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Analyse & Prognose: Die 2. Liga vor dem Saisonstart #2

IMAGO / Moritz Müller

Am nächsten Freitag, den 15. Juli, eröffnet Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 die neue Zweitliga-Saison. liga2-online.de wirft einen Blick auf die bisherige Vorbereitung aller Mannschaften und wagt eine Prognose, wo die Klubs am Saisonende landen werden.

 

Karlsruher SC

Personal: Zwölf Spieler haben den Klub bislang verlassen. Im Gegenzug kamen sieben externe neu hinzu. Es war also ordentlich Bewegung im Kader der Mannen aus dem Wildpark. Durch einige Verletzungen ist die Defensive jedoch sehr ausgedünnt, weshalb mit Florian Ballas ein erfahrener Spieler noch dazu geholt wurde. Richtig schmerzhaft ist der Abgang von Knipser Philipp Hofmann, der sich ablösefrei dem VfL Bochum angeschlossen hatte.

Vorbereitung: Nach zwei Siegen gegen die Freizeitkicker einer Mittelbaden-Auswahl (9:1) und den SV Bühlertal (5:0) folgte im ersten Härtetest ein 2:2 gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Danach setzte es eine herbe 0:4-Klatsche gegen den TSV 1860 München. Auch gegen Ferencvaros Budapest (1:4) und den SV Werder Bremen (1:2) gab es Niederlagen. Am  9. Juli folgt die Generalprobe gegen Drittligist 1. FC Saarbrücken.

Auftaktprogramm: Den Badenern steht zu Beginn ein bunter Mix bevor: Mit Paderborn (A) wartet eine erfahrene Mannschaft. Aufsteiger Magdeburg (H) hingegen will mutig in die Saison starten. Danach folgt Absteiger Fürth (A) sowie Sandhausen (H), Regensburg (A) und Rostock (H) – von Aufstiegs- bis Abstiegskandidat ist alles dabei.

Prognose: Nach einem sechsten Platz in der Saison 2021/21 verlief die abgelaufene Spielzeit mit Rang zwölf eher enttäuschend. Dem Team von Trainer Christian Eichner fehlte die Konstanz, am Ende gab es sogar sieben Partien ohne Sieg. Die Kunst wird es sein, dies aus den Köpfen der Spieler zu bekommen und unbelastet zu starten. Da kommt es entgegen, dass eh fast der halbe Kader ausgetauscht wurde. Am Ende reicht es für einen Platz im Mittelfeld: Platz 8 bis 12.

 

Hannover 96

Personal: Elf Spieler wurden bislang geholt, ebenso viele haben die 96er verlassen. Damit ist der Kader jedoch noch nicht fertig. Ungewollte Profis wie Franck Evina sollen gehen. Jeder Euro soll zusammengekratzt werden, um eine schlagkräftige Truppe zusammen zu bekommen, die perspektivisch wieder um die vorderen Plätze mitspielen kann. Der Star des Sommers ist bislang Havard Nielsen, der seinem Trainer aus Fürth nach Hannover folgte.

Vorbereitung: Bislang gab es noch keine Niederlage. Zunächst standen Spiele gegen den SC Haßbergen (15:0) und SV Ramlingen/Ehlershausen (3:0) an. Auch gegen den Regionalligisten TSV Havelse gab es einen Erfolg (3:1), gleiches galt für das Duell gegen den MSV Duisburg (5:2). Bei einem Turnier folgten zwei 1:1-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück und VfL Wolfsburg. Am 9. Juli steht das Abschlussspiel gegen den FC Groningen an.

Auftaktprogramm: Die Roten eröffnen die Saison beim 1. FC Kaiserslautern, bekommen gleich die Wucht eines Aufsteigers zu spüren. Auch gegen den FC St. Pauli (H) und den SC Paderborn (A) wird es nicht leichter. Nach dem Duell gegen Regensburg (H) wartet mit Magdeburg (A) schon der nächste Aufsteiger. Danach geht es gegen die Kleeblätter aus Fürth (H). Die ersten Gegner stellen einen guten Querschnitt der Liga dar und werden zeigen, wie gut das Team schon aufgestellt ist.

