Bundesligadino sagt adé – Kiels Relegationsgegner heißt Wolfsburg
Der 12. Mai 2018 geht als einer der schwärzesten Tage in die Annalen des HSV ein. Trotz des 2:1-Heimerfolgs am 34. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach steht der erste Abstieg der Vereinsgeschichte fest. Im Parallelspiel reichte dem VfL Wolfsburg ein souveränes 4:1 gegen den 1. FC Köln für Platz 16.
Heimsieg zum Abschluss reicht nicht - Abstieg im dritten Anlauf
Was für eine Dramatik am letzten Spieltag der ersten Fußballbundesliga: Der Hamburger SV tritt zum allerersten Mal seit Bestehen der Bundesliga den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit an. Während man in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 jeweils in der Relegation dem Abstieg noch einmal kurz vor knapp von der Schippe springen konnte, ist der Gang ins Unterhaus nach dem heutigen Spieltag endgültig besiegelt.
Dabei lief im Volksparkstadion alles nach Plan. Aaron Hunt brachte die Hausherren mit einem Elfmeter nach Handspiel von Gladbachs Denis Zakaria in Führung (11. Spielminute). Zwar glichen die Fohlen in der 28. Minute durch Drmic per Rechtsschuss aus. Nach 90 Minuten stand es am Ende aber 2:1, Holtby traf in Minute 63 zur erneuten Führung. Und so wanderte der bange Blick nach Wolfsburg, wo der VfL den bereits feststehenden Absteiger vom 1. FC Köln empfing. Die Wölfe aber siegten ihrerseits souverän mit 4:1 und sicherten sich Platz 16 – und verbannen so, ausgerechnet mit Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia an der Linie, die Hamburger in die Zweitklassigkeit.
HSV-Abstieg als Spiegel einer rabenschwarzen Saison - Schwarzer Rauch an der Elbe
Und auch wenn sich der Bundesligadino zum Ende der Saison noch einmal aufgerafft und bemerkenswerte 13 Punkte aus den vergangenen sieben Spielen geholt hatte: Der erste Abstieg der Vereinsgeschichte ist der Spiegel einer alles in allem völlig verkorksten Saison. Nach sechs Punkten aus den ersten zwei Ligaspielen setzte es in den folgenden acht Partien sieben Niederlagen. Weitere zwölf Niederlagen sollten im Laufe der Saison folgen.
29 Tore bedeuten am Ende den schlechtesten Angriff der Liga. Besonders schmerzhaft für die geschundene HSV-Seele dürfte sich dabei der Abgang von Michael Gregoritsch zum FC Augsburg entpuppt haben. Der Österreicher erzielte für seinen neuen Arbeitgeber alleine 13 Treffer - und so fast halb so viele wie alle Hamburger zusammen. Mit Markus Gisdol und Bernd Hollerbach verheizte man gleich zwei Cheftrainer während einer Spielzeit, ehe Interimstrainer Christian Titz übernahm. Insgesamt 19 Millionen Euro pumpte man an der Elbe in Neuzugänge wie Julian Pollersbeck, André Hahn oder Kyriakos Papadopoulos – lediglich der Grieche aber wusste seine Ablöse noch ansatzweise zu rechtfertigen. Zahlreiche Argumente, die letztlich einen bitteren und traurigen, aber nicht unverdienten Abstieg des HSV bedeuten - den einige Anhänger der Hansestädter nach dem Abpfiff mit Platzsturm, Pyrotechnik und schwarzem Rauch quittierten.
Wolfsburg trifft in der Relegation auf Kiel
Während an der Elbe Tränen der Enttäuschung fließen und teilweise kriegsähnliche Zustände ausbrechen, retten sich die Wölfe mit dem deutlichen 4:1 über den 1. FC Köln in die Relegation. Trotz einer äußerst schwachen Rückrunde (14 Punkte aus 17 Spielen) dürfen die Grün-Weißen nachsitzen. Am 17. Mai trifft man im Hinspiel der Relegation auf Holstein Kiel, die ihrerseits den dritten Tabellenplatz in der zweiten Bundesliga inne haben. Am 21. Mai kommt es dann zum Rückspiel an der Förde.