Arminia in Nürnberg: Krisenklubs unter sich
Der DSC Arminia Bielefeld gastiert am Sonntag Mittag beim 1. FC Nürnberg zum nächsten Krisenduell in der 2. Bundesliga. Nach der desolaten 2. Halbzeit gegen den FC Erzgebirge Aue reisen die Ostwestfalen nun nach Franken, wo der tabellarisch sicher positionierte Club wartet. Doch auch in Nürnberg ist man mit der Saison unzufrieden. Zuletzt musste Trainer Alois Schwarz gehen und außerdem stehen die Gastgeber in der aktuellen Formtabelle sogar noch hinter der Arminia. Ein weiterer Krisengipfel ist also vorprogrammiert.
"Genug gesprochen"
Die Stimmung rund um Bielefeld scheint derzeit so schlecht wie lange nicht mehr. Nach den tollen Leistungen gegen Frankfurt und Hannover hatten die Verantwortlichen einen Sieg gegen den Konkurrenten aus Aue fest eingeplant. Doch durch die schlechteste zweite Hälfte der Saison vergaben die Bielefelder diesen Big-Point. Nun scheint der Abstiegskampf in dieser Saison in ein Schneckenrennen zu mutieren, denn immer noch hat die Arminia den Relegationsplatz und auch das rettenden Ufer in Sicht. Auf Floskeln und Sprüche hatten die Spieler zuletzt keine Lust mehr und auch der Trainer hat jetzt genug: „Wir waren in dieser Woche längere Zeit in der Kabine. Wir haben Videoanalyse, Besprechungen und Situationsanalyse vorgenommen und natürlich auch über Dinge gesprochen, die während eines Spiels passieren: Es gibt Rückstände und Ereignisse, mit denen man umgehen muss, aber es gibt auch Führungen, mit denen man umgehen muss. Jetzt haben wir aber auch genug gesprochen.“ Kapitän Fabian Klos hatte schon nach dem Spiel gegen Aue genug von Mutmachsprüchen. Er ging zum Dialog mit den Fans, wollte danach aber nichts weiter zum Spiel sagen. Die Mienen der Spieler sprachen ohnehin Bände.
"Sich dem Verein unterordnen"
So scheinen in der Mannschaft aber noch nicht alle die enorm bedrohliche Situation erkannt zu haben. Auch dies kritisierte der Übungsleiter Kramny auf der Pressekonferenz: "„Jeder Spieler muss sich in die Pflicht nehmen. Wir müssen jetzt alles dem Verein unterordnen. Es sind noch elf Spiele, aber elf Spiele sind auch schnell vorbei und deshalb müssen wir schauen, dass wir schleunigst den Bock umstoßen." Den Bock umstoßen müssen die Gäste nach dem Sieg der Auer am Freitag nun auch noch als Letzter. Auswärts ist man seit dem 4:1-Sieg in Sandhausen im letzten Jahr ohne Sieg. Die Aufgabe könnte also durchaus leichter sein. Ausfallen wird am Sonntag lediglich Sören Brandy mit einer Muskelverletzung, doch der Ex-Unioner konnte bisher auch noch nicht als Leistungsträger glänzen. Ohne eine geänderte Grundeinstellung der Blauen wird auch im Frankenland nichts Zählbares auf die eigene Habenseite kommen. Der Klassenerhalt wird bei dem Restprogramm des DSC denkbar schwer und mit einigen der bisher gezeigten Leistungen wohl auch unmöglich. Der genesene Mittelfeldspieler Manuel Prietl will seine Kollegen aber noch nicht abschreiben: „Wenn du auf die Tabelle guckst und du bist Siebzehnter, ist das natürlich nicht schön. Aber es sind noch elf Spiele und da ist noch alles drin. Wir müssen als Mannschaft weiter zusammenrücken und uns weiter pushen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“