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Aue so gut wie abgestiegen: "Ich denke, das war es"

IMAGO / Eibner

Es war eine englische Woche zum Vergessen für den FC Erzgebirge Aue. Das 1:3 gegen Hannover 96 am Samstag war die dritte Pleite binnen acht Tagen. Neun Punkte liegen die Veilchen nun hinter dem Abstiegs-Relegationsplatz. Bei noch fünf ausstehenden Partien scheint der Abstieg besiegelt.

"Die lachen mich doch alle aus"

Trainer Pavel Dotchev war nicht einmal bemüht, noch Spannung herbeizureden. "Ich denke, das war es. Wir brauchen es nicht immer wieder schönreden. Das ist Tatsache. Wir müssen uns damit konfrontieren. Das ist nicht schön, das wissen wir. Es ist aber auch eine Chance, einen Neuanfang zu machen", sagte der 56-Jährige beim "MDR". Auch wenn es rechnerisch noch irgendwie möglich wäre, die Klasse zu halten, schätzt auch der erfahrene Trainer die Chancen auf einen Nicht-Abstieg auf null Prozent.

Ähnlich war die Stimmungslage bei Offensivspieler Dmitri Nazarov: "Ich könnte sagen, dass noch alles möglich ist, aber das glaubt mir doch eh keiner", so der 32-Jährige. "Ich brauche auch nicht mit Prozenten kommen, die lachen mich doch alle aus." Zumal die Sachsen noch gegen Heidenheim, Rostock, Darmstadt, Bremen und Dresden antreten müssen. Nach der bisherigen Saison scheint es unrealistisch, dass der FCE viele Siege einfährt.

"Eine ganze Menge Angst"

Das Duell gegen die Niedersachsen war als ein Endspiel und die letzte Chance auf den Klassenerhalt ausgerufen worden. Doch bereits nach drei Minuten lagen die Hausherren hinten. Nach einem Eckball war es wohl Malcolm Cacutalua, der den Ball ins eigene Tor beförderte. Auch wenn der Treffer offiziell 96-Verteidiger Julian Börner zugesprochen wurde. "Die Mannschaft war geschockt", erklärte Dotchev. "Wir haben den Start völlig verpennt", meinte Torwart Martin Männel. Dabei habe das Team detailliert an der Verteidigung der Standards gearbeitet. "Und wir liegen trotzdem hinten." Bereits nach 23 Minuten legte Hannover nach, Hendrik Weydandt erhöhte auf 2:0. "Es war eine ganze Menge Angst in der ersten Halbzeit dabei", hatte Abwehrspieler Sören Gonther erkannt. "Bei dem einen oder anderen war der Kopf nicht ganz frei, wir haben sie eingeladen."

Doch wie schon einige Male in dieser Spielzeit zeigte Aue Moral. Nach Wechseln und Umstellungen in der Halbzeitpause kamen die Veilchen durch Nikola Trujic zum schnellen Anschlusstreffer (54.). Die Hoffnung kehrte wieder ein wenig zurück. "Wir haben den Gegner immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Ich hatte das Gefühl, dass wir näher am 2:2 waren als Hannover am 3:1", sagte Dotchev. Auch Männel sah seine Vorderleute "drauf und dran" den Ausgleich zu erzielen.

Gegentor als Sinnbild

Doch dann folgte eine Situation, die – da waren sich alle Beteiligten einig – sinnbildlich für die gesamte Saison stand: Sebastian Kerk wollte den Ball ins Zentrum des Auer Strafraums spielen. Beim Versuch, den Ball zu blocken, fälschte Cacutalua diesen jedoch ins eigene Tor. Hannover ging nach 75 Minuten mit 3:1 in Führung. "Die einzige Situation, die sie haben, nutzen sie zum 3:1", war Gonther bedient. "Wir betreiben einen riesigen Aufwand. Das ist sehr frustrierend. Aber wir haben hinten wiederholt die Fehler gemacht und waren vorn nicht mit der letzten Konsequenz in der Lage, uns Chancen zu erarbeiten."

Auch wenn der Abstieg so gut wie besiegelt ist, forderten Trainer und Spieler, in den verbleibenden Wochen weiter vernünftig zu trainieren und in den Spielen die bestmögliche Leistung abzurufen. Das sei man der Liga und auch den eigenen Fans schuldig. Zudem liest sich ein Abstieg im Lebenslauf der Spieler schlecht. Die kommenden Partien müssen also auch dafür genutzt werden, sich für andere Klubs zu präsentieren.