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Auch Berlin strauchelt im Aufstiegsrennen: "Enttäuschung ist riesig“

Union Berlin hat eine womöglich historische Chance vorerst ungenutzt gelassen: Durch die 1:2-Pleite bei Darmstadt 98 ordneten sich die Köpenicker in die Reihe der seit Wochen ebenfalls strauchelnden Favoriten ein und vergaben im Rennen um den mutmaßlich letzten Aufstiegsplatz die wichtige Pole Position vor den beiden letzten Spielen.

Fischer beklagt mangelnde Chancenverwertung

Berlins Trainer Urs Fischer machte nach dem Abpfiff aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Die Enttäuschung ist riesig“, gestand der Coach unumwunden ein. Der Schweizer ärgerte sich vor allem über die mangelnde Effizienz seiner Spieler bei der Verwertung der reichlich herausgespielten Chancen und angesichts von zwei Aluminiumtreffern durch Robert Zulj auch über eine gehörige Portion Schusspech: "Wenn Du die Tore nicht schießt, brauchst Du Dich am Ende nicht fragen, wieso Du ein Spiel verlierst“, bilanzierte Fischer.

Statt durch eine Fortsetzung seiner Serie von zuvor vier Spielen ohne Niederlage am SC Paderborn auf den zweiten Platz vorbeizuziehen, bleibt Union aufgrund des Rückschlages am Böllenfalltor wenigstens im Kampf um den direkten Aufstieg in die Bundesliga auf weitere Schwächen der Ostwestfalen angewiesen. Aus eigener Kraft hingegen kann das Hauptstadtteam seinen momentanen Relegationsplatz in seinen letzten zwei Spielen gegen Abstiegskandidat 1. FC Magdeburg und beim VfL Bochum halten, zumal Paderborn und Berlins punktgleicher Verfolger Hamburger SV sich am Sonntag im direkten Duell die Punkte gegenseitig wegnehmen.

Reichel: "Alles raushauen und schauen, wofür es reicht“

"Wir haben wieder eine Riesenchancen liegenlassen“, haderte Verteidiger Ken Reichel in einem rbb-Interview mit der insgesamt sicherlich unnötigen Niederlage. Der 32-Jährige übte aber auch hinsichtlich des Abwehrhaltens, das auch Stürmer Zulj bei den Darmstädter Treffern im Nachgang als "sehr, sehr billig“, bezeichnete, Selbstkritik: "Es ist zu einfach zu sagen, dass wir vorne die Tore machen müssen. Wir können hinten ja schließlich auch die Tore verhindern.“

Stellvertretend für  seine Kollegen gab Reichel die einzig denkbare Parole für die Duelle mit Magdeburg und Bochum aus: "Wir müssen das Spiel abhaken und dann mit Vollgas in die letzten Spiele gehen. Das sind zwei Endspiele für uns. Da müssen wir noch einmal alles raushauen, am besten sechs Punkte holen und dann schauen, wofür es am Ende reicht.“