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Aue-Trainer Shpilevski über Maradona und die Ziele im Erzgebire

IMAGO / Picture Point

In der vergangenen Woche hatte Erzgebirge Aue die Verpflichtung von Aleksey Shpilevski als neuen Trainer bekanntgegeben. Nun äußerte sich der 33-Jährige bei einer Pressekonferenz erstmals zu seinem neuen Job und erklärte, worauf er in Zukunft viel Wert legen wird.

Treffen mit Diego Maradona

Um eine der großen Legenden des Fußballs treffen zu können, musste Aleksey Shpilevski 2018 ganz schön lange warten. "Für 13 Uhr waren wir in die Kabine einbestellt", erzählte der neue Trainer des FC Erzgebirge Aue belustigt. Doch erst gegen 19.30 Uhr war er da: Diego Maradona, damals Präsident von Dynamo Brest, deren erste Mannschaft Shpilevski für wenige Wochen trainiert hatte, ehe es zu Verwerfungen mit Mannschaft und Klubführung gekommen war. "Es war eine coole Begegnung. So einen Menschen, so eine Legende, zu treffen, war ein Erlebnis", meinte der gebürtige Weißrusse.

Doch auch unabhängig vom Treffen mit dem inzwischen verstorbenen Fußball-Idol hat der Mann aus Minsk schon einiges erlebt. Mit sechs Jahren kam er nach Deutschland, wechselte später in die Nachwuchsabteilung des VfB Stuttgart und nahm mit der weißrussischen Nationalmannschaft an der U17-EM 2005 teil. Aufgrund einer Bandscheibenverletzung wurde jedoch nichts aus der Spielerkarriere, mit 18 Jahren musste er aufhören, schlug stattdessen die Trainerlaufbahn ein.

Trainer mit 21 Jahren

Bereits mit 21 Jahren übernahm er erste Aufgaben im Nachwuchs von Sonnenhof Großaspach (2009 bis 2010). Es folgten Stationen in der Jugend des VfB Stuttgart (2010 bis 2013) und bei RB Leipzig (2013 bis 2018). Sein erstes Traineramt bei den Männern übernahm er 2018 bei Dynamo Brest, wo es zur Begegnung mit Maradona kam. Im November 2018 heuerte er in Kasachstan bei Kairat Almaty an. Mit Erfolg: Als Meister des Vorjahres darf der Klub nun an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen – ohne Shpilevski, der stattdessen dem Lockruf aus dem Erzgebirge folgte.

"Der Verein ist mir sehr entgegengekommen, hat mir keine Steine in den Weg gelegt. Dafür bin ich sehr dankbar", erklärte er. Er habe damals bei seiner Unterschrift in Kasachstan bereits darauf hingewiesen, dass er gehen werden, wenn es eine Möglichkeit gäbe, in Deutschland zu trainieren. Shpilevski, der in Aue einen Vertrag bis 2024 hat, wolle die Chance nun nutzen, nächstes Jahr "in einer der stärksten zweiten Ligen der Welt" dabei zu sein.

"Jungs mit Kompetenz überzeugen"

Sein Ziel sei es, "eine Siegermentalität" zu schaffe, eine "Atmosphäre frei von Egoismen". Der "Kollektivgedanke wird ganz oben stehen". Dabei sieht er sein ungewöhnliches junges Alter nicht als Hindernis: "Es ist wichtig, dass ich die Jungs mit Kompetenz überzeuge. Wenn sie merken, dass dies zu Resultaten führt, dann ziehen die mit." Es sei sogar ein Vorteil: "Ich bin auf derselben Wellenlänge, kann mich besser in sie hineinversetzen", ist Shpilevski, dessen Frau und einjährige Tochter bald nachziehen sollen, optimistisch.