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Bielefelds Neu-Coach Forte sieht Rot: "Jetzt kenne ich die Regeln"

© IMAGO / Geisser

Das hätte sich Arminia Bielefeld sicher ganz anders vorgestellt. Bei der 1:2 Auftaktniederlage in Sandhausen verlor der Bundesliga-Absteiger nicht nur die Punkte, sondern auch Uli Forte. Der neue Trainer sah in der 44. Minute die Rote Karte.  Zu allem Überfluss flog auch noch Abwehrspieler Silvan Sidler mit Gelb-Rot vom Platz.

Sandhausen wollte das Spiel schnell machen

Auf die Absteiger aus der Bundesliga warten an den ersten Spieltagen traditionell einige Fallstricke. Das musste vor allem der neue Arminen-Trainer Uli Forte schnell erkennen. Der Schweizer sah in seinem Premieren-Spiel beim SV Sandhausen kurz vor dem Seitenwechsel die Rote Karte.  Was war passiert? Ein Befreiungsschlag des Bielefelders Sidler landete im Seitenaus  beim Arminen-Coach. Der bugsierte den Ball zurück auf das Spielfeld. Pech nur, dass der Sandhäuser Chima Okoroji genau in dem Moment das Spiel mit einem anderen Ball schnell machen und einwerfen wollte. Da der Ball von einem Bielefelder Spieler kam, war die Karte wohl hart, aber vertretbar. Wäre Bielefeld im Ballbesitz gewesen, hätte es nur Gelb gegeben. Referee Michael Bacher zögerte jedenfalls keine Sekunde. Forte wollte sich auf der anschließenden Pressekonferenz auch gar nicht groß über den Platzverweis beschweren. "In dem Moment war ich schon erstaunt. Allerdings  bin ich nach der Halbzeitpause darüber belehrt worden, dass der Ball beim Gegner war und daher aufgrund einer Spielverzögerung die Rote Karte gezeigt werden muss", erklärte Forte und nahm die Situation mit einer Prise Sarkasmus: "Jetzt kenne ich die Regeln!"

Etwas größer war sein Ärger über die Gelb-Rote Karte für Abwehrspieler Silvan Sidler kurz nach dem Seitenwechsel: "Er spielt ganz klar den Ball. Für uns war das ein Schock. Ich habe in der Situation nicht erkannt, was der Schiedsrichter gesehen hat."  Doch zu der Szene dürfte es auch andere Meinungen geben, denn der Neuzugang vom FC Luzern traf seinen Gegenspieler nach einem misslungenen Dribbelversuch wohl mit dem Arm im Gesicht. Insgesamt zückte Bacher 11 Karten. Das hört sich nach einer ruppigen Partie an. Allerdings waren sich Forte und sein Gegenüber Alois Schwartz einig darüber, dass die Begegnung keinesfalls unfair geführt wurde.

Lichtblick Okugawa

Jedoch können die Platzverweise kaum über den spielerisch enttäuschenden Bielefelder Auftritt hinwegtäuschen. Rein nominell dürfte das Arminia-Team auch nach dem Abstieg weiter höchsten Ansprüchen genügen. Alleine der Sturm mit dem erfahrenen Fabian Klos und U21-Nationalspieler Florian Krüger kann sich von den Namen her sehen lassen. Doch am Samstag blieb die Mannschaft den Nachweis der Klasse über weite Phasen schuldig. Ab und an ließen die Bielefelder ihre Qualitäten aufblitzen und waren zumindest in den ersten Minuten tonangebend. Einen Kopfball von  Sidler entschärfte Sandhausens Torwart Patrick Drewes. Kurze Zeit später traf Krüger nur die Querlatte. "Wir waren am Anfang gut im Spiel und hatten auch die ersten beiden Chancen. Da hatten wir etwas Pech. Aber der Torhüter hat auch sehr gut reagiert", analysierte Forte anschließend.

Auch das Auftreten nach der Roten Karte machte Forte Mut, ganz speziell die Leistung des Japaners Masaya Okugawa. Der Mittelfeldspieler erzielte auf sehenswerte Weise nach einem Konter das zwischenzeitliche 1:1. "Er hat gezeigt, wie wichtig er für uns ist", ist Forte für die Zukunft nicht Bange:  "Ja, Masaya war etwas nervös. Aber er wird uns noch viel Freude bereiten."  In den kommenden Tagen werde es darum gehen, die Begegnung sachlich zu analysieren: "Wichtig ist, das wir jetzt ruhig bleiben. Sandhausen hat in der vergangenen Saison gezeigt, was sie zu Leisten im Stande sind. Hier haben schon einige Favoriten Federn gelassen."