Furiose SVE erobert Platz 2: "Wieder eine Nasenspitze vorne"
Im Aufstiegskampf hat die SV Elversberg den SC Paderborn 07 im direkten Duell zerlegt - zumindest auf dem Papier. Nach Abpfiff betonte SVE-Coach Vincent Wagner nämlich, dass der 5:1-Heimsieg gegen die Ostwestfalen durchaus schmeichelhaft war. Aber seine Gründe hatte. Gegenseitige Glückwünsche blieben nach Abpfiff aus.
"Das ist nämlich authentisch"
Genauso wie Vincent Wagner ist SCP07-Coach Ralf Kettemann in seinem ersten Jahr als Cheftrainer im Profibereich. Nach dem direkten Duell der Aufstiegskandidaten blieb der 39-Jährige dann auch ganz ehrlich. "Viel Erfolg wünsche ich euch mal nicht. Du weißt warum, du kannst das einschätzen", fügte Kettemann mit einem Lächeln an seine Kurzanalyse zum Spiel an. Der Cheftrainer der Elversberger nahm den Ball ebenfalls grinsend auf. "Danke für das Nicht-Glückwünschen. Das ist nämlich authentisch", so Wagner. Die Ausgangslage, sie war nach dem 5:1-Sieg der SVE gegen den SCP07 ohnehin klar.
Elversberg zieht an Paderborn vorbei und springt auf Platz 2, aber beide Spitzenteams trennt nur ein Zähler. "Also das Ergebnis ist absolut schmeichelhaft", ordnete Wagner anschließend ein. "Das sagen auch die xG-Werte. Es hilft einfach, wenn du diesen Dosenöffner hast, wenn du mal dieses Standardtor hast. Jetzt hatten wir nicht immer das Quäntchen Glück, was wir dann heute hatten." Was auf dem Papier nach einer sehr eindeutigen Partie aussah, war auf dem Rasen trotz aller Tore der Elversberger ein Duell auf Augenhöhe. In dem die SVE einfach kaltschnäuziger war. "Und das heißt noch gar nichts", legte sich Wagner sogleich auch fest.
"Ist und bleibt für mich einfach Wahnsinn"
Im Rennen um die Aufstiegsplätze werden Elversberg, Hannover und Paderborn weiter um Kleinigkeiten kämpfen, dessen war sich der SVE-Coach sicher. "Man sieht es auch heute wieder bei Hannover gegen Münster, wie unfassbar schwierig das einfach ist", verwies Wagner auf das 3:3-Unentschieden im Parallelspiel der Niedersachsen gegen den Tabellenletzten. Eine Partie, in der viele Fans fest mit einem Sieg gerechnet haben werden. "Die Leute wollen das nicht immer wahrhaben", fügte Wagner hinzu, der im gleichen Atemzug entsprechend die Leistung von Zweitliga-Meister Schalke würdigte.
Vergleichbar mit dem feststehenden Aufsteiger sei ohnehin kein Konkurrent. "Wir sind jetzt wieder eine Nasenspitze vorne, aber dass wir, als kleiner Verein, der sehr, sehr gut arbeitet, in so einer außergewöhnlichen Liga vielleicht spielen dürfen. Das ist und bleibt für mich einfach Wahnsinn, wenn ich sehe, dass wir die Möglichkeit haben, in dieselbe Liga aufzusteigen", so Wagner. "Das ist einfach etwas außergewöhnliches, aber unsere Jungs spielen auch außergewöhnlich gut Fußball." Ein Garant sei das aber längst nicht, sodass am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) wieder alles auf Null gesetzt wird. Denn auch vor 50.000 Zuschauern in Düsseldorf wird Elversberg erst einmal bestehen müssen, so Wagner.