Ausgerechnet Franke vergibt: "Er wird ein gefeierter Held bleiben"
Beim Zweitliga-Duell im DFB-Pokal musste sich der Karlsruher SC knapp geschlagen geben. Dabei holte die Eichner-Elf einen 0:2-Rückstand gegen den SV Sandhausen auf - und ausgerechnet Marcel Franke wurde im Elfmeterschießen zur tragischen Figur.
"Vor dem Tor war Endstation"
Zur Halbzeitpause war KSC-Cheftrainer Christian Eichner froh, dass die Partie noch nicht entschieden war. 45 Minuten lang war der KSC in der Offensive nicht in Erscheinung getreten, weil knapp "20 bis 25 Meter vor dem Tor Endstation war". Der Gegner aus Sandhausen bot den Karlsruhern das zu erwartende Spiel, wie Eichner fand, doch Kapital konnten die Badener daraus nicht schlagen. Stattdessen klingelte es im eigenen Kasten.
"Normalerweise solltest du in so einem Spiel mit 0:0 in die Pause gehen", bewertete der 39-Jährige den Auftritt seiner Mannschaft. "Wenn du aber drei Dinger anbietest, dann kannst du glücklich sein, dass es nur mit einem 0:2 in die Kabinen geht." So konnte der KSC wenigestens den Mut fassen, dass bei einem schnellen Anschlusstreffer noch die zweite Luft folgen könnte. "So ist es auch gekommen", lobte Eichner den Vorwärtsdrang seiner Mannschaft, der in Treffern von Marvin Wanitzek (58.) und Tim Breithaupt (72.) mündete. Aber dann? "Wer geglaubt hat, dass es so weitergeht, der hat noch nicht oft Fußball gespielt. Die Mannschaft hat Ruhe reingebracht, obwohl es in der Phase vielleicht sinnvoller gewesen wäre, auf dem Gaspedal zu bleiben", fasste Eichner zusammen.
Achter Schütze entscheidet Elfmeterschießen
Das war dem KSC allerdings nicht mehr gelungen, sodass Sandhausen in der Verlängerung wieder Oberwasser gewann - ohne die "ganz klaren Chancen", wie Eichner auch festhielt. Dennoch fand auch der KSC-Coach den Gegner in den zusätzlichen 30 Minuten besser, wenngleich beide Mannschaften die große Chance zum Lucky Punch hatten. Auch im Elfmeterschießen blieb es ähnlich knapp, immerhin entschied sich das Spiel erst im achten Anlauf vom Punkt. Ausgerechnet Marcel Franke, der nach seiner Stammzellenspende in der vergangenen Woche wieder in die Startelf zurückkehrte, vergab den entscheidenden Elfmeter.
"Er wird ein gefeierter Held bleiben", legte sich Eichner fest, dass niemand dem Innenverteidiger die Schuld für das Ausscheiden im DFB-Pokal geben wird. Nun muss sich der KSC wieder für den Liga-Alltag regenerieren, denn "fatal wäre, jetzt irgendwas nachzutrauern". Im Heimspiel mit Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 13:30 Uhr) geht es für die Badener weiter - um dann auch wieder in die Erfolgsspur zu finden? "Es war wieder ein Nackenschlag mit der letzten Aktion des Spiels. Das gilt es jetzt wegzustecken", nahm es Eichner sportlich.