"Ball ins Tor geknallt und fertig": Kyereh wird zum Derby-Held!

Zalazar lang auf Zander, Ablage auf Kyereh und rein ins Glück - so ungefähr lässt sich die Szene beschreiben, die am Montagabend das Millerntor-Stadion beben ließ. Der FC St. Pauli setzte sich im innerstädtischen Derby mit einem 1:0-Sieg durch und feierte den fünften Sieg in Folge. Abgesehen vom Sturz des Erzrivalen ergibt sich daraus eine komfortable Situation der Kiezkicker im Abstiegskampf.

"Visier hochgeklappt"

"Ich habe meine Jungs gesagt, dass sie das entscheidende Tor nicht zu früh schießen sollen", schmunzelte FCSP-Cheftrainer Timo Schultz nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft gegen den Hamburger SV, nachdem die Kiezkicker das Spielgerät erst in der 88. Spielminute in die Maschen schweißte. Viel Zeit blieb dem ewigen Rivalen danach nämlich nicht mehr, um das Spiel noch - wie in der Hinrunde - spät auszugleichen. Dass an diesem Montagabend trotzdem nur ein Tor fiel, lag nicht an den fehlenden Möglichkeiten. Schultz war begeistert: "Es war ein flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. So stellt man sich ein Derby vor. Beide hatten sofort das Visier hochgeklappt und mit Kittels Freistoß an die Latte gab es gleich nen Wachmacher zu Beginn."

Gleich zwei Mal verhinderte das Aluminium einen Treffer der Gäste, auf der anderen Seite parierte HSV-Keeper Sven Ulreich reflexartig gegen die FCSP-Stürmer. Das Spielgeschehen war intensiv, flachte aber nach dem Seitenwechsel ab - denn dann wollte keiner mehr Fehler machen, wie auch Schultz sah: "Nach dem Seitenwechsel war die Absicherung bei beiden Teams besser." Dass den Kiezkickern dann der Lucky Punch gelangm sei für Fans und Verein umso wichtiger. "Dennoch gibt es dafür auch nur drei Punkte", trat Schultz ein wenig auf die Euphoriebremse.

Kyereh beschreibt Unbeschreibliches

Für den FC St. Pauli war der Derbysieg bereits der fünfte Erfolg in Serie, insgesamt der siebte Sieg in den letzten acht Spielen. "Es gibt nichts Schöneres", lobte Stürmer Guido Burgstaller zwar den gefühlten Last-Minute-Treffer, könnte mit seiner Aussage aber auch den allgemeinen Aufschwung beim FCSP gemeint haben. Mit 31 Punkten findet sich der Kiezklub nun im gesicherten Mittelfeld wieder, der Vorsprung vor dem Tabellenkeller beträgt zehn Zähler. Dazu bewies Burgstaller einmal mehr den richtigen Riecher, obwohl er gegen Hamburg zum ersten Mal seit sieben Spielen nicht selber traf. Aber Siegtorschütze Daniel-Kofi Kyereh verriet: "Guido hat gesagt, dass wir noch eine Chance bekommen und das Gefühl hatte ich auch."

Besagte Chance schweißte Kyereh freistehend und unhaltbar in die Maschen. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich kann es selber noch nicht ganz fassen und ich bin überglücklich", sprudelte es aus dem 24-Jährigen heraus. In Kombination mit Rodrigo Zalazar und Luca Zander ermöglichte es dem FCSP den Siegtreffer, über den Kyereh gar nicht mehr viel sagen musste: "Beim Schuss habe nicht groß nachgedachte, den Ball ins Tor geknallt und fertig." Ein Verbleib in der 2. Bundesliga wird am Kiez derzeit daher nicht mehr angezweifelt, sodass die 'Hells Bells' am Millerntor wohl auch künftig dort erklingen.

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