"Qualitätsverlust erleidet man im Kopf": Sander will Ruhe bewahren
Der 1. FC Magdeburg steht auf dem unteren Relegationsrang. So haben es die Elbestädter in der eigenen Hand, um den Abstieg im Endspurt zu vermeiden. Am Sonntag (13:30 Uhr) ist die Mannschaft von Petrik Sander im Heimspiel gegen Hertha BSC gefordert.
Zukowski kehrt nach Gelbsperre zurück
In Magdeburg werden Fans und Verantwortliche aufatmen, denn nach der 0:1-Niederlage gegen Nürnberg kehrt zumindest schonmal Top-Torjäger Mateusz Zukowski (17 Tore in 18 Spielen) von einer Gelbsperre zurück. Auf den Torriecher des 24-jährigen Polen wird es wohl ankommen, wenn die Elbestädter die Klasse halten möchten. Trifft Zukowski auch wieder gegen Hertha BSC? "Man muss jetzt kein Hellseher sein, um zu sagen, dass die Berliner eine sehr, sehr hohe individuelle Qualität in ihren Reihen haben. Warum das dann nicht so funktioniert hat, wie es hätte funktionieren sollen, steht mir nicht zu, zu bewerten", erkärte FCM-Coach Petrik Sander.
Was der 65-Jährige meinte? Hertha spielt in den letzten Partien der Saison nur noch um die goldene Ananas. Vom Aufstieg war der Hauptstadtklub über weite Strecken der Saison weit entfernt. "Deswegen stellt sich jetzt die Frage, wie man den Rest der Saison einordnet", überlegte Sander. Der FCM-Coach ging davon aus, dass die Herthaner sich entweder den Frust von der Seele schießen würden - oder sich im Falle eines auslaufenden Vertrags ins Schaufenster spielen wollen. "Von daher wird die Aufgabe nicht einfacher", rechnete Sander nicht damit, dass Hertha die Saison einfach ausklingen lassen wird.
"Unser Wille muss einfach größer sein"
Der FCM-Coach wollte daher die Gier bei seiner Mannschaft entfachen. "Wenn sie dieses Spiel mit allen Mitteln gewinnen wollen, dann muss unser Wille einfach noch größer sein", forderte Sander vor dem großen Saisonfinale. Mit Spielfreude statt Druck nahm sich der 65-Jährige mit seiner Mannschaft vor. "Es ist ein extrem wichtiges Spiel und darauf sollten wir den Wert legen. Wir sollten nicht so sehr darüber nachdenken, was passieren kann, sondern positiv gestimmt sein und mit dem Vertrauen der letzten Heimspiele an die Sache herangehen", so Sander.
Im eigenen Stadion fuhr der FCM zuletzt Siege gegen Bochum (4:1) und Düsseldorf (2:0) ein. Ergebnisse, ohne die Magdeburg jetzt weit unter dem Strich stehen würde. Das Selbstvertrauen war also da - egal, ob Magdeburg erst am Sonntag nachziehen kann. Ob es sogar ein Vorteil sein könnte, wenn die Konkurrenten zuerst spielen? "Von Vorteil ist immer, wenn man seine Spiele gewinnt. Da ist es egal, ob man das vorher macht oder danach", brach Sander herunter. Der 65-Jährige verlangte, dass seine Mannschaft klar in ihren Abläufen bleibt - unabhängig von anderen: "Den größten Qualitätsverlust erleidet man im Kopf." Und Tatsache ist, dass der FCM nach wie vor alles in der eigenen Hand hat.