"Bodenloser Auftritt": Stimmung beim FCN nähert sich dem Nullpunkt

0:3 hieß es aus Sicht des 1. FC Nürnberg am Sonntagnachmittag beim Karlsruher SC. Es war die vierte Pleite in den letzten fünf Partien. Entsprechend schrillten beim Club die Alarmglocken. Zwar fanden alle Akteure klare Worte, doch könnten die Tage von FCN-Coach Robert Klauß gezählt sein.

"Nicht stattgefunden"

Schonungslos analysierte Nürnbergs Trainer Robert Klauß nach dem Spiel das zuvor Gesehene. "Nicht stattgefunden" habe seine Mannschaft im ersten Durchgang. Die kleine Steigerung im zweiten sei dann "nicht schwer" gewesen. Das doppelt Ärgerliche? Im angeblich verbesserten zweiten Durchgang schluckte der FCN nochmal einen Treffer mehr als im ersten und ging am Ende mit einem 0:3 vom Feld. "Was wir in der ersten Halbzeit angeboten haben, war so nicht zu akzeptieren", formulierte Klauß glasklar.

Von fußballerischen Basics sei an diesem Sonntag "gar nichts zu sehen" gewesen. Und auch die Spieler selbst empfanden den Auftritt nicht als besser. "Die erste Halbzeit war mit das Schlechteste, was ich bislang von uns gesehen habe", bemängelte beispielsweise Innenverteidiger Christopher Schindler. Den 32-Jährigen störte, "dass wir keine Gegenwehr leisten. Wir müssen für uns und unseren Nebenmann mehr Verantwortung übernehmen, müssen als Kollektiv Leistung bringen und stabil sein." All das ging dem FCN gegen Karlsruhe ab.

"Zeit, das geliefert wird"

Nun ist es jedoch so, dass der Auftritt der Nürnberger womöglich der negative Höhepunkt war, aber keinesfalls losgelöst zu den Leistungen in den Spielen zuvor stand. Auch Auftritte wie gegen Heidenheim (0:3) oder vogelwilde Spiele wie gegen Aufsteiger Braunschweig (2:4) trüben beim Club jede Hoffnung. Entsprechend wurden in den Sozialen Medien erste Fan-Stimmen laut, die die Zukunft von Coach Klauß infrage stellten. "Ob Hecking auch den Trainerposten im Vertag stehen hat?", fragte beispielsweise der Nürnberger Fanblog "Clubfans United".

Vorzuwerfen, dass ihm die Situation nicht bewusst sei, war dem derzeitigen Übungsleiter allerdings nicht. So habe man ähnliche Situationen bereits "gemeinsam gemeistert. Dazu gehören auch klare Worte. Aber es wurde mittlerweile auch genug gesagt. Jetzt ist auch mal Zeit, das geliefert wird und dass wir weniger reden", forderte Klauß unmissverständlich.

Passenderweise zum beinahe kuriosen Auftritt des FCN kam dann noch hinzu, dass die Polizei vor dem Spiel nicht den Bus mit den Spielern Richtung Stadion begleitete, sondern einen Fanbus, ehe die Akteure dann 15 Minuten später eintrafen, wie die "Bild" berichtet. Ob die falschen Insassen dieselben fußballerischen Fähigkeiten an den Tag gelegt hätten wie die des FCN mag vielleicht negiert werden, doch hätte die Einstellung vermutlich gepasst. Durch die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen fällt der Club auf den 14. Rang und steht vor dem Heimspiel gegen Kiel am kommenden Wochenende mit dem Rücken zur Wand. Eine Leistungssteigerung scheint unausweichlich, um Klauß' Job zu retten.

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