Atik spricht Klartext: "Brauchen uns nicht in die Tasche lügen"

Baris Atik stieg in seiner Karriere zwei Mal aus der 2. Bundesliga ab. Mit aller Macht möchte der 31-Jährige verhindern, dass sich die Geschichte mit dem 1. FC Magdeburg wiederholt. Vor dem Krisengipfel mit Preußen Münster (Sonntag, 13:30 Uhr) nahm sich der Vizekapitän seine Mannschaft zur Brust.

"Für mich ist es ein Tabu, abzusteigen"

In der Saison 2017/18 ging der 1. FC Kaiserslautern als Tabellenletzter in die 3. Liga runter. Baris Atik startete die Spielzeit seinerzeit als Leihspieler bei den Roten Teufeln, doch schon in der Winterpause zog er weiter. Zwei Jahre später folgte ein weiterer Abstieg im Trikot der SG Dynamo Dresden - wieder als Tabellenletzter. Und jetzt ist auch Magdeburg das Schlusslicht der 2. Bundesliga. Atik will verhindern, dass sich die Geschichte nach so vielen erfolgreichen Jahren an der Elbe wiederholt.

"Ich bin jetzt fast fünfeinhalb Jahre hier und habe sportlich einen großen Teil beigetragen. Für mich geht es nicht einfach nur um den Fußball, sondern um die Ehre und den Stolz und die Menschen in der Region. Für mich ist es ein Tabu, abzusteigen", erklärte der 31-Jährige in der "Bild"-Zeitung. Der Vizekapitän schwor: "Die Situation geht mir extrem nah und es wäre das Schlimmste, was mir in meiner Karriere passieren würde. Ich werde alles daran setzen, die Jungs da unten rauszuholen und den Verein zu retten. Es ist für mich extrem wichtig, dass dieser Verein in dieser Liga bleibt."

"Ab jetzt entscheidet die Mentalität"

Dafür braucht Magdeburg jetzt frische Zähler. "Nur ein Punkt gegen Darmstadt war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Natürlich ist jetzt Druck da, wir sind auf dem letzten Platz und die Spiele werden weniger. Ab jetzt entscheidet die Mentalität, denn Fußball spielt sich extrem im Kopf ab", forderte Atik. Und stellte ganz deutlich klar: "Wer mental nicht stark genug ist, kann sich gern bei mir melden. Münster wird ein Sechs-Punkte-Spiel." Der 31-Jährige sprach Klartext.

Ein Mittel, das fruchten wird? Atik wollte nichts unversucht lassen. "Statistiken können wir uns irgendwo hinschieben. Fußball ist Ergebnissport und die Ergebnisse sind nicht gut. Da brauchen wir uns nicht in die Tasche lügen. Wir machen viele individuelle Fehler. Hinten müssen wir den Ball einfach mal wegscheppern, anstatt immer zu versuchen, ihn rauszuspielen. Und offensiv sollten wir unsere extrem vielen Chancen auch verwerten. Das tun wir aktuell nicht und das ist auch eine Kopfsache", fasste der Spielmacher zusammen. An die Trendwende glaubte er fest, andernfalls wäre er auch kein guter Führungsspieler.

"Da gibt es auch mal Feuer"

Sorgen, dass sich die Ansagen an seine Teamkollegen als Bumerang erweisen könnte, machte sich der 31-Jährige nicht. "Wir haben verschiedene Charaktere und du kannst nicht jeden streicheln. Manchem muss klipp und klar gesagt werden, was er falsch macht, da gibt es auch mal Feuer", ordnete Atik selbst ein. "Das Saisonende rückt näher, aber die Fehler sind die gleichen. Da sollte man ehrlich zueinander sein, mancher bekommt schon schön Druck von mir. Aber im Profifußball musst du mit Druck umgehen." Denn angesichts von zwei Zweitliga-Abstiegen in seiner Karriere weiß Atik, wovon er spricht. Am Sonntag folgt der Abstiegsgipfel.

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