Prognose: Nach zwei enttäuschenden Jahren mit Platz 13 und elf soll es bei den Niedersachen nun endlich wieder besser laufen. Dafür wurde mit Stefan Leitl auch ein aufstiegserfahrener Trainer geholt. Die Hannoveraner sind eines der am schwierigsten einzuordnenden Teams der Liga. So eine schwache Saison wie letztes Jahr wird es nicht geben: Platz 4 bis 8.

 

Fortuna Düsseldorf

Personal: Es war recht ruhig bei der Fortuna. Ao Tanaka wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet, gleiches gilt für Jordy de Wijs. Dafür nahm der Klub knapp zwei Millionen Euro in die Hand. Mit Benjamin Böckle (FC Liefering) kam noch ein weiterer Spieler dazu. Wirkliche Top-Leistungsträger mussten die Düsseldorfer bei ihren sieben Abgängen nicht gehen lassen.

Vorbereitung: Nach einem 5:0-Auftakt gegen den VfB Hilden folgte ein 3:1 gegen den Slowakei-Klub MFK Ruzomberok. Gegen den bekannten griechischen Vertreter Olympiakos Piräus musste man eine 1:2-Pleite hinnehmen, woraufhin ein 1:0-Erfolg gegen die TuS Koblenz folgte. Auch gegen den SV Straelen setzte sich das Team durch (2:1). Zum Ende gab es noch einmal einen herben Dämpfer. Twente Enschede war beim 1:5 zu stark.

Auftaktprogramm: Die Erwartungshaltung in dieser Saison ist hoch. Dementsprechend sollte zum Auftakt gegen Magdeburg (A) ein Sieg her. Gleiches gilt für die Duelle gegen Paderborn (H) und Sandhausen (A). Anders sieht es beim Kräftemessen gegen Absteiger Fürth aus (H). Danach folgt mit Braunschweig der nächste Neuling (A), ehe Regensburg herausgefordert wird (H).

Prognose: Die Rheinländer kamen gar nicht aus dem Quark. Bis Daniel Thioune die Mannschaft im Februar übernahm. Nur am letzten Spieltag gab es eine Niederlage, ansonsten konnte das Team zeigen, welches Potential in ihm steckt. Der Schwung soll natürlich über die Sommerpause hinweg mitgenommen werden. Ohne den schwachen Start hätten die Rheinländer ganz woanders stehen können. Dementsprechend groß kann die Rolle werden, die das Team spielt: Platz 3 bis 7

 

Holstein Kiel

Personal: An viele neue Gesichter müssen sie sich an der Küste bislang nicht gewöhnen. Inklusive zweier Leihspieler sind fünf Transfers getätigt worden. Dabei soll Fiete Arp die Tore schießen. Im Gegenzug wurden zwei Profis verliehen, zwei suchten sich endgültig einen neuen Arbeitgeber. Konstanz im Kader ist das Stichwort bei den Kielern und soll den Erfolg bringen.

Vorbereitung: Ungeschlagen ging die KSV bislang durch die vergangenen Wochen. Nach einem standesgemäßen und lockeren 9:2 gegen den TSV Bordesholm gab es einen 2:0-Erfolg gegen Ligakonkurrent FC St. Pauli (2:0). Gegen Qarabag Agdam aus Aserbaidschan kam die Truppe nicht über ein 2:2 hinaus. Nach einem 1:0-Erfolg gegen den Wolfsberger AC wartet am 9. Juli zum Abschluss Silkeborg IF.

Auftaktprogramm: Nach dem Start gegen das vermeintliche Top-Team aus Fürth (A) folgen unangenehme Duelle gegen die Aufsteiger aus Kaiserslautern (H), Magdeburg (A) und Braunschweig (H). Diese Begegnungen werden zeigen, wie widerstandsfähig die Norddeutschen unterwegs sind. Denn die Mannschaft kann da fast nur verlieren. Danach warten Paderborn (A) und Sandhausen (H).

