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Aue taumelt weiter Richtung Abstieg: "Extreme Enttäuschung"

IMAGO / Claus Bergmann

Der Abstieg des FC Erzgebirge Aue wird wahrscheinlicher. Nach dem 0:4 beim Hamburger SV im Nachholspiel am Dienstagabend haben die Sachsen bereits neun Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Durch die dritte Pleite in Serie schwinden Selbstvertrauen und Glaube immer mehr.

"Das 0:2 war mein Ding"

Was wäre nur gewesen, wenn Nikola Trujic diese Chance genutzt hätte? In der zehnten Minute war der Offensivspieler frei durch, hatte nur noch HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes vor sich. Doch beim Versuch den Torhüter zu umkurven, stolperte der 29-Jährige – die Chancen war dahin. "Der HSV war die ganze Zeit dominanter und am Drücker. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich das Spiel anders entwickelt, wenn wir in Führung gehen", sagte Trainer Pavel Dotchev. "Wenn du was holen willst, musst du die Chancen am Anfang nutzen. Dann muss der HSV aufmachen", sagte auch Verteidiger Sören Gonther.

Doch so nahm das Unheil aus Sicht der Sachsen seinen Lauf: Nur vier Minuten später gingen die Hausherren doch Robert Glatzel in Führung. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs legte Sonny Kittel per Freistoß nach. Unter kräftiger Mithilfe von Aue-Keeper Martin Männel, der den zentral geschossenen Ball nicht abwehren konnte. "Da brauchen wir nicht drumherumreden, das 0:2 war mein Ding. Ich habe eigentlich ein gutes Spiel abgeliefert, aber bei einem Torwart bleibt so etwas im Hinterkopf. Es tut mir leid für die Mannschaft", so der 34-Jährige.

Hannover-Spiel als "letzte Chance"

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die Veilchen durch Antonio Jonjic die erste Gelegenheit, den Schuss des Stürmers konnte Heuer Fernandes aber abwehren (51.). Doch in der Folge wurden die Gastgeber immer stärker, legten durch Moritz Heyer (75.) und Ludovit Reis (83.) nach. "Wir haben insgesamt zu viel angeboten, da nehme ich mich nicht aus", fasste Männel zusammen. Gonther, der eine "extreme Enttäuschung" verspürte, sprach von einer "auch in der Höhe" verdienten Niederlage. "Du musst bis zum Ende durchziehen und verteidigen. Die letzten Woche haben wir immer Moral gezeigt, konnten heute aber nicht zurückkehren, weil der Gegner in allen Belangen überlegen war."

"Der HSV hat immer mehr den Druck erhöht und uns weichgeklopft", erklärte Dotchev die hohe Niederlage. "Wir waren am Ende fix und fertig. Ich finde es schade, dass wir wieder so viel Aufwand betrieben haben und uns nicht belohnen konnten." Wichtig sei nun die körperliche und physische Regeneration für das Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96. Bei neun Punkten Rückstand auf Platz 16, der immerhin die Relegation bedeuten würde, sei ein Sieg "die letzte Chance" für seine Mannschaft, noch an den Klassenerhalt glauben zu können. "Sonst können wir ruhig für die dritte Liga planen."