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Bei 0:0 gegen Paderborn: BTSV hadert mit Schiri-Entscheidungen

IMAGO / Hübner

In einem fußballerisch nicht sehr attraktiven Spiel, das aber von der Spannung und Einsprüchen des VAR lebte, blieb Eintracht Braunschweig gegen den offensivstarken SC Paderborn im neunten Spiel in diesen Jahr ohne ein Gegentor. Da aber auch die eigenen Stürmer das Paderborner Tor nicht fanden, blieb schließlich für die Löwen nach der Nullnummer nur ein Punkt im Kampf gegen das Abstiegsgespenst auf der Habenseite.

Video-Entscheidung verhindert Elfmeter

Vor dem Spiel hatte Eintracht-Trainer Meyer noch darauf hingewiesen, dass die Eintracht nicht in der Situation sei, Kräfte zu sparen und zu taktieren. Trotzdem begannen die Löwen taktisch abwartend, im Gegensatz zum vorangegangenen 4:0-Erfolg in Osnabrück. Die Kräfte wurden allerdings ständig gefordert, denn die Ostwestfalen hatten sich im Eintracht-Stadion sehr viel vorgenommen und gaben mehr und mehr entschlossen den Ton an. "Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen guten Gegner", betonte Meyer nach der Partie. "Das war heute eine andere Intensität als gegen Osnabrück. Wir waren während der gesamten 90 Minuten unterlegen, das muss man klar so sagen! Wir hatten kaum eine Phase, wo wir die Kontrolle hatten. Wir sind gar nicht in die richtige Struktur gekommen."

Hier stapelte Meyer doch ein wenig tief, denn die Braunschweiger Defensive zeigte sich sattelfest und sehr strukturiert. Hätte eigentlich nach Schiedsrichter-Entscheidung die größte Chance des Spieles vom Elfmeterpunkt aus gehabt, als Mittelstürmer Proschwitz im Strafraum von hinten durch Nkaka gelegt wurde. Allerdings hatte der Videoschiedsrichter etwas dagegen, dass Löwen-Standardspezialist Kobylanski (der sich den Ball bereits auf dem Punkt platziert hatte) auch wirklich ausführen durfte. Der Schiedsrichter Winter dann nach Video-Begutachtung auch. Der in dieser strittigen Situation gefoulte Braunschweiger Stürmer Nick Proschwitz konnte das allerdings nicht ganz nachvollziehen: "Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass ich meinem Gegner auf den Fuß getreten wäre. Für mich hat es sich allerdings so angefühlt, als würde er mir das Bein wegziehen. Ich denke, man kann den Elfer geben!" Die TV-Bilder zeigten aber, dass Nkaka am Braunschweiger vorbeigegrätscht hatte.

Paderborn bleibt zu Elft

Allerdings war dies nicht die einzige umstrittene Schiedsrichterentscheidung der ersten Halbzeit, mit dem das Spiel einen anderen Verlauf hätte nehmen können. Denn in der 41. Spielminute foulte Paderborns Rechtsverteidiger Ananou, der zuvor schon eine gelbe Karte gesehen hatte, den links am Paderborner Strafraum durchbrechenden Braunschweiger Linksverteidiger Schlüter noch einmal kartonwürdig. Selbst Paderborn Trainer Baumgart gab nach dem Spiel zu, das hier eigentlich eine gelb-rote Karte für Ananou fällig gewesen sein wäre. "Kurz vor der Halbzeit muss der Schiedsrichter den Paderborner Rechtsverteidiger vom Platz stellen", war sich auch Nick Proschwitz sicher. Und Coach Meyer folgerte: "Die Frage sei dahingestellt, ob die Partie dann nicht anders gelaufen wäre, wenn es die gelb-rote Karte für Ananou gegeben hätte!"

Allerdings spielte der VAR auch den Braunschweigern selbst in die Karten, als er dafür sorgte, dass ein schön herausgespieltes Tor von Michel in der 50. Spielminute aufgrund einer hauchdünnen Abseitsposition des Passgebers Srbeny vom Schiedsrichter aberkannt wurde. Schlussendlich waren die Braunschweiger aber mit der Punkte-Teilung zufrieden.

Behrendt fällt verletzt aus

Auch weil Paderborns Stürmer Antwi-Adjej in der 84. Spielminute das leere Braunschweiger Tor aus sehr kurzer Entfernung verfehlte. Nick Proschwitz: "Wir nehmen jetzt mit, was wir kriegen können. Am Schluss werden wir wissen, was der Punkt gegen Paderborn wert ist. Wir wollen in den kommenden Begegnungen versuchen, so viele Zähler wie möglich zu holen. Heute war ein guter Anfang dafür." Beim nächsten Spiel in Fürth wollen die Löwen nun auch in der anstehenden Englischen Woche Zählbares holen.

Allerdings wird es dabei wichtig sein, dass die Tagesform der besonders noch beim Auswärtssieg in Osnabrück gelobten Offensiv-Spieler wie Abdullahi und Kobylanski sich wieder bessert, die diesmal gegen Paderborn viel zu unauffällig und unkonzentriert agierten. Auch hinter der Defensive des BTSV steht zukünftig dann ein Fragezeichen, denn Abwehrchef Behrendt fällt nach seiner Muskelfaser-Verletzung im Paderborn-Spiel jetzt mehrere Wochen aus.