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"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!": HSV hat Relegation gepackt

© IMAGO / MIS

Der Hamburger SV hat es spannend gemacht, doch am Ende schnappten sich die Elbestädter den Relegationsplatz und dürfen gegen Hertha BSC (19. Mai/23. Mai) den letzten Bundesligisten ausspielen. In Rostock feierte die Walter-Elf den fünften Sieg in Folge, obwohl es lange nicht danach aussah – und die Ergebnisse auf den anderen Plätzen Druck erzeugten. Nun hat der HSV alles wieder in der Hand.

In der HSV-Kabine wurde es lauter

Erstmals in der Zweitliga-Geschichte erreicht der Hamburger SV in der Abschlusstabelle nicht den vierten Platz, sondern geht als Dritter über die Ziellinie. Zumindest bis zur Halbzeitpause mussten HSV-Fans jedoch fürchten, dass es doch wieder nicht reichen würde – zu dem Zeitpunkt rannten die Elbestädter einem 0:1-Rückstand hinterher, parallel führte Darmstadt. Sportvorstand Jonas Boldt erklärte, dass man "natürlich auch die anderen Ergebnisse wahrgenommen" habe. In der Kabine wurde es dann einen Ticken lauter, wie Sebastian Schonlau nach Abpfiff erklärte. Dann hatte der Kapitän persönlich das Spiel per Kopf gedreht.

"Als die Truppe zur zweiten Hälfte rausgekommen ist, war mir aber klar, dass wir – wie die ganze Saison schon – alles in die Waagschale werfen werden", fügte Jonas Boldt hinzu. Auch Cheftrainer Tim Walter ließ die erste Halbzeit in einem "schwierigen Spiel" schnell vergessen. "Wir waren griffiger und geduldiger. Diese Herangehensweise haben wir in Tore umgemünzt", lobte der Fußballlehrer die zweiten 45 Minuten. Dank der Treffer von Robert Glatzel (50.), Sebastian Schonlau (75.) und Mikkel Kaufmann (85.) sicherte sich der HSV den fünften Sieg in Folge und erstmals die Bundesliga-Relegation als Zweitligst. Die Erleichterung war groß, wie Schonlau beschrieb: "Es gibt nichts Schöneres, als so ein Spiel zu gewinnen, heute hat es richtig Spaß gemacht."

"Ich bin stolz"

Vor Wochen, als die Hamburger nur einen Sieg aus sieben Spielen holten, haben die wenigsten noch mit dem HSV gerechnet. Doch im Endspurt bewies die Walter-Elf ihre Qualität. "Es ist echt unbeschreiblich. Wir sind immer wieder hingefallen, aber auch immer wieder aufgestanden", resümierte Glatzel. Die Partie in Rostock war ein Sinnbild: "Gezweifelt haben wir auch nach dem Rückstand nicht, da wir wussten, dass wir ein Tor brauchen, um dem Spiel eine Wendung zu geben." Die finale Wende, um im vierten Zweitliga-Jahr endlich den ganz großen Wurf zu schaffen?

In der Relegation wartet Hertha BSC, die am Vortag nur knapp den direkten Klassenerhalt verpassten. "Wir sind glücklich, aber jetzt geht es weiter. Wir müssen kämpfen, alles geben und dann schauen, was dabei herauskommt", schwor Miro Muheim seine Teamkollegen schon früh ein. Zweifel, dass der HSV die Chancen bekommen würde, hatte auch Walter nicht. "Wir haben die jüngste Mannschaft und sind so charakterstark und reif. Ich bin stolz, wie meine Truppe das heute gerockt hat", so der Coach. Rostock war zudem die gelungene Generalprobe. "Wir haben heute bei Hansa gesehen, dass man als Fußballer immer Spiele gewinnen will. Sie haben nie aufgehört", sah Walter den Schlagabtausch auf Augenhöhe.

Erfahrungen in der Relegation

Schon am Donnerstag (20:30 Uhr) ist der HSV dann zunächst bei der Hertha gefordert, die Fans skandierten bereits "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!". Gute Erinnerungen an die Relegation haben die Elbestädter durchaus – in den Spielzeiten 2013/14 (gegen Fürth) und 2014/15 (gegen Karlsruhe) setzte sich jeweils der HSV durch. Hertha war zuletzt in der Saison 2011/12 in den zwei Entscheidungsspielen gefordert, damals unterlagen die Berliner aber Fortuna Düsseldorf.