pauli (A), Hannover und Kaiserslautern (A) das Team von der Elbe heraus. Trotz viel Zweitliga-Erfahrung bei den Gegnern ist keine Übermannschaft dabei, weshalb mehrere Niederlagen eine Enttäuschung und ein schwacher Start wären. Stattdessen könnte aber mit Erfolgserlebnissen noch mehr Selbstvertrauen geholt werden.

Prognose: Nach einem einjährigen Intermezzo in der Saison 2018/19, als der Verein als Vorletzter sofort wieder abgestiegen war, soll es dieses Mal anders, besser laufen. Der Klub möchte sich in der 2. Liga etablieren und zeigen, dass er aus den Fehlern vor vier Jahren gelernt hat. Aber naturgemäß ist es als Aufsteiger schwierig: Platz 14 bis 17

 

SSV Jahn Regensburg

Personal: Sieben Spieler wurden bislang für die neue Saison geholt. Mit Joshua Mees (Kiel) und Oscar Schönfelder (Bremen) zwei auf Leihbasis. Dem stehen elf Abgänge gegenüber, davon vier von zuvor ausgeliehenen Profis. Max Besuschkow schloss sich Konkurrent Hannover an, Erik Wekesser ging nach Franken zum 1. FC Nürnberg.

Vorbereitung: Zu Beginn gab es standesgemäß Siege gegen Amateurteams wie eine Taubertal-Auswahl (7:1), den FC Gottfrieding (7:0), VfR Laberweinting (8:0), Fortuna Regensburg (10:3) und SC Eltersdorf (2:0). Einen deutlichen Erfolg feierte das Team mit einem 6:2 gegen Drittligist FSV Zwickau. Gegen Drittliga-Aufsteiger SpVgg Bayreuth folgte ein torloses Remis. Am 9. Juli gibt es noch das Duell gegen Norwich.

Auftaktprogramm: Welche Spiele in dieser Liga sind schon einfach? Zumindest zu Saisonbeginn stehen diese Partien nicht auf der Jahn-Agenda. Mit Darmstadt (H) und Bielefeld (A) warten zwei starke Teams. Auch gegen Nürnberg (H), Hannover 96 (A) , Karlsruhe (H) und Düsseldorf (A) wird es nicht wirklich leichter.

Prognose: Nach einem guten Start in die abgelaufene Saison verlor die Mannschaft, die sogar Tabellenführer war, den Faden und beendete die Runde mit acht Punkten Vorsprung vor dem Abstiegs-Relegationsplatz auf Rang 15. Das wirkt natürlich nach, macht das Team aber ganz schwer einzuschätzen, wohin die Reise gehen wird. Der Abstieg wird verhindert, für viel mehr wird es aber wohl nicht reichen: Platz 10 bis 14

 

SV Sandhausen

Personal: Fortan wird mit David und Christian Kinsombi ein Brüderpaar am Hardtwald auflaufen. David kam vom HSV zu den Schwarz-Weißen. Ihm folgten vier weitere Spieler. Schmerzhaft und überraschend war hingegen der Abgang von Pascal Testroet. Der Angreifer wechselt zum Drittligisten FC Ingolstadt. Es wird eines der zentralen Themen der kommenden Spielzeit: Kann die Mannschaft den Verlust des Knipsers auffangen?

Vorbereitung: Bislang gab es nur Siege: Gegen TuS Mingolsheim (10:0), Fortuna Heddesheim (7:0), den rumänischen Erstligisten OSK Sepsi (3:0) und Regionalligist Astoria Walldorf (3:1). Der Härtetest gegen den FC Augsburg findet am 8. Juli statt.

Auftaktprogramm: Gleich zu Beginn stehen mehrere Stresstests an: Der Auftakt gegen Absteiger Bielefeld (H) und Darmstadt (A) hat es in sich. Danach warten Düsseldorf (H), Karlsruhe (A), Nürnberg (H) und Kiel (A). Irgendwie und irgendwo müssen die nötige Punkte her, um nicht von Beginn an mit dem Rücken an der Wand zu stehen.

Prognose: Der Klub geht schon in seine elfte Zweitliga-Saison , schaffte es immer wieder, dem Abstieg zu entkommen. Respekt dafür. Doch wie jedes Jahr aufs Neue wird das Team als einer der heißen Abstiegskandidaten gehandelt. Ob es dieses Mal wieder gelingt, den Nicht-Abstieg feiern zu können? Es wird traditionell sehr schwierig: Platz 13 bis 18.

 

F.C. Hansa Rostock

Personal: Neun externe Spieler lotste die Kogge bislang zu sich. Für das meiste Aufsehen sorgte der Transfer von Sebastien Thill. Der Offensivspieler war schon in der Champions League aktiv, wusste beim FC Sheriff Tiraspol zu überzeugen. Die Hoffnung ist groß, dass der Luxemburger den Kader qualitativ auf ein neues Level heben kann. Leistungsträger konnten gehalten werden, überraschend kam jedoch der Abgang von Hanno Behrens nach Indonesien.

Vorbereitung: Vier Tests standen bei Hansa bislang an, gegen eine Rostock-Auswahl (6:2) und Dynamo Schwerin (6:1) wurden die erwarteten Siege eingefahren, zudem besiegte Rostock den Wolfsberger AC (3:1). Danach gab es ein 0:0 gegen Austria Klagenfurt. Am 7. Juli steht ein Duell gegen den FC Anker Wismar an. Zwei Tage später die Generalprobe gegen Bröndby IF.

Auftaktprogramm: Los gehts mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim, danach gehts zum Hamburger SV. Mit dem einen oder anderen Punkt wird geliebäugelt. Auch bei den Duellen gegen Bielefeld (H), Darmstadt (A), St. Pauli (H) und den KSC (A). Die Erwartungshaltung hat sich nach dem Klassenerhalt ein Stück weit geändert. Auch gegen vermeintliche Top-Teams werden nun Punkte erwartet. Chancen, sich zu beweisen, gibt es zu Beginn gleich genug.

Prognose: Als Neuling hat jede Mannschaft den Vorteil, dass die Gegner noch nicht 100 prozentig wissen, was auf sie zukommt. Doch nun weiß die Liga, wie Hansa agiert. Dafür hat der Kogge-Kader an Erfahrung gewonnen, weiß, zu was er in der Lage ist. Das wird am Ende auch reichen, um die Liga erneut zu halten: Platz 11 bis 15