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Bochum gestoppt: "Riesengelegenheit liegen gelassen“

© imago images / Zink

Thomas Reis richtete vergaß seinen Frust für ein paar Minuten und griff zu ungewohnten Maßnahmen. Der Coach von Spitzenreiter VfL Bochum beorderte seine gesamte Mannschaft nach dem 0:2 (0:1) im Topspiel gegen den großen Aufstiegsfavoriten entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten noch einmal in der Kabine zusammen und baute seine Mannschaft trotz des herben Dämpfers moralisch wieder auf.

Reis-Ansprache nach Abpfiff: "Ich mache das sonst nie“

"Ich mache das sonst nie, aber ich habe gesagt, dass man Spiele verlieren kann, aber wenn man so aufdreht und so viel Gas gibt, kann man mit so einer Niederlage auch besser umgehen", berichtete der Coach später von seiner spontanen Ansprache.

Auch angesichts des couragierten Auftritts der Westfalen trotz langer Unterzahl durch eine Rote Karte gegen Danny Blum nach 35 Minuten vermochte Reis gleichwohl seine Enttäuschung über die Heimniederlage nicht verhehlen. "Gerade wegen des Ergebnisses ist das für uns sehr bitter. Wir haben eine Riesengelegenheit liegen gelassen“, bilanzierte der 47-Jährige ernüchtert.

Tatsächlich hätte Bochum durch seinen dritten Erfolg in Serie der erträumten Rückkehr ins Oberhaus eine sehr großen Schritt näherkommen können. Doch statt seinen Vorsprung auf die Verfolger auszubauen, bewegt sich der VfL an der Spitze weiter nur in Schlagdistanz zu den meisten Jägern und spürt die Konkurrenz im Nacken.

Aufgrund der überzeugenden Vorstellung gegen den HSV rechnet Reis vor dem anbrechenden Saisonschlussspurt allerdings nicht mit einem Leistungsknick seiner Mannschaft durch den Dämpfer: "Es hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen, deswegen muss ich meinen Spielern trotz der Niederlage ein Lob aussprechen. Jetzt heißt es Wunden lecken und schütteln.“

"Aller Ehren wert“

Insbesondere die Leistung nach der Dezimierung machte Reis geradezu stolz auf sein Team uns die Niederlage für das ganze Lager der Gastgeber umso schmerzlicher. "Was die Mannschaft nach der Pause abgerufen hat, war aller Ehren wert. Deswegen bin ich auch guter Dinge, dass wir das wegstecken. Man hat die Unterzahl nicht bemerkt, und die Jungs hätten sich definitiv ein Unentschieden verdient gehabt.“

Für Abwehrspieler Herbert Bockhorn fühlte sich das Match genauso an. "Wir hatten uns mehr vorgenommen, aber wir haben über 90 Minuten ein starkes Spiel gemacht, nach der Roten Karte eine super Reaktion und unsere Qualität gezeigt“, sagte der 26-Jährige und fügte letztlich doch etwas niedergeschlagen hinzu: "Nur mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein.“

Beim noch leicht auf den Aufstieg schielenden Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf jedoch soll die Scharte im nächsten Spiel am 22. März (Montag) wieder ausgewetzt werden. "Da“, versprach Reis auch schon wieder ebenso selbstbewusst wie trotzig, "werden wir wieder ein ähnliches Gesicht wie gegen Hamburg zeigen.“