Prognose: Nach dem Abgang von Ole Werner übernahm Marcel Rapp das Team im Oktober. Es gab vielversprechende Ansätze, aber auch mal vier Niederlagen in Serie. Die Konstanz, die im Kader ist, soll nun auch bei den Leistungen zu sehen sein. Das wird mal mehr, mal weniger funktionieren: Platz 9 bis 13

 

1. FC Nürnberg

Personal: Mit Christoph Daferner wurde ein vielversprechender Stürmer für eine Millionen Euro Ablöse von Dynamo Dresden geholt. Für Kwadwo Duah haben die Franken 700.000 Euro an den FC St. Gallen überwiesen. Im Angriff wurde also ordentlich nachgerüstet. Zudem kamen noch sechs weitere Spieler. Im Gegenzug wechselte mit Kilian Fischer ein Abwehr-Talent für 2,5 Millionen Euro nach Wolfsburg. Ihm schlossen sich neun Akteure an und verließen den Klub.

Vorbereitung: Nach dem erfolgreichen Aufgalopp gegen Viktoria Aschaffenburg (2:0) sorgte der bulgarische Klub Ludogorets Razgrad mit einer 0:3-Niederlage für den ersten Dämpfer beim Glubb. Auch das Duell gegen die WSG Tirol verlief nicht besser (0:2). Beim letzten Härtetest gegen den englischen Klub FC Arsenal sahen die FCN-Fans eine 3:5-Niederlage. Am 9. Juli steht noch das Duell gegen den FC Schweinfurt an.

Auftaktprogramm: Der Start in die neue Spielzeit hat es in sich: Mit St. Pauli (A) und Absteiger Fürth (H) warten gleich zwei Teams, von denen viel erwartet wird. Nach dem Duell mit Regensburg (A) steht mit Heidenheim (H) ebenfalls ein Team bereit, das nie leicht zu bespielen ist. Das auf dem Papier leichteste Spiel findet gegen Sandhausen (A) statt. Dafür geht es anschließend nach Hamburg.

Prognose: Nach einem extrem vielversprechenden Start und Aufstiegsträumen ging die Puste im Lauf der Rückrunde aus, in den letzten fünf Spielen gab es gar keinen Sieg mehr. Dennoch war die Saison unter Robert Klauß ein Erfolg, war es doch die beste Spielzeit seit dem Abstieg. Die Entwicklung der Mannschaft ist zu erkennen. Prognose: Platz 5 bis 9

 

SC Paderborn

Personal: Mit Raphael Obermair, Sirlord Conteh und Tobias Müller lotsten die Ostwestfalen gleich drei Spieler von Aufsteiger Magdeburg zu sich. Zudem wurde für die Innenverteidiger Adrian Gryszkiewicz (Zabrze) und Jasper van der Werff (Salzburg) Geld in die Hand genommen. Insgesamt wechselten bislang elf Spieler an die Pader. Zwölf gingen – drei davon auf Leihbasis.

Vorbereitung: Der SCP absolvierte einen Teil seiner Vorbereitung in den USA, trat dort gegen Minnesota United FC (3:4) und Forward Madison FC (2:1) an. Zurück in der Heimat wurde gegen den SC Verl getestet (2:2), es folgte ein 3:1-Erfolg gegen den Halleschen FC und ein 5:2 gegen den niederländischen Top-Klub Ajax Amsterdam. Nach dem Duell gegen den VfL Bochum (2:0) steht am 9. Juli der Abschluss gegen den VfL Osnabrück an.

Auftaktprogramm: Zu Beginn geht es gegen viel Erfahrung: Karlsruhe (H), Düsseldorf (A) und Hannover (H) sind die Gegner. Danach steht das Duell mit Aufsteiger Kaiserslautern (A) an. Gefolgt von den etablierten Zweitligisten Kiel (H) und St. Pauli (A). Es hätte durchaus ein einfacheres Auftaktprogramm geben können.

Prognose: Nach den wilden Jahren mit dem Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga gab es zuletzt zwei Jahre Zweitklassigkeit. Die Verpflichtung von Trainer Lukas Kwasniok letztes Frühjahr hat funktioniert, der SCP hat sich als solider Verein etabliert und möchte natürlich gern auch mal wieder Erstligaluft schnuppern. Die Ostwestfalen sind immer eine Wundertüte, doch für ganz oben wird es nicht reichen: Platz 6 bis 10