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"Aus den Klamotten schütteln": Pokal-Klatsche soll Kiel nicht stürzen

© Imago

Mit 0:5 musste sich Holstein Kiel am Samstagabend im DFB-Pokal-Halbfinale dem Bundesligisten aus Dortmund beugen. Obwohl Kiels Trainer Ole Werner seine Enttäuschung anschließend kaum verbergen konnte, ließ er doch Milde walten. Auch an bleibende Schäden bei seiner Mannschaft glaubte er nicht. 

Kiel kommt in Dortmund unter die Räder

Schon zur Halbzeit war er ausgeträumt, der Kieler Traum vom nächsten großen Coup – 0:5. Der Zweitligist wird also nicht in den seltenen Genuss eines Pokalfinals in der Hauptstadt kommen. Stattdessen waren Wunden zu lecken. Angesichts eines schwaches ersten Durchgangs "haben wir hier heute auch in der Höhe folgerichtig verloren", befand Ole Werner im Pressegespräch. Kiels Trainer gestand die tiefe Enttäuschung ein und gestattete sie auch seinen Spielern. Den Stab über seiner Mannschaft brechen wollte er damit jedoch keinesfalls. Im Gegenteil: "Unterm Strich muss ich trotzdem den Hut vor meinen Jungs ziehen, die eine sensationelle Pokalsaison gespielt haben, die insgesamt eine sensationelle Saison spielen."

An den Haaren war diese Einschätzung sicher nicht herbeigezogen, immerhin hatte zuvor ja sogar Rekordmeister Bayern München bezwungen werden können. Einzig: Am Sonnabend schafften es die Störche einfach nicht, in den Pokalmodus umzuschalten. Nach ordentlicher Anfangsphase wurden sie regelrecht auseinandergespielt von angriffswütigen Dortmunder Borussen. "Dann hat uns eigentlich fast alles gefehlt, um hier heute auch nur in die Nähe einer Sensation zu kommen", bestätigte Werner, "vor allem, was den Punkt Zweikampfverhalten angeht." Das nutzte Dortmunds Reyna gleich doppelt (16., 23.), ehe BVB-Kapitän Reus (26.) sowie die Mittelfeldmänner Hazard (32.) und Bellingham (41.) die Lawine so richtig ins Rollen brachten. Im zweiten Durchgang hielt Kiel dann besser mit, was wohl auch dem einsetzenden Dortmunder Schongang geschuldet war.

"Bringt nichts, in den Rückspiegel zu schauen"

"Dortmund war ein enorm starker Gegner, der sich nach der Führung in einen Rausch gespielt hat. Man kann hier verlieren, aber wir hätten sie nicht so spielen lassen dürfen. Das schmerzt", beschrieb Fin Bartels die Kieler Gemütslage hinterher auf der Vereinswebsite. Nach Berlin geht es für den Routinier und die KSV also frühestens in der nächsten Saison, wenn die Nordlichter womöglich der Bundesliga angehören werden.

Um dieses große Ziel zu erreichen, müssen die Störche die bitteren Erlebnisse des Pokalhalbfinals allerdings schnellstmöglich hinter sich lassen. Schon am Dienstag braucht es im Nachholspiel gegen den wiedererstarkten SV Sandhausen einen freien Kopf. Mit einem Sieg könnte Kiel am Hamburger SV vorbei auf Platz drei springen. "Aus den Klamotten schütteln" wolle man die Pleite daher, so Übungsleiter Werner. Er sei überzeugt davon, dass das gelinge und sorge sich mehr um den körperlichen Zustand der Spieler als um deren Psyche. Denn: "Es bringt ohnehin nichts, in den Rückspiegel zu schauen."