Aue und der Löwenfluch: 6:2-Klatsche bei 1860 München
Nach einer turbulenten und ereignisreichen Freitagabendpartie verlieren die Veilchen bei den Münchner Löwen mit 6:2 (3:1). Großen Anteil an der Höhe des Ergebnisses hatte Schiedsrichter Thorben Siewer und die wackelige Auer Defensive.
Frühe Gegentore ebnen den Weg zur Niederlage
0:4, 0:5 - Aue musste in der Allianz Arena schon einige schwere Niederlagen einstecken. Dabei standen die Zeichen vor dem Spiel gut für Aue, gegen Union hatte man mehr als unglücklich verloren und gut gespielt und man traf auf taumelnde Löwen, die unter der Woche über 120 Minuten im Pokal spielen mussten. Aue ging mit unveränderter Startelf, im Vergleich zum Sonntag, in die Partie. Doch wieder einmal gelang es der Abwehr nicht, die nötige Stabilität zu finden. 1860 konnte schalten und walten, Aue bekam keinen Zugriff zum Spiel. Levent Aycicek eröffnete den Torreigen, mit einem Freistoß von der Strafraumkannte. Der Sechziger zirkelte den Ball über die Mauer ins Auer Tor, Keeper Daniel Haas sah dabei nicht gut aus. Wenig später leistete sich Breitkreuz einen folgenschweren Fehlpass im Aufbauspiel, 1860 spielte sich in den Strafraum, wo Rizzuto Olic nur mit einem Foul stoppen konnte. Liendl verwandelte sicher und Aue lief nach 23 Minuten schon einen doppelten Rückstand hinterher. Erst jetzt drehten die Veilchen auf und zeigten ihre Qualität im Angriff, Köpke gelang nach einer Flanke von Kvesic der Anschluss. Das Spiel war wieder offen, Aue kombinierte sich öfters in den gegnerischen Strafraum, Breitkreuz köpfte eine Freistoßflanke an den Pfosten, doch die Abwehr agierte immer noch nicht sattelfest, vor allem die Außenverteidiger Rizzuto und Hertner konnten ihre Flügel nicht absichern.
Schiedsrichter unterläuft folgenschwerer Fehler
Kurz vor der Pause dann nochmal große Aufregung, Olic umspielte Torwart Haas und schloss ab, Ex-Löwe Hertner rutschte in den Ball und klärte auf der Linie mit dem Kopf. Doch Schiri Thorben Siewer zeigte auf den Elfmeterpunkt und gab Hertner obendrein den roten Karton für ein Handspiel. Eine Fehlentscheidung, die Aue kurz vor dem Seitenwechsel das Genick brach. Ausgerechnet Siewer, der im Frühjahr gegen die Löwen ein Phantomtor pfiff und der bereits vom DFB wegen Manipulationsverdacht gesperrt wurde. Liendl blieb erneut Sieger im Duell gegen Haas und so ging es auch in die Pause.
Mit zehn Mann ohne Chance
Pavel Dotchev musste umstellen, verzichtete aber darauf einen weiteren Verteidiger zu bringen, wie Fabian Kalig, der sich in der Pause noch intensiv warm gemacht hatte. Christian Tiffert gab den Innenverteidiger, doch schon nach vier Minuten im zweiten Durchgang machte Sascha Mölders mit den 4:1 den Deckel drauf, erneut hatte Breitkreuz nicht gut ausgesehen, der das Duell eins gegen eins verlor. Aue bewies Moral, erspielte sich Chancen und kombinierte sich erstaunlich sicher mit zehn Mann in den Strafraum der Sechziger. Cebio Soukou belohnte die Auer in der 55. Minute mit einem Schuss aus 18 Meter. In der Folge blieb Aue dran, hatte gute Chancen auf den Anschlusstreffer. Doch an diesen Tag waren die Löwen eiskalt, ein schneller Konter über Olic endete im 5:2 und kurz vor Schluss traf Adlung nach schnellen Ballwechsel zum Endstand.
Taumelnde Abwehr bereitet Sorgen
Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wieder, München schoss sechsmal aufs Tor, sechsmal landete der Ball im Netz. Brutale Effizienz seitens der Sechziger. Aue hatte ähnlich viele Chancen und Spielanteile, rannte aber immer einen Rückstand hinterher und machte hinten auf. Die Fehlentscheidung von Referee Siewer hatte großen Einfluss auf die Höhe des Ergebnisses, dennoch spielte Aue auch vor der roten Karte desolat in der Abwehr und wahrscheinlich hätte man auch zu Elft verloren. Mit 23 Gegentoren kassiert Aue die meisten Treffer aller Zweitligisten, Pavel Dotchev muss sich Gedanken machen und eventuell personell etwas in der Viererkette ändern, denn so wird es schwer in den kommenden Spielen Punkte einzufahren und über dem Strich zu bleiben. Abzuwarten bleibt, ob Siewer die rote Karte für Hertner zurücknimmt, nach dem Spiel hatte er seinen Fehler zugegeben.